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NBA: Trade von Kawhi Leonard liegt auf Eis - Betrugsuntersuchung bremst Raptors-Wechsel vorerst aus

Veröffentlicht:

von Leopold Grünwald

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Videoclip • 01:19 Min


Eigentlich schien das Kapitel Los Angeles Clippers für Kawhi Leonard beendet. Doch die Untersuchung wegen des Verdachts auf Umgehung der Gehaltsobergrenze halten den Trade zu den Toronto Raptors auf.

Die Saga um die Los Angeles Clippers und Kawhi Leonard ist um eine weitere Episode reicher. Wie "ESPN" am Donnerstag meldet, wird der Trade zwischen den Clippers und den Toronto Raptors für den zweimaligen Finals-MVP erst nach Abschluss der Untersuchung gegen LA offiziell über die Bühne gehen.

Der Podcast "Pable Torre finds out" hatte in den vergangenen Monaten ein mutmaßliche Verschwörung zwischen den Clippers, Leonard und der Firma Aspiration zur Umgehung der Gehaltsvorschriften der NBA aufgedeckt.

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Vorwürfe gegen Clippers, Ballmer und Leonard

Der Vorwurf: Die Clippers um den milliardenschweren Eigentümer Steve Ballmer hätten durch einen Werbe-Vertrag von Leonard mit Aspiration Millionen US-Dollar an den Superstar bezahlt, um diesen 2019 von Toronto in die Stadt der Engel zu lotsen.

Leonard soll dafür nie eine Gegenleistung erbracht haben, obwohl er der mit Abstand teuerste Werbeträger von Aspiration gewesen sein soll - ein sogenannter No-Show-Deal. Die Finanzierung soll Ballmer bzw. dessen einziger Miteigentümer an den Clippers und College-Kumpel durch entsprechende Zahlungen an Aspiration gesichert haben.

Der Fall ist auch deswegen so kompliziert, weil Aspiration mittlerweile Pleite ist und Mitgründer Joe Sanberg wegen Betrugs und Veruntreuung von 248 Millionen Euro zu einer Haftstrafe verurteilt wurde.

Nach dem Aufkommen der Berichte zu dem Thema hat die NBA eine Anwaltskanzlei eingeschaltet, die untersuchen soll, ob die Anschuldigungen gegen die Clippers, Ballmer und Leonard zutreffen. Allerdings hat die Liga nach wie vor keine Ergebnisse präsentiert, sodass offen ist, ob es seitens der NBA zu Strafen gegen die Clippers kommen kann.

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Raptors würden bei Trade Risiko von Leonard-Strafe übernehmen

Laut US-Medien könnte NBA-Commissioner Adam Silver den Clippers unter anderem Draftpicks entziehen oder Leonards Vertrag als nichtig erklären. Die lange Dauer der Untersuchung hatte Spekulationen ausgelöst, wonach die Liga versuchen könnte, den Fall unter den Tisch zu kehren.

Diese Verschwörungstheorien hatten neue Nahrung bekommen, nachdem bekannt geworden war, dass die Clippers sich mit den Raptors wegen eines Trade von Leonard einig seien, da mögliche Strafen wohl hinfällig gewesen wären. Im Gegenzug für Leonard sollten Brandon Ingram, Gradey Dick, zwei Erstrundenpicks, zwei Zweitrundenpicks und ein Pick Swap nach LA gehen.

Den Gerüchten scheint die NBA nun einen Riegel vorgeschoben zu haben. "Am 30. Juni haben wir eine grundsätzliche Einigung mit den Toronto Raptors über einen Trade von Kawhi Leonard erzielt. Uns wurde seitdem mitgeteilt, dass der Trade nur dann finalisiert werden kann, wenn die Eigentümer-Gruppe der Raptors das Risiko von Strafen übernimmt, die in Verbindung mit Kawhis Vertrag theoretisch durch die laufende Untersuchung entstehen können", zitiert "ESPN" einen Clippers-Sprecher.

Daneben wiederholte der Franchise-Vertreter die Unschuldsbekundungen, die LA seit Monaten vorschiebt. "Im Herzen dieser Untersuchung stehen Joe Sanberg und Aspiration. Wir haben kein Geld an Kawhi Leonard durch Aspiration geschleust. Wie viele erfahrene Investoren, Finanzinstitutionen und Geschäftspartner waren wir Opfer des Betrugs von Sanberg."

Raptors: Freuen uns auf Leonards Rückkehr

Auch die Raptors äußerten sich gegenüber "ESPN" zu der Thematik. Angesichts des Risikos einer Strafe habe man entschieden, "dass wir warten werden, bis die Untersuchung der Liga beendet ist". Man freue sich weiterhin auf Leonards Rückkehr nach Toronto.

Leonard war 2011 in der ersten Runde von den Indiana Pacers gedraftet worden, aber noch vor Saisonbeginn per Trade zu den San Antonio Spurs geschickt, wo er sich zum Superstar entwickelte und 2014 gegen die Miami Heat den Titel gewann und als Finals-MVP ausgezeichnet wurde.

2018 verließ er San Antonio nach einem Streit über seine Gesundheit und wechselte ebenfalls via Trade zu den Raptors, wo er in seinem ersten Jahr erneut Meister und Finals-MVP wurde. In der folgenden Offseason entschied er als umworbener Free Agent für einen Wechsel zu den Clippers.

In LA stellte er seine Klasse zwar unter Beweis, wurde aber immer wieder durch Verletzungen ausgebremst. Gegenwärtig befindet er sich im finalen Jahr seines Vertrages, der ihm in der kommenden Spielzeit 50,3 Millionen US-Dollar einbringen wird. Im Lauf seiner Karriere wird er damit insgesamt rund 426 Millionen Dollar verdient haben.

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