2. Bundesliga
Dynamo Dresden vs. Hertha BSC: Klubs drohen harte Strafen nach Fan-Krawallen
2. Bundesliga
Dynamo vs. Hertha: "Vollidioten!" Fans fordern Punktabzug
Videoclip • 01:29 Min
Der 1:0 (0:0)-Sieg von Hertha BSC in der 2. Bundesliga bei Dynamo Dresden wurde von heftigen Fan-Ausschreitungen überschattet. Den Klubs drohen nun harte Strafen.
Das Zweitliga-Spiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC ist nach Jagdszenen auf dem Feld zwischenzeitlich unterbrochen worden.
In der 19. Spielminute machten sich zahlreiche vermummte Dynamo-Fans aus dem K-Block auf den Weg zum Gästeblock, es kam zu Auseinandersetzungen, Pyrotechnik und Raketen wurden hin- und hergeschossen, ehe die Polizei die Heimfans zurück in den eigenen Block drängte.
Beiden Klubs drohen nun empfindliche Geldstrafen. Diese könnten laut "Bild" im sechsstelligen Bereich liegen. Demnach seien auch härtere Sanktionen möglich wie Teilausschlüsse der Zuschauer oder sogar Geisterspiele, da beide Klubs als Wiederholungstäter gelten, was sich als strafverschärfend auswirken könnte.
"Wir können Ihnen bestätigen, dass der DFB-Kontrollausschuss nach den Vorkommnissen im Rahmen des Zweitligaspiels zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC zu Beginn der neuen Woche Ermittlungsverfahren gegen beide Vereine einleiten wird", erklärte der Verband gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Dresden und Hertha werden zunächst zu Stellungnahmen aufgefordert.
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Dynamo vs. Hertha BSC: Fahnenklau als Auslöser für massive Fan-Krawalle?
Direkt nach dem Skandalspiel begannen die Spekulationen, was die massiven Ausschreitungen ausgelöst haben könnte. Zunächst hieß es, dass Dresden-Fans eine erbeutete Hertha-Fahne verbrannt haben sollen. Am Sonntag berichtete die "Bild" von Gerüchten, dass Berliner Fans zuvor im Gäste-Block eine geklaute Dynamo-Fahne gezeigt haben sollen, die die Dresdner dann im Pyro-Nebel zurückerobert haben könnten.
"Es gibt die unterschiedlichsten Theorien", sagte Dresdens Geschäftsführer Stephan Zimmermann: "Fakt ist, dass es im Gästeblock zu Beginn des Spiels eine große Pyro-Aktion gab. Die Situation war dann sehr unübersichtlich, weil das Stadion komplett vernebelt war. Dieser Umstand wurde offenbar ausgenutzt."
Die Mannschaften verließen während der Ausschreitungen das Feld, das Spiel wurde beim Stand von 0:0 unterbrochen. Die Polizei bildete eine Kette vor dem Heimblock.
Rot für Brekalo - Ernst hält Elfmeter
Der gesperrte Kapitän Stefan Kutschke machte sich auf den Weg zum Block, um schlichtende Worte an den Anhang zu richten, musste aber unverrichteter Dinge wieder umdrehen. Erst nach rund 20-minütiger Unterbrechung pfiff Schiedsrichter Sven Jablonski die Partie wieder an.
Das Spiel endete schließlich mit 1:0 (0:0) für die lange Zeit in Unterzahl spielende Hertha - die Aufholjagd im Aufstiegsrennen geht damit weiter. Josip Brekalo sah wegen groben Foulspiels die Rote Karte (66.). Vincent Vermeij scheiterte für Dresden kurz darauf mit einem Handelfmeter nach Videobeweis an Tjark Ernst (77.), dann traf Marten Winkler mit einem von Alexander Rossipal entscheidend abgefälschten Kopfball (80.).
"Das ist in dem Moment sehr unwirklich. Das hat auf dem Fußballplatz überhaupt nichts zu suchen. Wir stehen alle ein Stück weit unter Schock", sagte Dresdens Sport-Geschäftsführer Sören Gonther bei "Sky" über die Ausschreitungen. Der Verein distanziere sich "ganz klar" von so einem Verhalten. Schon zu Beginn war das Spiel aufgrund von Pyronebel für mehrere Minuten unterbrochen worden.
Görlich: "Kann mich nur bei allen Beteiligten im Stadion entschuldigen"
Angesichts der aktuell intensiven Diskussionen über verschärfte Stadionverbotsrichtlinien seien die Vorkommnisse "ein ganz großer Schuss in den Ofen, vollkommen daneben", sagte Dresdens Finanz-Geschäftsführer Stephan Zimmermann: "Das ist nicht das, wofür wir stehen, arbeiten und kämpfen. Das wollen wir nicht sehen." Ein Abend wie dieser helfe "überhaupt nicht weiter" in der Diskussion.
So sahen das auch die Hertha-Verantwortlichen. "Das ist natürlich Wasser auf die Mühlen der großen Kritiker. Das ist uns bewusst", sagte Geschäftsführer Peter Görlich: "Ich kann mich nur bei allen Beteiligten im Stadion entschuldigen. Das entspricht überhaupt nicht meinem Wertegerüst. Wir sind für eine lebendige Fankultur. Aber sobald Gewalt im Spiel ist und man auf die Idee kommt, andere Menschen mit Pyrotechnik zu beschießen, hört es bei mir auf."
Man sollte in der Diskussion um die Stadionverbotsrichtlinien aber "nicht den Fehler machen, alles zu pauschalisieren und diese Thematik direkt hiermit zu verknüpfen", führte Görlich aus. Aber man müsse sich "schon fragen, wo ist die Argumentationslinie, dass man darüber noch sprechen kann. Uns gehen langsam die Argumente aus."
Die Polizei hat bereits mehrere Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruch, gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung eingeleitet.
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