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Rassismusvorfall bei Test: Cottbus-Spiel abgebrochen - "Armutszeugnis für unsere Gesellschaft"

Veröffentlicht:

von ran.de

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Videoclip • 01:14 Min


Energie Cottbus will gegen den Halleschen FC seine Form testen. Doch als rassistische Worte aus dem Zuschauerblock zu hören sind, greift nicht nur die Polizei durch.

120 Minuten Spielzeit waren anberaumt. Doch der Test zwischen Zweitliga-Aufsteiger Energie Cottbus und dem Regionalligisten Hallescher FC wurde deutlich früher abgebrochen.

Grund war ein Rassismusvorfall.

In den sozialen Medien schrieb der Viertligist: "Kein Platz für Rassismus! Das heutige Testspiel zwischen dem FC Energie Cottbus und dem Halleschen FC wurde aufgrund eines rassistischen Vorfalls gegen einen Spieler von Energie Cottbus abgebrochen. Für Rassismus und Diskriminierung gibt es in beiden Vereinen keinen Platz, weder auf dem Spielfeld noch auf den Rängen!"

Auch die Lausitzer äußerten sich auf ihrer Homepage. "Das eigentlich als großes Fest geplante Testspiel zwischen unserem FC Energie und dem Halleschen FC in Finsterwalde wurde beim Stand von 2:0 für unsere Jungs aufgrund eines rassistischen Vorfalls abgebrochen. Aus dem Bereich der HFC-Fans wurde unser Innenverteidiger King Manu in einer widerwärtigen, nicht zu tolerierenden und klar rassistischen Art und Weise beleidigt und diffamiert", ist dort zu lesen.

Und weiter: "Der FC Energie Cottbus steht für Fairness, Weltoffenheit, Vielfalt und Toleranz und lehnt Formen von Diskriminierung, Rassismus und Gewalt konsequent ab! Und so verweigerten #WIR uns einer Spielfortsetzung und stehen gemeinsam mit dem Halleschen FC gegen derartig verabscheuungswürdige Äußerungen auf! Nicht mit uns! Für Rassismus und Diskriminierung gibt es in beiden Vereinen keinen Platz, weder auf dem Spielfeld noch auf den Rängen!"

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Rassismusvorfall: Cottbus-Boss spricht von Affengeräuschen

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge ereignete sich der Zwischenfall vor 3000 Zuschauern in Finsterwalde im Nachgang eines Fouls von Halles Robert Berger an Justin Butler auf der Außenbahn. Auf dem Platz kam es demnach nach gut 100 Spielminuten zu einer Rudelbildung, besonders im HFC-Fanblock seien die Emotionen ebenfalls hochgekocht.

Von dort sollen die rassistischen Worte in Richtung einiger Energie-Profis gefallen sein. Laut "rbb24" war die Rudelbildung bereits aufgelöst, als King Manu und Anderson Lucoqui plötzlich in Richtung des nahen Hallenser Gästeblocks gelaufen seien, den Schiedsrichter hätten sie mit Gesten aufmerksam gemacht.

Die "Bild" schreibt von einem Wortgefecht und einem kurzen Handgemenge zwischen Energie-Spielern und HFC-Anhängern an der Seitenlinie. Polizei und Ordner seien herbeigeeilt. Kurz darauf habe Cottbus-Trainer Claus-Dieter Wollitz abgewunken und mit seinen Spielern den Platz verlassen.

"Es gab schon in der ersten Halbzeit Beleidigungen, aber das war noch normaler Fußball-Trashtalk", wird Energie-Präsident Sebastian Lemke in dem Boulevardblatt zitiert: "Aber wenn King Manu mit Affengeräuschen belegt wird und man ruft, er solle Bananen fressen gehen, dann ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Das gehört weder in den Sport noch in die Gesellschaft. Da muss ein Zeichen gesetzt werden."

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Cottbus-Spiel abgebrochen: Zwei Personen von Polizei abgeführt

Zugleich erinnerte der Vereins-Boss an einen Vorfall im Drittliga-Spiel bei 1860 München, bei dem Justin Butler unfreiwillig in den Fokus geriet. "Damals hatten wir angeboten, das Spiel abzubrechen. Damals griff der Drei-Stufen-Plan des DFB. Wenn wir selbst die Möglichkeit haben, ein Spiel zu beenden, tun wir es", betonte Lemke.

Den Berichten zufolge griffen die Polizisten zwei Personen, bei denen es sich um HFC-Anhänger handeln soll, auf und führten sie ab. Lemke wurde deutlich: "Der ausrichtende Verein Spielvereinigung Finsterwalde hat hier über Wochen alles super vorbereitet und Idealbedingungen geschaffen. Es sind Hunderte Kinder hier. Wenn ein Spiel dann wegen Rassismusvorfällen abgebrochen werden muss, ist das einfach nur schade und für unsere Gesellschaft ein Armutszeugnis!"

Zum Zeitpunkt des Abbruchs führte Cottbus mit 2:0. Die Tore erzielten Moritz Hannemann (55. Minute) und Yusuf Wardak (62.), doch das geriet letztlich komplett in den Hintergrund.

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