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Afrika Cup

Afrika Cup: Gefährliches Spiel mit dem eigenen Ruf - ein Kommentar

Veröffentlicht:

von Tobias Hlusiak

Der afrikanische Fußballverband erklärt Marokko nachträglich zum Sieger des eigenen Nationenturniers. Eine Entscheidung, die negative Folgen haben dürfte. Ein Kommentar.

Von Tobias Hlusiak

Auf den Tag genau zwei Monate ist es her, dass sich der Senegal zum Afrika-Cup-Champion krönte.

Das Finale gegen Gastgeber Marokko am 18. Januar hatte weltweit für Aufsehen gesorgt. Schon im Vorfeld waren drei Spieler des späteren Siegers kollabiert.

Bis heute ist nicht geklärt, warum.

Nach diversen Schikanen (Handtuch-Klau), Ausschreitungen auf der Tribüne und einem diskussionswürdigen Elfmeterpfiff in der Schlussphase, stand die Partie dann kurz vor dem Abbruch.

Afrika Cup: Seltsame Rolle rückwärts

Senegals Spieler verließen den Platz und kamen erst nach einer fast 20-minütigen Unterbrechung zurück, um Nachspielzeit und Verlängerung hinter sich zu bringen.

Direkt nach der Partie hatte Marokko ein offizielles Veto gegen die Wertung eingereicht. Die CAF entschied, dass dieses unbegründet sei.

Nun vollführt sie aber eine Rolle rückwärts.

Wegen eines Verstoßes gegen Paragraph 82 bis 84 der Spielordnung wird das Spiel mit einer 3:0-Wertung für Marokko versehen.

Dass man derart lange für eine sehr weitreichende Deutung der Dinge brauchte, lässt den gesamten Prozess in fragwürdigem Licht erscheinen.

Auch weil externe Beobachter schon während des laufenden Turniers den EIndruck gewinnen konnten, die Veranstalter wären nicht abgeneigt, wenn die Gastgeber am Ende den Titel gewinnen würden.

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Kommende Fußball-Livestreams

Der Backlash ist schon jetzt enorm.

Der Senegal hat angekündigt, vor den internationalen Sportgerichtshof ziehen zu wollen. Abdoulaye Seydou Sow – seines Zeichens Generalsekretär des Fußballverbandes – verkündete: "Der Cup wird das Land nicht verlassen!"

Gleichzeitig mischen sich Spott und Bedauern in die Reaktionen aus aller Welt.

Afrika Cup: Kampf mit dem schlechten Ruf

Und genau hier liegt die Gefahr.

Der Afrika-Cup kämpft seit Jahrzehnten mit einem schlechten Ruf – jedenfalls außerhalb des eigenen Kontinents.

Seine Terminierung mitten im "europäischen Fußballjahr" sorgte lange für Empörung bei Spielern und Teams.

Immer wieder wurden zudem organisatorische Fehler begangen, die das Turnier einer breiten Öffentlichkeit als eher semi-professionelle Veranstaltung erscheinen ließen.

Hinzu kommt das in der Breite nicht immer hochklassige sportliche Niveau.

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Afrika Cup: Schritt in die falsche Richtung

Die – auf den ersten Blick – eher willkürliche Entscheidung, zwei Monate nach Abpfiff einen neuen Turniersieger zu bestimmen, ist ein weiterer Schritt in die falsche Richtung.

Eine Farce, wenn man so will.

Sie wird – unabhängig davon, ob sie noch einmal revidiert wird - das Image des afrikanischen Fußballs nachhaltig beschädigen.

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