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Bundesliga

Borussia Dortmund: Julian Ryerson im Exklusiv-Interview über das WM-Sommermärchen mit Norwegen - königliches Verständnis für Flipflops?

Veröffentlicht:

von Bent Mildner

ran Fußball Bundesliga

Ryerson im Interview: "Ich lebe für die Champions League"

Videoclip • 01:23 Min


Julian Ryerson steht vor seiner vierten vollen Saison beim BVB. Im Sommer erlebte er mit der norwegischen Nationalmannschaft ein Sommermärchen in Nordamerika. Im ran-Interview gibt er exklusive Einblicke.

Borussia Dortmund steht kurz vor dem ersten Pflichtspiel der Saison im Franz-Beckenbauer-Supercup gegen den FC Bayern München (Samstag ab 19:30 Uhr live in SAT.1 und kostenlos auf Joyn). Eine Woche später startet dann die Bundesliga.

Bevor die Saison losgeht, hat sich ran mit BVB-Spieler Julian Ryerson zu einem exklusiven Interview getroffen. Dabei geht es auch um das norwegische Sommermärchen in Nordamerika bei der WM.

Auch die kuriose Flipflop-Aktion im norwegischen Königshaus klärt der Verteidiger auf.

ran: Am Samstag gibt es den Saisonauftakt beim Franz-Beckenbauer-Supercup. Lassen Sie uns vorab aber über den Sommer sprechen: über das Sommermärchen, das Norwegen geschrieben hat. Im WM-Viertelfinale war letztlich Endstation. Es gab einen Riesenhype, eine Rieseneuphorie im Land. Wie haben Sie das selbst wahrgenommen?

Julian Ryerson: Für mich gab es nicht nur die Höhen, ich war ja auch während der WM verletzt. Aber ich habe trotzdem jeden Moment genossen. Es war leider schade, dass es einen Tick zu früh zu Ende war für uns. Ich fand, das letzte Spiel können wir eigentlich gewinnen, wenn wir ehrlich sind. Aber es sind die kleinen Dinge, die am Ende entscheiden. Und ja, leider sind wir rausgeflogen. Aber insgesamt war es eine geile Zeit für alle, die in den USA waren, aber auch für die Fans zu Hause. Wir haben alle die Bilder nach den Spielen gesehen. Das hat uns sehr viel Power und viel Freude gegeben.

ran: Sie haben die besonderen Bilder angesprochen. Es gab die Bilder, wie ihr in Norwegen angekommen und im Königshaus empfangen worden seid. Dabei sind auch Ihre Flipflops aufgefallen, die Sie getragen haben. Wie viele Nachrichten haben Sie danach bekommen?

Ryerson: Sehr viele. Ich habe eigentlich nicht darüber nachgedacht, aber es hat auf jeden Fall für Aufmerksamkeit gesorgt. Alles an diesem Tag war besonders. Wir sind gerade aus den USA zurückgekommen und ich hatte die Wahl, entweder Flipflops oder Laufschuhe, die nicht mir gehört haben, zu tragen. Deswegen habe ich mich für meine Flipflops entschieden. Und zum Glück hatte das Königshaus Verständnis dafür.

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Pokalwettbewerbe des BVB "sehr ausbaufähig"

ran: Lassen Sie uns über den Ruder-Jubel der norwegischen Fans reden, bei dem ihr als Mannschaft dann mitgemacht habt. Wie war das für Sie, dass am Ende die ganze Welt mitgerudert ist?

Ryerson: Man bekommt nicht alles so richtig mit, wenn man da mittendrin ist. Aber wir haben es schon gespürt, dass es viel Aufmerksamkeit auf uns gezogen hat und alles sehr positiv ankam. Das Rudern hat uns viel Freude gebracht und hat uns auch Energie gegeben.

ran: Kommen wir zum BVB. Letztes Jahr seid ihr souverän Vizemeister geworden, ihr habt dabei die beste Defensive gestellt. Wie blicken Sie mit ein bisschen Abstand auf die vergangene Saison zurück?

Ryerson: Insgesamt war es eine gute Saison, vor allem in der Bundesliga. Aber ja, international und im Pokal war es sehr ausbaufähig. Da können und wollen wir uns verbessern. Die Spiele gegen Atalanta waren sehr bitter, im ersten Spiel haben wir es sogar gut gemacht. Da sind wir meiner Meinung nach zu früh ausgeschieden. Auch wenn wir nichts gewonnen haben, können wir aber zumindest positiv auf den zweiten Platz in der Bundesliga zurückblicken.

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Ryerson: "Brauche keine Tore, wenn ich so viele Assists liefere"

ran: Zweiter sind Sie auch in einer persönlichen Statistik geworden: Mit 15 Vorlagen haben Sie als Außenverteidiger viele Tore aufgelegt. Nur Michael Olise war in dieser Statistik vor Ihnen. Ist das ein Skill, den Sie im letzten Jahr so in Ihr Spiel integriert haben?

Ryerson: Ich habe schon länger versucht, mich hier zu verbessern. Leider ist mir das nicht so gut gelungen in den letzten Jahren. Generell versuche ich aber natürlich, mich ständig in allen Bereichen zu verbessern. Gerade auf meiner Position gehört diese Fähigkeit auch ein Stück weit dazu.

ran: Beim Testspiel gegen die AS Rom haben Sie neben einer Vorlage sogar ein Tor geschossen. Dürfen wir uns jetzt auf ähnliche Zahlen in Sachen Tore bei Ihnen vorbereiten?

Ryerson: Tore schießen? (lacht) Wenn ich über 15 Assists liefere, dann reicht das, dann brauche ich kein Tor. Aber es wäre auch schön, mit ein paar Toren zu glänzen. In der Regel gelingt mir das schon vereinzelt, das Spiel gegen die Roma war dafür ein guter Anfang.

Ryerson als Vorbild für den Nachwuchs

ran: Beim BVB werden Sie oft als Mentalitätsmonster betitelt. Die Tugenden Kampf und Ehrgeiz gehören zu Ihrem Spiel. Wird sowas hier im Revier auch von einem Spieler erwartet?

Ryerson: Ich glaube schon, dass wir bei uns im Stadion dafür gefeiert werden, und das finde ich einfach toll. Die feiern ja nicht nur Tore und das Offensive, auch eine gute Grätsche wird bejubelt. So können wir auch das Stadion mitnehmen und das macht total viel Spaß.

ran: Es gab jetzt einen kleinen Umbruch in der Mannschaft. Es sind ein paar etablierte Spieler gegangen, dafür sind sehr viele junge Spieler gekommen. Mit 28 sind Sie jetzt einer der Älteren im Kader. Was macht das mit Ihnen? Wie gehen Sie mit der Rolle als Führungsspieler um?

Ryerson: Ich versuche immer, ich selbst zu bleiben. Und ich hoffe, dass die Jüngeren hoffentlich davon lernen können.

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BVB als Bürde oder positive Energie?

ran: Wie können Sie den jungen Spielern auch abseits des Platzes helfen?

Ryerson: Ich bin schon 28 und lange im Profibereich dabei, um genau zu sein, seit meinem 17. Lebensjahr. Ich kenne natürlich die Mechanismen. Man lernt in solch einer Zeit viel, ich will mich aber nicht aufdrängen. Wenn was ist, dann kann man mich natürlich immer fragen.

ran: Was macht dieser Kosmos Borussia Dortmund mit so einem jungen Spieler?

Ryerson: Viel. Aber ich hoffe, auch nicht zu viel. Ich hoffe, dass sie Fußball spielen und sich nicht beeinflussen lassen. Aber ich hoffe auch, dass sie die positive Energie aufnehmen werden. Das muss man machen, weil es schon das Geilste ist, was es gibt, in unser Stadion einzulaufen. Ich hoffe, dass sie das beflügelt. Mich hat es damals definitiv.

Volle Kraft voraus in der Champions League?

ran: In Ihrer Vita fehlt noch ein Titel. Am Samstag habt ihr die Möglichkeit, gegen den FC Bayern den ersten Titel zu holen. Ist das ein besonderer Ansporn?

Ryerson: Ich war schon sehr nah dran (Bundesliga-Saison 2022/23, Anm. d. Red.). Das ärgert mich immer noch sehr. Deswegen wäre es natürlich schön, jetzt einen Titel zu holen.

ran: Apropos Titel: Haben Sie persönliche Ziele und was möchten Sie mit der Mannschaft erreichen?

Ryerson: Konkret ist das schwer zu sagen, aber ich hoffe, dass wir uns einfach verbessern. Wenn uns das gelingt, dann wird es eine gute Saison. Ich persönlich lebe ja auch ein bisschen für die Champions League, muss ich ehrlich sagen. Die ist mir sehr wichtig. Einmal waren wir da sehr nah dran (Champions-League-Finale 2023/24 vs. Real Madrid, Anm. d. Red.). Ich hoffe, dass wir eine bessere Saison in der Champions League spielen.

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