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Fußball

Bundesligist stellt sich deutlich gegen VAR: "Hat nicht funktioniert"

Aktualisiert:

von ran.de

17:30 SAT.1 Live Hessen und Rheinland-Pfalz

Neue Fußballregeln in der Bundesliga

Videoclip • 02:29 Min • Ab 12


Der FC Augsburg stellt den VAR grundsätzlich infrage und unterstützt damit indirekt die angekündigten Fan-Proteste im DFB-Pokal. Geschäftsführer Michael Ströll findet deutliche Worte.

Die Diskussion um den Video-Assistenten bekommt prominente Unterstützung aus der Bundesliga. Nachdem für die erste Runde des DFB-Pokals Protestaktionen aus der Fanszene gegen den VAR angekündigt wurden, hat sich nun auch der FC Augsburg kritisch zum System geäußert – und spricht sich sogar für dessen Abschaffung aus.

FCA-Geschäftsführer Michael Ströll erklärte, man könne die Haltung vieler Anhänger verstehen. "Wir können die Sichtweise der Fans nachvollziehen, weil wir dies in vielen Punkten ähnlich empfinden", sagte er.

Der VAR sei ursprünglich eingeführt worden, um Entscheidungen gerechter zu machen. Stattdessen würden heute häufig neue Debatten entstehen.

"Der VAR wurde eingeführt, um den Fußball gerechter zu machen. In der Praxis verlagern wir das Problem jedoch oftmals von der Diskussion über die Schiedsrichter-Entscheidung zur Diskussion über den Video-Schiedsrichter. Wir haben in den letzten Jahren gesehen, dass der VAR häufig neue Diskussionen schafft, anstatt alte zu lösen."

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Ströll: "Emotionen bleiben auf der Strecke"

Aus Sicht der Augsburger wiegen die negativen Begleiterscheinungen mittlerweile schwerer als der Nutzen. Vor allem die Auswirkungen auf die Atmosphäre in den Stadien sieht der Klub kritisch.

"Die Emotionen bleiben auf der Strecke, wodurch der Grundgedanke dieses wunderbaren Spiels einen erheblichen Schaden nimmt. Das steht für uns nicht in Relation zum diskutablen Mehrwert", betonte Ströll. Gerade die lebendige Fankultur sei ein Markenzeichen des deutschen Fußballs.

"Wir stehen in Deutschland für Fankultur, Stimmung auf den Rängen und Emotionen in den Stadien. Damit haben wir einen klaren Wettbewerbsvorteil anderen Ligen gegenüber. Diese Aspekte sollten wir schützen und nicht krampfhaft an etwas festhalten, nur um des Festhaltenwillens."

Grundsätzlich hält der FCA die Idee hinter dem Video-Assistenten zwar weiterhin für nachvollziehbar, sieht das Projekt in der Praxis aber als gescheitert an. "Der Grundgedanke zu Beginn war ein guter, aber die Umsetzung funktioniert seit neun Jahren nicht so, wie es sein sollte und angedacht war. Es bleiben schlichtweg zu viele Interpretationsspielräume bestehen", erklärte Ströll.

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FC Augsburg sieht "Interpretationsspielraum" als Problem

Genau darin erkennt Augsburg das Kernproblem. Technische Hilfsmittel wie die Torlinientechnologie oder automatisierte Abseitsentscheidungen seien aus Sicht des Klubs weiterhin sinnvoll, weil sie objektive Entscheidungen ermöglichen.

"Klare schwarz-weiß Entscheidungen wie die Torlinientechnologie oder auch eine klare Abseitserkennung in kürzester Zeit können weiterhin sinnvoll sein. Diese werden von der überwiegenden Mehrheit auch akzeptiert, da es hier keinen Interpretationsspielraum gibt."

Beim VAR sei dies jedoch anders. Deshalb fordert der FCA ein Umdenken. "Man muss sich im Leben auch mal eingestehen, dass es nicht funktioniert hat und es nicht zielführend ist, es weiter zu verschlimmbessern", so Ströll.

Am Samstag muss der FCA im DFB-Pokal bei Energie Cottbus ran (ab 13 Uhr im Liveticker). Einen VAR gibt es in der ersten Runde dabei nicht.

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