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BVB: Der Transferwunsch von Niko Kovac trifft den Nagel auf den Kopf
Veröffentlicht:
von Justin Kraftran Fußball Bundesliga
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Im Mittelfeld hat der BVB so einige Spieler unter Vertrag. Niko Kovac hat dennoch einen klaren Transferwunsch – und der trifft den Nagel auf den Kopf.
Felix Nmecha, Jobe Bellingham, Carney Chukwuemeka und Marcel Sabitzer – vier Spieler für zwei Positionen im zentralen Mittelfeld des BVB. Eigentlich eine nummerische Idealbesetzung.
Auch die Verteilung hinsichtlich der Altersklassen passt gut: Zwei junge und entwicklungsfähige Spieler und zwei erfahrenere und gestandene Profis. Der 17-jährige Mussa Kaba ist eine weitere spannende Option mit Perspektive.
Außerdem gibt es noch Emre Can, der gerade noch dabei ist, seinen im März erlittenen Kreuzbandriss auszukurieren. Irgendwann im kommenden Jahr könnte er theoretisch auch wieder eine Möglichkeit sein.
Aber Niko Kovac weiß, dass das Rechenspielchen sind, die wenig mit der Realität zu tun haben. Und dass das Mittelfeld eines der Hauptprobleme des BVB seit vielen Jahren ist.
Laut der "WAZ" wünscht sich der Trainer von Borussia Dortmund einen spielstarken Sechser, um das Team zu verstärken – und trifft damit den Nagel auf den Kopf.
Niko Kovac und sein umstrittener Fußball
Dortmunds Spiel ist sehr flügellastig. Das liegt einerseits an der Spielidee von Kovac. Der 54-Jährige lässt seine Mannschaften bevorzugt über die Außenbahnen angreifen, weil er dort die leichteste Möglichkeit sieht, um einen Gegner unter Druck zu setzen: Viele Flanken und Tempoläufe sollen das Geschehen schnell in das gegnerische Drittel verlagern.
Hinzu kommt, dass der Spielaufbau relativ risikoarm ist. Wenn die Bälle früh auf die Flügel gehen, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, durch Ballverluste im Zentrum in gefährliche Konter zu rennen. Ballverluste auf den Außenbahnen sind in der Regel einfacher zu verteidigen.
Aber Kovac hat mit dieser Spielweise auch traditionell ein sehr großes Problem: Berechenbarkeit. Rund um seinen BVB scheiden sich die Geister. Die einen fragen sich, wie man mit diesem "Rumpelfußball" erfolgreich sein kann. Andere sprechen von einer Stabilität, die die Borussia schon lange nicht mehr hatte und dass es egal wäre, wie attraktiv das ist.
BVB braucht einen Ankersechser
Klar ist aber auch: Will Kovac nachhaltig erfolgreich sein, muss er Lösungen für die Momente im Spiel finden, in denen sein Team sich immer wieder auf den Flügeln festrennt. Eine Möglichkeit wäre es, das Zentrum stärker einzubeziehen.
Nun ist es nicht so, dass die vorhandenen Spieler dort keine Qualitäten in Ballbesitz hätten. Nmecha ist dribbelstark und pressingresistent, Sabitzer hat in seiner Karriere auch schon nachweisen können, dass er ein Spiel gestalten kann. Chukwuemeka und Bellingham bringen derweil gute Ansätze mit.
Sie alle sind aber keine klassischen Sechser. Sie alle funktionieren besser, wenn sie neben sich jemanden haben, der die Verantwortung der ersten Phase des Spielaufbaus übernimmt. Der BVB braucht einen Ankersechser. Das, was Julian Weigl einst für Thomas Tuchel war: Immer anspielbereit, viel unterwegs, diszipliniert im Sechserraum und mit der Qualität, das Spiel mit Raumgewinnen zu eröffnen.
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Mit jungen Talenten wieder nach vorn?
So einen Spieler hat Dortmund nicht. Was auch damit zu tun hat, dass ein solcher Spieler ein sehr komplettes Profil mitbringen muss. Defensiv stark und am Ball mit kreativen Impulsen – und das wird teuer, wenn man auf Champions-League-Niveau sucht.
Andererseits geht der BVB gerade wieder den Weg, junge Talente zu verpflichten. Den Blick nicht darauf zu richten, den Spieler zu finden, der schon in dieser Saison den maximalen Output liefern kann, sondern einen, der perspektivisch in diese Rolle wachsen kann, wäre sinnvoll.
Zumal Ole Book die Alternative bereits "ziemlich sicher" ausgeschlossen hat: Ein Nmecha-Verkauf hätte das Geld freimachen können für einen derartigen Ankersechser, insofern man ihn auf dem Transfermarkt findet.
Laut der "WAZ" ist es auch möglich, dass sich der BVB erst im kommenden Jahr mit dieser Baustelle befasst. Schließlich sucht der Klub nach wie vor einen Ersatz für Karim Adeyemi. Vielleicht aber ist genau das der Fehler der letzten Jahre.
Findet der BVB noch eine Lösung?
In Dortmund hat man anderen Positionen häufig den Vorrang auf der Prioritätenliste gegeben. Dabei liegt in der Schaltzentrale womöglich der Schlüssel für den nächsten Entwicklungsschritt unter Kovac.
Die Schwarzgelben konnten sich auf zahlreichen Positionen bereits mit vielversprechenden Talenten verstärken und den Kader ansonsten weitestgehend zusammenhalten. Es sieht eher nach einer durchdachten Verjüngung aus und weniger nach einem radikalen Umbruch.
Zur Wahrheit gehört auch, dass es alles andere als leicht ist, einen Spieler für die Sechs zu finden, der all das mitbringt was gesucht wird. Selbst im Talentebereich ist es nicht so einfach, jemanden zu scouten, der das Potenzial hat, relativ schnell seinen Weg in Dortmund zu gehen.
Talentierte Offensivspieler gibt es viele. Talentierte Spielgestalter für die Schaltzentrale sind seltener. Auch weil die Position eine der anspruchsvollsten im Fußball ist. Für einen perfekten Transfersommer und die maximalen Chancen auf eine erfolgreiche Saison wäre ein passender Neuzugang für das zentrale Mittelfeld aber wichtig.
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