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FC Bayern München: Offensiv-Lazarett immer größer - schlägt jetzt die Stunde eines 16-Jährigen?

Veröffentlicht:

von Chris Lugert

ran Fußball Bundesliga

FC Bayern: "Wirklich schlimm!" Eberl von Verletzungen geschockt

Videoclip • 01:26 Min


Der FC Bayern gibt im Topspiel gegen Borussia Dortmund nicht nur den Sieg aus der Hand, sondern verliert auch noch zwei Offensivspieler mit langfristigen Verletzungen. Damit kommt der ohnehin eher dünne Kader allmählich an seine Grenzen.

Max Eberl hatte bereits eine böse Vorahnung. "Es war ein teures Unentschieden für uns", sagte der Sportvorstand des FC Bayern München nach dem 2:2 im Bundesliga-Topspiel gegen Borussia Dortmund. Früh in jenem Spiel mussten sowohl Ismael Saibari als auch Serge Gnabry verletzt ausgewechselt werden.

"Es sieht bei beiden nicht so gut aus, sie werden länger ausfallen", prophezeite Eberl noch in Unkenntnis über die exakten Diagnosen. Diese kamen am Sonntag und bestätigten seine Befürchtungen.

Saibari zog sich einen Riss des Syndesmosebandes zu und wird mehrere Monate ausfallen. Der Marokkaner wurde bereits operiert. Laut "Bild" rechnet man bei den Bayern mit einer Zwangspause von drei Monaten. Gnabry erlitt eine Muskelverletzung im hinteren Oberschenkel, hier berichtet "Sky" von einem mehrwöchigen Ausfall. Die Bayern selbst kommunizierten nur die Diagnosen, aber machten machten keine Prognosen zur Dauer.

Damit verschärft sich die Personallage in der Offensive beim deutschen Rekordmeister dramatisch. Denn gegen Dortmund fehlten bereits Luis Diaz und Jamal Musiala. Diaz wird mit einem kleinen Muskelbündelriss ebenfalls noch einige Wochen nicht zur Verfügung stehen, bei Musiala scheint ein Comeback zumindest absehbar, wenngleich es offenbar nicht unmittelbar bevorsteht.

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FC Bayern: Vor allem eine Position wird zum Problem

Vor den wichtigen Spielen im November kommt der Kader an seine Grenzen. Bereits am Dienstag wartet das schwierige Auswärtsspiel bei Atletico Madrid, in diesem Monat werden vier der fünf Pflichtspiele auswärts ausgetragen. In der "Königsklasse" ist der Druck nach zuletzt zwei Remis bereits spürbar, um die Top 8 nicht aus den Augen zu verlieren. Gleichzeitig ist der BVB in der Bundesliga nicht abzuschütteln.

Rotation und Belastungssteuerung sind in der aktuellen Situation gerade offensiv nicht machbar. In Harry Kane, Michael Olise und Lennart Karl stehen nur drei echte Offensivspieler zur Verfügung. Ansonsten müssen Aaron Danks bzw. Vincent Kompany nach seiner Rückkehr kreativ werden.

Gerade die linke Offensivseite verkommt zunehmend zur Problemzone. Die Bayern verzichteten hier im Sommer - gewollt oder gezwungen - auf einen Backup für Diaz. Stattdessen sollte die Flexibilität der übrigen Spieler im Fall der Fälle greifen. Das Problem: Gnabry, Musiala und Saibari, die allesamt links offensiv spielen könnten, stehen aktuell eben nicht zur Verfügung.

Weshalb dort zuletzt bereits ein Spieler eingesetzt wurde, der diese Position zwar einst gelernt hatte, dann aber als Linksverteidiger zur Weltklasse reifte. Die Rede ist von Alphonso Davies. Der Kanadier agierte bereits in der Champions League gegen den FC Arsenal und jetzt über weite Strecken des BVB-Spiels wieder als linker offensiver Flügelmann. Er dürfte dort vorerst konkurrenzlos sein.

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Wiedergeburt von Davies und Karl?

Der 25-Jährige bringt enorme Geschwindigkeit mit und ist aufgrund seiner jahrelangen Einsätze als Linksverteidiger auch die Arbeit gegen den Ball gewohnt. Gegen Arsenal unterstrich er zudem seine Qualitäten im Torabschluss, als er das zwischenzeitliche 1:1 erzielte. Für Davies, dem nach der Verpflichtung von Nathaniel Brown im Sommer mancherorts bereits ein baldiger Abschied prophezeit worden war, ist es jetzt die große Chance, wieder an alte Tage anzuknüpfen.

Allerdings ist Davies ebenfalls für seine Verletzungsanfälligkeit bekannt. Und sollte auch dem Kanadier etwas passieren, haben die Bayern links vorne endgültig Alarmstufe Rot. Möglich, dass dem Trainerteam dann nichts anderes übrig bleibt, als entweder einen der Rechtsaußen Karl oder Olise auf die ungewohnte linke Seite zu ziehen, oder aber den polyvalenten Brown offensiv aufzustellen.

Der frühere Frankfurter könnte aktuell jedoch auch vermehrt auf der Zehnerposition zum Einsatz kommen. So geschehen nach Saibaris Auswechslung am Samstag gegen Dortmund sowie im Supercup gegen den BVB Mitte August. Gleichzeitig können auch Olise und Karl hier jeweils spielen. Für den Franzosen könnte es die Chance sein, endlich auch im Klub auf jener Position zu agieren, auf der er in der Nationalmannschaft bei der WM für viel Furore gesorgt hat.

Generell dürfte Youngster Karl von der Situation profitieren und nach einem bitteren Sommer und dem WM-Aus sowie einem schwierigen Saisonstart mehr Einsätze erhalten. Gerade nach den vielen Themen abseits des Platzes und der Kritik der Bayern-Oberen am Auftreten des 18-Jährigen, sollte Karl die Möglichkeit bekommen, wieder sportlich für Schlagzeilen zu sorgen.

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Wird ein 16-Jähriger zum Kane-Backup?

Zudem schlägt in solchen Situationen auch gerne die Stunde für Talente aus dem eigenen Stall. Die extrem ausgedünnte Offensive gibt automatisch Kaderplätze frei, etwa für Tim Binder. Der 19-Jährige gab im DFB-Pokal gegen den 1. FC Magdeburg sein Debüt für die Profis und stand auch gegen Arsenal, beim SC Freiburg sowie gegen den BVB im Spieltagskader.

Zwar ist Binder ein sportlicher Klon von Olise und Karl, also ein Linksfuß, der hauptsächlich über die rechte Seite kommt. Doch könnte er gerade zu Rotationszwecken häufiger zum Einsatz kommen, um den beiden Pausen zu verschaffen.

Auch der 16-jährige Bastian Assomo könnte zumindest in den kommenden Wochen häufiger bei den Profis auftauchen. Da sowohl Saibari als auch Gnabry ausfallen, gibt es aktuell faktisch keinen Backup für Kane mehr. Dabei geht es nicht darum, ein Fehlen Kanes qualitativ komplett aufzufangen. Das ist unmöglich und wäre selbst für Saibari und Gnabry auf Dauer eine unlösbare Aufgabe.

Doch auch der 33 Jahre alte Engländer wird - wie gegen Magdeburg - hin und wieder Pausen bekommen müssen. Hier könnte Assomo helfen. Der gebürtige Berliner ließ bereits in der Sommervorbereitung aufhorchen und steht für die zweite Mannschaft in der Regionalliga Bayern schon bei vier Treffern in der laufenden Saison.

In zwei Monaten öffnet zudem das Wintertransferfenster, das die Bayern nutzen sollten, um zumindest in der Breite nachzulegen. Denn im Herbst mag eine Situation wie aktuell noch verkraftbar sein. Im Frühjahr aber, wenn es gerade in der Champions League in die heiße Phase geht, kann eine Verletzung zu viel das Aus bedeuten.

Auch interessant: FC Bayern vs. Dortmund: Noten zum Spiel - Laimer und Olise stark - BVB-Joker überzeugen, DFB-Star von der Rolle Und: Atletico Madrid vs. Bayern München live: Champions-League-Topspiel live im TV, Stream und im Ticker - alle wichtigen Infos zur Übertragung

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