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FC Bayern München: Uli Hoeneß‘ Vorwurf an Max Eberl im Doppelpass – das steckt dahinter

Aktualisiert:

von Martin Volkmar

ran Fußball Bundesliga

Hoeneß im Doppelpass: Uli leakt alle Jackson-Details!

Videoclip • 01:26 Min


Uli Hoeneß macht mit seinen Aussagen vom Wochenende deutlich, wer das Sagen beim FC Bayern München hat. Eine Analyse.

Von Martin Volkmar

Uli Hoeneß‘ Auftritt im "Doppelpass" am Sonntag schlägt nach wie vor Wellen.

Nicht nur bei Fans und Medien, sondern auch beim FC Bayern München.

Denn der Ehrenpräsident stellte bei seinem Auftritt kaum verklausuliert klar, wer am Ende nach wie vor das Sagen beim deutschen Rekordmeister hat: er selbst.

So machte Hoeneß die reduzierte Leihsumme für Nicolas Jackson öffentlich, weil die Spielerseite drei Millionen der 16,5 Millionen Euro an den FC Chelsea übernommen habe. Die verbliebenen 13,5 Millionen seien "in dem Geschäft die Portokasse".

Und auch die Kaufoption über 65 Millionen Euro nach der Saison werde nicht eintreten: "Das muss nur dann bezahlt werden, wenn er 40 Spiele von Anfang an macht. Die macht der nie."

Uli Hoeneß: Winter-Transfers beim FC Bayern möglich

Im Gegensatz zu den meisten Beobachtern sieht Hoeneß die Bayern als "Gewinner" des Sommer-Transferfensters, "weil wir eine sehr starke Mannschaft haben".

Und sollte sich der deutlich reduzierte Kader im Laufe der Hinrunde doch als problematisch erweisen, "können wir im Januar noch nachlegen. Dann haben wir auch noch genug Geld, um das zu tun."

Ähnlich klar äußerte sich das nach wie vor mächtigste Aufsichtsratsmitglied über die Zusammenarbeit mit Max Eberl. Dabei vermied er, sich eindeutig hinter den immer wieder in der Kritik stehenden Sportvorstand zu stellen.

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Das Wichtigste in Kürze

Hoeneß über Max Eberl: Keine Lippenbekenntnisse

"Ich halte nichts von Lippenbekenntnissen", sagte er nur, ergänzte aber: "Entscheidend ist, wie wir zusammenarbeiten, und die Zusammenarbeit ist gut."

Trotz der ausgebliebenen Jobgarantie muss sich Eberl also vorerst keine Sorgen um seine Position machen ("Es war kein Thema, dass man sich trennt.") – gleichwohl allerdings mit eindeutigen Arbeitsvorgaben klarkommen, die sich für nicht wenige Beobachter eher nach Belehrungen anhörten.

Nämlich das zu tun, was vor allem Hoeneß und seine wichtigsten Mitstreiter im Aufsichtsrat um Karl-Heinz Rummenigge von ihm erwarten: Weniger Alleingänge, mehr Absprachen.

Transfers? "Es wäre auch für Max gut, wenn er das endlich begreift"

"Es wäre auch für Max gut, wenn er endlich begreift, dass man das auf mehrere Schultern verteilt. Ich glaube schon, dass er damit so seine Probleme hat", sagte der FCB-Patron und empfahl ihm, den Rat anderer einzuholen.

"Wenn du heute einen Spieler kaufst, sind das – inklusive Gehalt – Dimensionen von bis zu 200 Millionen Euro. Das würde ich als Manager gar nicht alleine verantworten wollen", sagte Hoeneß: "Ich war damals froh, dass Franz Beckenbauer und Karl-Heinz Rummenigge als Präsident und Vize-Präsident dazu gekommen sind, als die Summen in die Höhe geschnellt sind."

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Vorwurf an Eberl: Zu oft einsame Entscheidungen

Damit sprach Hoeneß erstmals öffentlich aus, was schon länger kolportiert wird: Dass Eberl zu oft zu einsamen Entscheidungen neigt, weil er seine Rolle als Sportchef entsprechend definiert.

So hatte er es bei Borussia Mönchengladbach gehandhabt, wo ihm praktisch niemand reinredete. Und so machte er es auch bei seinem kurzen Intermezzo bei RB Leipzig – und widersetzte sich damit seinem Chef Oliver Mintzlaff, weshalb das Verhältnis schon nach kurzer Zeit zerrüttet war.

Bei Bayern sind Eberls Personalvorschläge in seinen eineinhalb Jahren Amtszeit dagegen mehrfach vom Aufsichtsrat einkassiert worden.

Unter anderem wurden bereits ausgehandelte Verträge mit Joshua Kimmich, Alphonso Davies und Jonathan Tah abgelehnt, so dass nachverhandelt werden musste und im Fall Tah der dem Spieler bereits zugesagte Wechsel im Sommer 2024 noch an wenigen Millionen Ablöse scheiterte.

FC Bayern: Sparvorgaben des Aufsichtsrats bei Neuzugängen

Ein Hauptgrund für die Ablehnungen ist die Forderung von Hoeneß und Co., die Gehaltskosten deutlich zu reduzieren, weil das legendäre Festgeldkonto unter Vorgänger Hasan Salihamidzic aufgrund dessen hoher Deals stark geschmolzen ist.

Deshalb musste Eberl laut eigener Aussage in diesem Transferfenster vor allem "sparen, sparen, sparen" und durfte nach dem 67,5-Millionen-Einkauf Luis Diaz nur noch Leihgeschäfte tätigen. Seinen Unmut hatte der 51-Jährige danach kaum verstecken können.

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FC Bayern: Hoeneß moniert Eberls Empfindlichkeit

Auch das etwas, was Hoeneß offensichtlich nicht gefällt. "So ein harter Job führt dazu, dass man Auseinandersetzungen und andere Meinungen hat. Karl-Heinz und ich haben uns gestritten wie die Besenbinder. Aber wenn die Tür hinter uns zuging, war das wieder okay", meinte er: "Max ist da ziemlich empfindlich."

In dieses Bild passen Berichte, wonach Eberl in den vergangenen Monaten immer wieder teilnahmslos und genervt gewirkt haben soll. Ebenso die laut Medien im Aufsichtsrat nach der Kritik in der letzten Sitzung Ende August entstandene Befürchtung, der Sportvorstand könne von sich aus frustriert zurücktreten.

Hoeneß erklärte hingegen am Sonntag, er habe diesen Eindruck nicht gehabt. Auch Eberl hatte einen solchen Schritt zurückgewiesen, nach seinem Kurzurlaub will er wieder Gas geben. Einfacher wird es aber nicht für ihn werden, auch das machte der langjährige "Mr. Bayern" deutlich.

"Für uns wäre es viel schöner, wenn wir gar nicht eingreifen müssten. Aber wir können nicht nicht eingreifen, wenn wir das Gefühl haben, gewisse Dinge laufen nicht richtig. In dem Moment, in dem wir die richtigen Leute am richtigen Posten haben, werden sich Karl-Heinz und ich zurückziehen", versprach Hoeneß.

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Hoeneß sieht offenbar Verbesserungsbedarf im Vorstand

Danach sieht es allerdings derzeit nicht aus, da Hoeneß offenbar weiter Verbesserungsbedarf im Vorstand sieht: "Wir suchen ein Team, das sehr gut zusammenarbeitet. Das haben wir seit dem Rücktritt von Karl-Heinz Rummenigge und mir noch nicht gefunden."

Eberl selbst wird sich frühestens Ende der Woche zu Hoeneß‘ Aussagen äußern. Für Begeisterung dürften sie bei ihm aber kaum gesorgt haben, eher im Gegenteil.

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