Relegation live im TV in Sat.1 und im Stream auf JOYN
Spektakel und Drama bleiben aus: VfL Wolfsburg schießt St. Pauli in die 2. Liga
Aktualisiert:
von SIDran Fußball Bundesliga
Bundesliga-Fans bedient: "Frieden des Fußballs bleibt aus"
Videoclip • 02:16 Min
Bis auf einen kurz anweilenden Ausgleich blieb das Drama aus: Der VfL Wolfsburg sichert mit einem souveränen 3:1-Sieg gegen St. Pauli die Relegation.
Dieter Hecking ballte kurz die Fäuste, dann tröstete der Trainer des VfL Wolfsburg die niedergeschlagenen Hamburger. Während im Freudenhaus der Liga nach dem Abstieg des FC St. Pauli zu "You´ll Never Walk Alone" die Tränen flossen, dürfen die Wölfe mehr denn je auf die Rettung hoffen. Nach dem verdienten 3:1 (1:0)-Auswärtserfolg auf dem Hamburger Kiez kann der Werksklub in der Relegation nun den Totalschaden verhindern, den FC St. Pauli beförderte der VfL nach nur zwei Jahren wieder zurück in die 2. Liga.
"Das war jetzt der erste Schritt, es darf aber nicht der letzte sein. Es ist noch nicht zu Ende", sagte VfL-Sportdirektor Pirmin Schwegler bei Sky und fügte mit Blick auf die beiden Entscheidungsspiele an: "Das wird ein Nervenkrimi."
Die 20. Saisonniederlage besiegelte derweil das Schicksal des Teams von Coach Alexander Blessin, dessen Sieglos-Serie von zehn Spielen am Ende den Klassenerhalt kostete. Am Samstag konnte St. Pauli vor 29.546 Zuschauern im ausverkauften Millerntorstadion in der ersten Halbzeit wieder einmal beste Chancen nicht nutzen. "Es hat einfach nicht gereicht. Wir waren in dieser Saison einfach nicht gut genug und sind zu selten an unser Leistungslimit gekommen", sagte Präsident Oke Göttlich.
Für Wolfsburg trafen Konstantinos Koulierakis per Kopf (37.) und Dzenan Pejcinovic (80.), zudem unterlief St. Paulis bis dahin überragenden Keeper Nikola Vasilj ein Eigentor (64.). Die Hoffnung der Gastgeber nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Abdoulie Ceesay (57.) währte nur kurz. In der Schlussphase schoss Wolfsburgs Christian Eriksen einen Handelfmeter (77.) an die Oberkante der Latte.
Viel Zeit zum Durchschnaufen bleibt den Niedersachsen nicht: Das Relegationshinspiel gegen den Zweitligadritten SV Elversberg, Hannover 96 oder SC Paderborn steigt am kommenden Donnerstag in Wolfsburg, die Entscheidung fällt dann auswärts am Montag drauf (beide Spiele jeweils ab live 20.30 Uhr in SAT.1 und auf JOYN).
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Der VfL Wolfsburg hätte auch höher gewinnen können
Der Siegzwang schien die Braun-Weißen zunächst nicht zu lähmen. In der Anfangsphase stand St. Pauli, das aufgrund der schlechtesten Tordifferenz als Schlusslicht in den letzten Spieltag startete, hinten kompakt und setzte nach vorn vereinzelt Nadelstiche. Nennenswerte Chancen für ein dringend benötigtes Tor blieben allerdings aus.
Bis zur 22. Minute, als sich plötzlich die Ereignisse überschlugen. Zunächst war es St. Paulis Joel Fujita, der das Leder aus rund 25 Metern an die Unterkante der Latte hämmerte - und damit den direkten Gegenzug einleitete. Und so stürmte VfL-Stürmer Adam Daghim im Vollsprint über den halben Platz, um dann zehn Sekunden nach dem Fujita-Wumms völlig frei an Vasilj zu scheitern. Nach der folgenden Ecke stand erneut Vasilj im Brennpunkt, als er einen Daghim-Schuss aus kurzer Distanz an die Latte lenkte.
Das Spiel nahm jetzt mal so richtig Fahrt auf, beide Teams legten die anfängliche Zurückhaltung komplett ab. Für Wolfsburg traf Vinicius Souza per Kopf den linken Außenpfosten (33.), St. Pauli kam durch einen Flachschuss von Connor Metcalfe (34.) beinahe zur Führung. Das Tor fiel dann wenig später auf der Gegenseite. Eine weitere Chance von Daghim konnte Vasilj zwar noch entschärfen, den anschließenden Eckball köpfte Koulierakis über die Linie.
St. Pauli blieb mutig - und hätte wenig später durch Andreas Hountondji ausgleichen müssen. Der Angreifer brachte es allerdings fertig, eine flache Hereingabe aus zwei Metern völlig freistehend zu verstolpern. Besser machte es im zweiten Durchgang Ceesay, der für Hountondji zur Pause eingewechselte Stürmer traf nach einer Ecke. Zur tragischen Figur wurde wenig später Vasilj. Der Bosnier faustete sich einen von Eriksen getretenen Eckball selbst ins Netz. Danach übernahm Wolfsburg das Kommando und siegte verdient.
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