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Champions League

FC Bayern München: Manuel Neuer verletzt - Wachablösung durch Jonas Urbig rückt näher

Veröffentlicht:

von Tobias Wiltschek

ran Fußball Bundesliga

FC Bayern: Kapitaler Neuer-Bock! Vincent Kompany reagiert

Videoclip • 01:08 Min


Nach der Verletzung von Manuel Neuer löst sich die Torwart-Debatte bei den Bayern hinsichtlich des Champions-League-Spiels bei Viking Stavanger von allein. Vincent Kompany dürfte dennoch bald knifflige Entscheidungen zu treffen haben.

Manchmal lösen sich Probleme von ganz allein. Vincent Kompany hätte sicherlich die richtigen Worte gefunden, um die Torwart-Diskussion beim FC Bayern vor dem Champions-League-Spiel bei Viking Stavanger (Di., ab 21 Uhr im Liveticker) zu moderieren.

Doch der Coach brauchte erst gar nicht nach den richtigen Worten zu suchen, als er bei der Pressekonferenz gefragt wurde, ob nun Manuel Neuer oder Jonas Urbig auf dem norwegischen Kunstrasen am Dienstag im Tor stehen wird.

"Manuel trainiert heute nicht, er hat etwas am Fuß gespürt. Daher ist die Frage, wer morgen im Tor stehen wird, ganz schnell beantwortet", sagte der Belgier. Die Antwort ist tatsächlich klar: Urbig wird im Spiel beim Champions-League-Neuling zwischen den Pfosten stehen.

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Debatte um Manuel Neuer ist neu entbrannt

Ob der Trainer die Frage allerdings auch so schnell beantwortet hätte, wenn Neuer nicht angeschlagen gewesen wäre? Vermutlich nicht.

Denn seit seinem folgenschweren Patzer im Bundesliga-Spiel beim FC Augsburg ist die Debatte um die Fähigkeiten des mittlerweile 40-Jährigen neu entbrannt. Zumal die verunglückte Aktion vom vergangenen Samstag, die zum schnellsten Bundesliga-Tor der Geschichte führte, nicht Neuers einzige war, in der der einstige Welttorwart schlecht aussah.

Auch den zweiten Gegentreffer hätten die Bayern wohl nicht kassiert, wenn Neuer in der Form früherer Tage gewesen wäre. Einen Distanzschuss wehrte er genau vor die Füße von Torschütze Rodrigo Ribeiro ab.

Nun also nahm die Blessur, die Kompany "nicht mal eine Verletzung nennen" wollte, dem Trainer die Entscheidung in der Torwartfrage ab. Er wolle da kein Risiko eingehen, meinte er. Ob Neuer im Kader steht, wisse er noch nicht. Von Beginn an spiele er aber "sehr wahrscheinlich nicht".

Unabhängig davon kann der Einsatz von Jonas Urbig am Dienstag als weiterer wichtiger Schritt im Prozess der Wachablösung der einst unumstrittenen Nummer 1 gesehen werden.

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Jonas Urbig zuletzt besser in Form als Manuel Neuer

Denn so fehleranfällig wie sich Neuer zuletzt häufiger gezeigt hatte – siehe sein Fehlgriff bei der WM gegen Ecuador oder den Blackout in der vergangenen Champions-League-Saison gegen Real Madrid -, so stark und nahezu fehlerfrei präsentierte sich Urbig.

Geht es nach den zuletzt gezeigten Leistungen, wäre der 23 Jahre alte Neu-Nationalspieler auch ohne Neuers Verletzung die wahrscheinlichere Nummer 1 gewesen. Auch Kompany ist zufrieden mit der Entwicklung des designierten Thronfolgers.

"Er hat ein Pokalfinale gespielt, mehrere Champions League-Spiele. Dass er jetzt Nationalmannschaft spielt, ist eine Folge dieser Entwicklung. Und jede Minute ist gut für seine Entwicklung", sagte der Belgier über den ehemaligen Kölner.

Neuer dürfte mitentscheiden wollen, wie seine Karriere endet

Jede Spielminute von Urbig bedeutet im Umkehrschluss aber auch eine Minute weniger für Neuer – zumindest bei den Bayern.

Neuer selbst hat zwar schon angedeutet, dass er nach dieser Saison wohl seine Karriere beenden werde. Umso mehr dürfte er aber bei der Frage mitreden wollen, wie seine großartige Laufbahn zu Ende geht.

Dass das möglicherweise zu Konflikten bei den Bayern führen kann, fürchtet ausgerechnet der Trainer, der den gebürtigen Gelsenkirchener einst zum Bundesliga-Debüt für Schalke 04 verholfen hat.

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Mirko Slomka verhalf Manuel Neuer vor 20 Jahren zum Bundesliga-Debüt

Bild: Team 2


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Diese Gefahr sieht Neuers Ex-Trainer

"Da stand ein außergewöhnlicher Torwart", sagte Mirko Slomka in seiner Instagram-Kolumne "Der zweite Blick" und betonte: "Dieser Maßstab muss auch heute gelten. Die entscheidende Frage lautet deshalb: Wer ist stark genug, einem so großen Gewinner rechtzeitig zu sagen, wann Schluss ist?"

Angesichts der Fehler in Augsburg stehe sofort die Frage im Raum: "Hat Manuel Neuer seinen Abpfiff verpasst?" Dabei hält Slomka genau die Qualitäten für gefährlich, die Neuer erst zu dem Giganten im Tor gemacht haben, der er lange war.

"Solche Champions haben gelernt, Zweifel zu besiegen, Kritiker zu widerlegen, Grenzen zu verschieben. Warum sollten sie ausgerechnet jetzt glauben, dass eine Grenze endgültig ist?", fragt der 59-Jährige.

Genau das Neuer beizubringen, wird die Aufgabe von Vincent Kompany in den nächsten Wochen und Monaten sein. Nicht immer werden ihm Verletzungen dabei die Entscheidung abnehmen.

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