Champions League
FC Bayern München vs. Paris Saint-Germain - Markus Babbel: "Pavlovic und Kimmich sind nicht da, wo sie sein sollten"
Aktualisiert:
von Martin Volkmarran Fußball
FC Bayern - Vincent Kompany überrascht: "Offensiv-Trio von PSG?"
Videoclip • 02:33 Min
Im ran-Interview nimmt der frühere Weltklasseverteidiger Markus Babbel die Bayern-Abwehr trotz der vielen Gegentore in Schutz und erklärt, was im Rückspiel gegen Paris Saint-Germain besser werden muss.
Als Fußball-Fan war auch Markus Babbel vom 5:4-Erfolg von PSG im Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen den FC Bayern begeistert.
Doch als Ex-Coach und früherer Nationalverteidiger hat er auch einige taktische Schwächen erkannt, die sein früherer Klub im Rückspiel am Mittwoch (ab 21 Uhr im Liveticker) abstellen muss.
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Die Analyse des ran-Experten.
Markus Babbel: Diese Schwäche des FC Bayern ist "seit einigen Wochen auffallend"
ran: Waren Sie auch so begeistert vom Hinspiel oder sehen Sie die Torflut als Trainer und ehemaliger Top-Abwehrspieler auch kritisch?
Markus Babbel: Schlussendlich hat sich das bewahrheitet, was ich vorweg ja schon gesagt habe: Das sind zwei Mannschaften, die nicht darauf ausgelegt sind zu verteidigen, sondern Tore zu machen. Dass es dann so eskaliert, konnte natürlich keiner ahnen. Es hätte ja auch 8:8 oder 9:9 ausgehen können. Aber vom Spielansatz hat es mich nicht überrascht. Auch wenn ich mir vielleicht gewünscht hätte, dass der ein oder andere Mittelfeldspieler etwas disziplinierter seine Position hält.
ran: Was meinen Sie genau?
Babbel: Es ist seit einigen Wochen auffallend, dass sowohl Pavlovic wie auch Kimmich nicht mehr da sind, wo sie eigentlich aufgrund ihrer Position sein sollten. Ich weiß zwar nicht, ob das Vincent Kompany wollte, dass sie nach vorne noch mehr Druck ausüben. Aber dafür fehlte dann die Absicherung vor der Abwehr. Deswegen tue ich mich auch ein bisschen schwer, die Verteidiger zu kritisieren, sowohl von Bayern als auch von PSG. Wenn diese Offensive jedes Mal mit Tempo auf dich zurollen kann, dann ist das wahrlich nicht einfach zu verteidigen.
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Das Problem des FCB gegen PSG ist nicht die Abwehr
ran: Das heißt, Sie sehen das Hauptproblem trotz zuletzt elf Gegentreffern in den vergangenen drei Pflichtspielen nicht bei der Abwehr?
Babbel: Nein. Gerade Upamecano und Tah haben in Paris ein richtig gutes Spiel abgeliefert. Du bist als Verteidiger immer das letzte Glied einer Kette und bekommst dann die Kritik ab. Aber die Fehler sind vorher passiert und die haben PSG genau in die Karten gespielt, weil sie dann mit ihrem Tempo kommen konnten. Das konnten die zwei nicht mehr wegverteidigen. Die gesamte Mannschaft hat im Kollektiv zu viele Fehler in der Vorwärtsbewegung gemacht, die PSG gnadenlos ausgenutzt hat.
ran: Welchen Anteil hatten die Außenverteidiger, die eigentlich zum ersten Mal in dieser Saison der Qualität ihrer Gegenspieler nicht gewachsen schienen?
Babbel: Grundsätzlich spielen Josip Stanisic und Konrad Laimer eine sehr gute Saison, extrem zuverlässig und mit wenigen Fehlern. Aber ich glaube, Stani war an dem Tag nicht bei 100 Prozent und dann wird es gegen einen Kvaratskhelia in Topform natürlich brutal schwer. Der ist im Eins-gegen-eins kaum aufzuhalten und zudem extrem torgefährlich. Aber auf der Gegenseite hat Michael Olise mit Nuno Mendes gefühlt auch gemacht, was er wollte – und der ist einer der besten Linksverteidiger der Welt. Wenn du es nicht schaffst, Stürmer mit dieser Qualität zu doppeln, sind die kaum zu halten. Und deswegen hätte ich mir da eben mehr Unterstützung von Kimmich und Pavlovic gewünscht.
ran: Die beiden defensiven Mittelfeldspieler sollten aus Ihrer Sicht also den Fokus am Mittwoch auf die Rückwärtsbewegung legen?
Babbel: Auffällig sind jedenfalls die vielen Gegentore. Was natürlich zuletzt in der Bundesliga auch daran lag, dass sie nicht mit der besten Mannschaft gespielt haben. Trotzdem haben sie insgesamt zu viele Chancen zugelassen und zu viele Treffer kassiert. Sie müssen gegen PSG nur ein Tor aufholen und dafür brauchst du schon eine gewisse taktische Disziplin, vor allem im defensiven Mittelfeld.
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"Sie hätten in Paris nicht als Verlierer vom Platz gehen müssen"
ran: Würden Sie auch wie etwa Mario Basler deshalb Leon Goretzka statt Pavlovic spielen lassen?
Babbel: Beide sind herausragend gute Fußballer und ich bin großer Goretzka-Fan. Aber was Pavlovic in seinem Alter abreißt, das ist auch sensationell. Er ist unfassbar ballsicher, kann die Bälle super verteilen und ist immer anspielbar. Das ist in dem Alter schon außergewöhnlich. Von daher ist das eine Entscheidung des Trainers und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Vincent Kompany wieder mit Pavlovic anfängt. Zumal er dann mit Goretzka einen torgefährlichen Spieler in der Hinterhand hätte.
ran: Wie lautet Ihre Prognose?
Babbel: Es ist ein 50:50-Spiel. Bayern hat definitiv das Potenzial, sich durchzusetzen. Sie hätten ja schon in Paris nicht als Verlierer vom Platz gehen müssen. Das habe ich sogar nach dem 2:5 gedacht, denn sie waren für mich selbst zu diesem Zeitpunkt die bessere Mannschaft. Aber da hat man eben die brutale Effizienz von PSG gesehen. Von daher braucht man auf diesem Niveau auch das Quäntchen Matchglück und ich hoffe, dass die Bayern das haben werden.
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