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FC Bayern - "Mehr geredet als Fußball gespielt": Uli Hoeneß mit Seitenhieben gegen Müller, Laimer und Tuchel
Aktualisiert:
von Justin Kraftran Fußball
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Videoclip • 01:31 Min
Uli Hoeneß packt in einem großen Interview mal wieder aus. Besonders deutlich wird er bei Thomas Müller, Konrad Laimer und der Transferpolitik des FC Bayern.
Wenn Uli Hoeneß ein Interview gibt, dann reicht das oft für dutzende Schlagzeilen. So auch diesmal wieder.
Der Patron des FC Bayern sprach mit "DAZN" über zahlreiche Themen und nahm wie immer kein Blatt vor den Mund. So erklärte er ausführlich, welche Rolle er für Thomas Müller vorgesehen hatte und immer noch vorsieht.
Aber auch zu tagesaktuellen Themen wie der potenziellen Verlängerung von Konrad Laimer oder der Arbeit von Vincent Kompany hatte der ehemalige Top-Manager viel zu sagen.
Darüber hinaus gab Hoeneß zu, eine Rolle beim Abgang der ehemaligen Teammangerin Kathleen Krüger gespielt zu haben – und kündigte große Änderungen im Aufsichtsrat des Rekordmeisters an.
ran hat die wichtigsten Aussagen des 74-Jährigen zum FC Bayern gesammelt.
Uli Hoeneß über ...
... Thomas Müller: "Thomas hat ja am Schluss mehr geredet als Fußball gespielt. Am Schluss war er nur noch der Pressesprecher und ich habe wirklich mit ihm gar kein Problem. Aber der hat es schon geschickt verstanden, sich persönlich super zu verkaufen, auch zu einem Zeitpunkt, wo er bei uns schon auf der Bank saß."
... Müllers Zukunft: "Er hatte von mir ein Angebot, nachdem er aufgehört hat, irgendwann eine Funktion im Verein zu übernehmen. Ich hatte mir das allerdings etwas anders vorgestellt. Nicht direkt die Vancouver Whitecaps, sondern zunächst einmal ein halbes Jahr Pause – so etwas wie ein Sabbatical. Ich hatte mir gedacht, er geht zum Beispiel sechs Wochen zur NBA, sechs Wochen in die MLS, sechs Wochen in die NFL oder auch zu Vereinen wie Manchester United, die marketingseitig hervorragend aufgestellt sind. Wenn er all diese Eindrücke gesammelt hätte, hätten wir gemeinsam die passende Position für ihn im Verein gesucht."
... eine Rückkehr von Müller: "Dieses Angebot besteht nach wie vor. Das hat er damals vielleicht einmal erwogen, aber jetzt eben nicht mehr. Das kann ich auch gut verstehen, denn ich war ja selbst Spieler. Wenn mir heute jemand sagen würde, es gibt irgendwo noch einen Jungbrunnen und ich hätte die Chance, noch zwei Jahre zu spielen, dann würde ich in zehn Minuten wieder mit dem Training anfangen. Der Beruf des Spielers ist einfach unvergleichlich."
... Konrad Laimers Forderungen: "Wenn man liest, was angeblich über sein Gehalt und seine Forderungen berichtet wird, dann muss man das auch einordnen. Konny ist ein Spieler, den ich sehr schätze. Er ist für die Mannschaft extrem wichtig, genauso für die Außendarstellung des Vereins. Er arbeitet unheimlich viel für das Team. Aber er ist eben nicht Maradona. Und solche Spieler müssen akzeptieren, dass es Grenzen gibt."
... das Angebot des FC Bayern an Laimer: "Was er verdient, können nur sehr wenige Vereine in Europa überhaupt anbieten. Ich weiß nicht, was Max und Christoph (Sportdirektor Freund, Anm. d. Red.) ihm konkret angeboten haben, aber es wird sicher nicht das gewesen sein, was seine Berater zu Beginn gefordert haben. Das hat nichts mit unserer grundsätzlichen Politik zu tun, sondern ist eine realistische Einschätzung seiner sportlichen und wirtschaftlichen Wertigkeit. Die ist hoch, aber eben kein Harry Kane."
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"Tuchel lässt grüßen": Uli Hoeneß mit weiterem Seitenhieb
... den Aufwind unter Vincent Kompany: "Wir haben jetzt eine Mannschaft, die wirklich eine Einheit ist. Man spürt, dass sich die Spieler untereinander verstehen und füreinander einstehen. Wenn einer überspielt wird, ist sofort der Nächste da. Das war in den vergangenen Jahren so nicht der Fall. Wir haben zwar immer guten Fußball gespielt, aber dieses besondere Gefühl, diese Entwicklung, schreibe ich ganz klar unserem Trainer zu. Er hat es geschafft, aus 15, 16 oder 18 sehr guten Einzelspielern ein homogenes Team zu formen."
... Pep Guardiolas Empfehlung bei Kompany: "Er hat uns ganz klar gesagt: 'Den müsst ihr blind nehmen.' Er meinte sogar, wenn wir ihn jetzt nicht verpflichten, sei er in zwei oder drei Jahren bei Manchester City."
... Kompanys seriöse Außendarstellung im Vergleich zu Tuchel: "Was mir besonders gut gefällt, ist, dass die Journalisten in München wieder arbeiten müssen. Denn bei dem einen oder anderen Trainer war es früher so - Tuchel lässt grüßen -, dass man nach einer Pressekonferenz immer eine schöne Geschichte hatte, die aber mit Fußball nichts zu tun hatte. Und jetzt, bei Vincent, müssen sie wieder über Fußball schreiben."
... Sebastian Hoeneß: "Was er in diesem Verein geleistet hat, ist bemerkenswert. Er hat die Mannschaft erstens im Abstiegskampf übernommen, zweitens wurden ihm in den letzten Jahren immer wieder die besten Spieler verkauft. Und trotzdem schüttelt er sich, macht weiter und kommt immer wieder zurück. Also ganz ehrlich: Sebastian hat nach unserem Trainer von mir den größten Respekt."
... Hoeneß als zukünftigen Bayern-Trainer: "Er kommt zumindest mal infrage, aber Kompany kann von mir aus noch fünf oder zehn Jahre hierbleiben."
... seine eigene Zukunft beim FC Bayern: "Der Aufsichtsrat – solange wir gesund sind – wird sicher nicht bis wir 80 oder 85 sind bleiben, auch wenn Edmund Stoiber tatsächlich bis 80 geblieben ist. Aber ich kann mir durchaus vorstellen, es noch die nächsten drei oder vier Jahre zu machen. Ich habe gar keinen festen Zeitplan. Entscheidend ist das Gefühl. Und ihr werdet staunen, was in den kommenden Monaten passiert – besonders im Aufsichtsrat. Wir sind dabei, ein paar Dinge zu verändern, und es geht eindeutig in die richtige Richtung. Sobald alles steht und jüngere Leute, sagen wir so um die 40, die Zügel in die Hand nehmen, dann können wir hoffentlich entspannt zurücklehnen und die Show genießen."
... seinen Einfluss und einen Ratschlag an Kathleen Krüger: "Wissen Sie, in 98 Prozent der Fälle greife ich nicht aus eigener Initiative ein, sondern ich werde darum gebeten. Es ist nicht so, dass ich einfach zum Telefon greife und Manuel Neuer anrufe und sage: 'Manuel, wir müssen uns mal zusammensetzen.' Aber Manuel weiß, dass er, wenn er Rat braucht, jederzeit bei mir anklopfen kann. Genau wie zum Beispiel Frau Krüger, unsere ehemalige Teammanagerin. Sie hat mich erst vor einer Woche angerufen, während ich auf der Massageliege lag, und gefragt: 'Herr Hoeneß, könnte ich ein vertrauliches Gespräch mit Ihnen führen?' Zunächst wusste ich nicht einmal, worum es ging. Dann bin ich zur Säbener Straße gefahren, wo sie mir ihre Situation beim HSV geschildert hat und ich habe ihr meinen Rat gegeben."
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"Heute kann man darüber nur noch lachen"
... Bayerns Transferpolitik: "Ich bin nicht derjenige, der sich selbst oder Karl-Heinz auf die Schulter klopft. Aber natürlich haben wir beide Aspekte immer im Blick gehabt. Es war wichtig, sportlichen Erfolg anzustreben, aber auf Basis einer soliden Finanzwirtschaft. Wir beide, genau wie Herbert Hainer, wussten, dass es ein schwieriges Jahr werden würde. Hätten wir plötzlich mit einem Verlust von 40 oder 50 Millionen dagestanden, hätte jeder gefragt: Was läuft schief bei Bayern München? Das ist ein Faktor, den ein Trainer – und vielleicht noch mehr der Sportdirektor – bedenken muss. Entscheidend war, dass es berücksichtigt wurde. Und wie wir, und insbesondere ich, nach meinem Auftritt bei Doppelpass ausgelacht wurden, als ich sagte, dass Jackson nicht bleiben würde und dass wir wahrscheinlich das beste Transferfenster haben würden, obwohl wir kaum Geld ausgegeben haben. Max wurde sogar von 'Bild' als das schlechteste Transferfenster dargestellt. Heute kann man darüber nur noch lachen. Denn egal, wie es am Mittwoch ausgeht, man sollte sich anschauen, wie diese Saison gelaufen ist."
... seinen Wunschspieler von PSG: "Hakimi. Den würden wir sofort verpflichten, denn er würde gut zu uns passen."
... den Transfer von Michael Olise: "Max Eberl gehört die Anerkennung für die Verpflichtung von Michael Olise, das muss man sagen. Er hat im Wesentlichen diese Entscheidung auf eigene Initiative getroffen, weil wir den Spieler vorher nicht kannten. Wir haben gesagt, wir könnten uns dazu nicht wirklich äußern. Aber wenn du so überzeugt bist – und Christoph Freund war auch involviert, ebenso wie der Trainer, obwohl Vincent damals nach meinem Wissen nicht dabei war –, dann müssen wir das akzeptieren. Genau dafür ist das Management da: Damit sie Entscheidungen treffen können und dürfen."
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