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Bundesliga

FC Bayern München: Konrad Laimers Forderung ist unverschämt - warum der FCB jetzt hart bleiben muss - Kommentar

Veröffentlicht:

von Carolin Blüchel

ran Fußball Bundesliga

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Videoclip • 01:10 Min


Konrad Laimer hat sich mit konstanter Leistung eine Vertragsverlängerung zu verbesserten Bezügen verdient. Seine utopische Gehaltsforderung sprengt jedoch den Rahmen. Ein Kommentar.

Konrad Laimer fordert für eine Vertragsverlängerung beim FC Bayern angeblich nahezu eine Verdopplung seines Gehalts: von rund acht auf bis zu 15 Millionen Euro Jahressalär.

Auch wenn im Fußball bekanntlich vieles möglich ist, scheint im Fall Laimer hier für die Bayern eine Schmerzgrenze erreicht. Dabei hat sich der Rekordmeister die Situation ein Stück weit selbst eingebrockt.

Genauer: Sportvorstand Max Eberl, der bei den jüngsten Abschlüssen mit Dayot Upamecano, Alphonso Davies und Jamal Musiala sehr großzügig gewesen ist. In einem Fall womöglich zu sehr.

Upamecano als Blaupause

Beim Upamecano-Poker ließen sich die Bayern über Monate auf der Nase herumtanzen. Der Franzose forderte rund 20 Millionen Euro Jahresgehalt, ein üppiges Handgeld und eine Ausstiegsklausel. Er ließ sogar ein Ultimatum verstreichen - und bekam am Ende fast alles.

Genau hier liegt das Problem. Solche Entscheidungen setzen Maßstäbe und senden Signale, weshalb es nur logisch ist, dass Laimer jetzt selbst versucht, das Maximum für sich herauszuholen.

Argumente hat er zweifelsohne. Laimer gehört zu den Leistungsträgern, spielt konstant gut, leistet sich kaum Ausrutscher und ist extrem flexibel: egal ob rechts hinten, links hinten oder im Mittelfeld.

Der Österreicher ist zwar kein Superstar und Werbemagnet, wegen dem die Fans ins Stadion strömen - aber eben einer, der andere besser macht. Manchmal ist das fast noch wertvoller.

Dass Luis Diaz oder Michael Olise auf den Flügeln so brillieren, liegt zu einem großen Teil auch am blinden Verständnis mit Laimer.

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Knappheit als Argument

Außerdem weiß der 28-Jährige: Sein Spielertyp ist kein Massenmarkt. Hochkarätige Außenverteidiger - besonders auf der rechten Seite - sind im Weltfußball rar gesät. Und weil Marktwirtschaft auch im Fußball gilt, treibt Knappheit den Preis.

Eine Gehaltserhöhung hätte er daher absolut verdient. Vielleicht sogar eine deutliche. Aber knapp 100 Prozent mehr?

Das ist nicht mehr nur Verhandlungspoker, das ist ein sehr selbstbewusstes Signal - gepaart mit einer ordentlichen Portion Unverschämtheit.

Strategisch unklug ist es außerdem.

Hätte Laimer nicht ganz so viel gefordert, vermutlich hätten die Bayern nicht sofort reflexartig auf stur gestellt.

Wertschätzung ist keine Einbahnstraße

Die geforderte Gehaltsexplosion sei eine Frage der Wertschätzung, heißt es dann immer. Und natürlich spiegelt sich Wertschätzung auch im Fußball in Einkommen wider.

Aber wer derart über das Ziel hinausschießt, stellt nicht nur seinen eigenen Wert heraus, sondern bringt auch den Klub in eine schwierige Lage. Zumal die weltwirtschaftlichen Entwicklungen auch vor großen Fußballklubs nicht haltmachen.

Gut möglich, dass Laimers fehlendes Fingerspitzengefühl - manche nennen es Dreistigkeit - die Bayern dazu bewogen hat, jetzt ein Exempel zu statuieren.

Und deshalb spielen die Münchner jetzt auf Zeit. Eile besteht sowieso nicht. Laimers Vertrag läuft bis 2027. Weil er einst ablösefrei aus Leipzig kam, entsteht auch kein wirtschaftlicher Druck, ihn vorzeitig verkaufen zu müssen. Das stellte Eberl zuletzt klar.

Die Bayern können also in aller Ruhe den Markt sondieren und abwarten. Gerade in einem WM-Jahr tut sich viel. Nachjustieren und Laimers Forderungen doch noch erfüllen, könnten sie in einem Jahr immer noch.

Für Bayern geht es um das richtige Signal

Überhaupt ist das Risiko für Laimer ungleich größer als für die Bayern: Was, wenn die Form nachlässt, das System sich ändert oder er sich verletzt?

Unter Vincent Kompany wirkt er wie maßgeschneidert. Ob das überall so wäre, weiß niemand - auch er selbst nicht. Denn Laimer braucht schon auch die passende Mannschaft, um zu glänzen.

Keine Frage: Auf den ersten Blick wirkt es trotzdem falsch, dass Bayern ausgerechnet bei Mr. Zuverlässig hart bleibt. Zu wichtig ist er für das System. Zu schwer wiegt sein möglicher Verlust.

Aber für den Rekordmeister geht es längst um mehr als nur einen Spieler. Es geht um die richtige Botschaft. Wenn der Klub jetzt keine rote Linie zieht, kommt die nächste Forderung garantiert.

Deswegen scheint Bayern entschlossen, sich diesmal nicht noch einmal vorführen zu lassen. Das ist konsequent und vermutlich finanziell vernünftig. Auch wenn es am Ende weh tun sollte.

Immerhin bleibt die Hintertür noch eine ganze Weile offen und ein Happy End längst nicht ausgeschlossen. Denn ein Ultimatum hat es bislang nicht gegeben.

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