Fußball
Frauen-Bundesliga - FC Bayern München und VfL Wolfsburg mit klarem "Nein" zu Playoff-Plänen: "Nicht im Sinne des Sports"
Aktualisiert:
von Melanie Sigmuntran Fußball Bundesliga
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Der FC Bayern München und VfL Wolfsburg sprechen sich gegen die Playoff-Pläne der Frauen-Bundesliga im Rahmen sinkender Erlöse aus.
Die zuletzt laut gewordenen Pläne der Frauen-Bundesliga, Auf- und Absteiger zukünftig in Playoff- und Entscheidungsspielen zu ermitteln, sorgen vor allem bei den Liga-Giganten für mächtig Unmut.
Sowohl der FC Bayern München als auch der VfL Wolfsburg lehnen dieses Vorhaben entschieden ab. Nun äußerten sich Vertreter beider Klubs erstmals zu den Plänen der FBL.
Bayern-Direktorin Bianca Rech fand gegenüber der "BILD" deutliche Worte gegen die Reformbestrebungen der Liga: "Wir als FC Bayern sprechen uns aus mehreren Gründen gegen Play-offs aus. Play-offs bedeuten eine Abwertung der Liga und der zuvor absolvierten Saison. Der Versuch, die Attraktivität der Liga allein durch K.o.-Spiele am Saisonende zu steigern, greift aus unserer Sicht zu kurz".
Daneben sieht sie vielmehr die Vereine in der Pflicht, für mehr Attraktivität in der Liga zu sorgen: "Vielmehr müssen alle Vereine bereit sein, in ihre Infrastruktur, ihre Mannschaften und ihre Talentförderung zu investieren, damit der reguläre Spielbetrieb Woche für Woche für sportliche Highlights, Spannung sowie interessante Geschichten und Gesichter sorgt."
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Frauen-Bundesliga- Rech sieht erhöhtes Gesundheitsrisiko für Spielerinnen
Die neue Reform soll ab der Saison 2027/28 in Kraft treten. Durch Playoffs und eine Abstiegsrelegation erhofft man sich eine Steigerung der Attraktivität der Frauen-Bundesliga, die bei der nächsten Vergabe der Medienrechte für eine stärkere Verhandlungsposition der Liga sorgen und neue Medienpartner anziehen soll. Das Vorhaben könnte demnach die klare Dominanz der beiden Reform-Gegner, die die letzten 14 Meisterschaften gewannen, beenden.
"Auch aus sportlicher Perspektive sind Play-offs nicht zu begrüßen", so Rech weiter. Vor allem die Vereine, die die Bundesliga international vertreten, würden durch die Reform benachteiligt werden:
"Es sind die deutschen Top-Klubs, die durch gute Ergebnisse in den europäischen Wettbewerben dafür sorgen, dass wir möglichst viele Startplätze in der Champions League erhalten. So bleibt unsere Liga für internationale Top-Spielerinnen attraktiv, und alle Vereine profitieren davon auf mehreren Ebenen. Sollen ausgerechnet jene Klubs und Spielerinnen, die den deutschen Frauenfußball in der K.o.-Phase der Champions League international vertreten, zusätzliche Spiele zugemutet werden?", betonte die Bayern-Direktorin.
Des weiteren sieht Rech Probleme in der Belastungssteuerung der Spielerinnen. Die ohnehin schon hohe Anzahl an Spielen würde durch das Vorhaben der FBL ansteigen, wodurch auch das Verletzungsrisiko zunehmen könnte: "Auch geht es im Kern um die Gesundheit von Nationalspielerinnen, deren Belastung ohnehin stetig steigt und die Deutschland oder andere Nationen bei großen Turnieren repräsentieren. All diese Punkte sind Gründe dafür, dass auch viele andere Top-Ligen am Ende zu dem Schluss gekommen sind, keine Play-offs einzuführen."
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Frauen-Bundesliga: Sinkende Erlöse als Reform-Auslöser
Grund für die Reformvorhaben soll ein schwindendes Interesse an der Liga sein und damit auch sinkenden Einnahmen. So befürchte man einen Rückzug bisheriger Medien- und Werbepartner.
Magenta biete laut "SPORT BILD" bei der nächsten Rechtevergabe nicht mehr Geld als zuvor und "DAZN" und "SPORT1" scheinen sich nach Ablauf der kommenden Saison komplett aus dem Frauen-Fußball zurückziehen zu wollen. Auch "ARD" und "ZDF" können ihre Angebote nicht erhöhen.
Viele Stars verlassen die Bundesliga mittlerweile in Richtung Ausland und auch für den anstehenden Supercup zwischen den Münchnerinnen und den Wolfsburgerinnen kommenden Samstag wurden bisher weniger als 10.000 Tickets verkauft.
Trotz der Bedenken der Liga sorgen die Pläne der FBL vor allem bei den Aushängeschildern der Frauen-Bundesliga für mächtig Gegenwind. Diese befürchten im Falle einer Reform große Nachteile für Liga und Spielerinnen.
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Dieter Hecking: Reformvorhaben der Frauen-Bundesliga ist "kontraproduktiv"
Dieter Hecking, Geschäftsführer des VfL Wolfsburg, spricht sich ebenfalls gegen die geplanten Reformen aus.
Der 61-Jährige sieht zwar Handlungsbedarf, um die Verhandlungsposition der Frauen-Bundesliga vermarktungstechnisch zu stärken, hält die Reformversuche jedoch für den falschen Weg: "Um die Erlöse aus der Vermarktung der TV-Rechte signifikant zu steigern, müssen wir auch über kreative, innovative Ansätze nachdenken. Das steht außer Frage. Die Einführung von Play-offs ist aus unserer Sicht aber eher ein kontraproduktiver Eingriff in den Wettbewerb".
Und weiter: "Die Liga-Phase verliert sportlich an Wert, und es ist möglich, dass nicht die beste Mannschaft der Saison Meister wird. Das kann nicht im Sinne des Sports sein", stellte Hecking klar.
Auch er sieht gesundheitliche Probleme, als mögliche Folge einer erhöhten Belastung durch mehr Spiele: "Darüber hinaus sollten wir auch die Belastung der Spielerinnen im Blick haben. Die Play-offs würden in eine Phase der Saison fallen, in der insbesondere die Top-Spielerinnen bereits physisch extrem gefordert sind. Ich bin auch gespannt, wie sich die Play-offs im ohnehin schon vollgepackten Rahmenterminkalender darstellen lassen."
Laut Bayerns Vorstandsvorsitzendem Jan-Christian Dreesen solle es durchaus Klubs geben, welche die Reformbestrebungen befürworten, ohne konkrete Namen zu nennen. Sollte es bei der Versammlung der Bundesliga-Vereine am 30. November somit zu einer Abstimmung kommen, könnten die Liga-Granden überstimmt werden. Wer sich am Ende für den neuen Bundesliga-Modus ausspricht, bleibt abzuwarten.
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