Nations League
DFB-Team vs. Niederlande - aberkanntes Oranje-Tor "kein Foulspiel": Schiedsrichter-Experte Urs Meier über Klopp-Debüt
Aktualisiert:
von Oliver Jensen:newstime
Oranje-Kapitän nach Klopp-Debüt: Deutscher Treffer eine "Schande"
Videoclip • 01:06 Min • Ab 12
Das Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden war von zwei strittigen Szenen geprägt. Der frühere Schiedsrichter Urs Meier bewertet die Situationen im ran-Interview und kritisiert die neue Regel.
Nach dem 1:1 zwischen Deutschland und der Niederlande begannen die Diskussionen. Die "Elftal" fühlte sich gleich zweimal benachteiligt.
In der 15. Minute wurde ein vermeintlicher Treffer durch Virgil van Dijk aberkannt, weil der Niederländer Brian Brobbey den deutschen Torwart Marc-Andre ter Stegen behindert haben soll.
DFB-Team - "Absolute Schande": Niederländer wittern Skandal bei DFB-Treffer
DFB-Team: Bringt ausgerechnet Jürgen Klopp jetzt Florian Wirtz in die Spur?
Auch der deutsche Treffer durch Felix Nmecha löste Diskussionen aus. Das DFB-Team spielte weiter, obwohl Brobbey kurz zuvor zu Boden gegangen war.
Der frühere FIFA-Schiedsrichter Urs Meier ordnet die umstrittenen Situationen im ran-Interview ein.
Kommende Livestreams auf Joyn
Urs Meier über Niederlande Treffer: "Kein aktives Foulspiel"
ran: Herr Meier, fangen wir chronologisch an: War es aus Ihrer Sicht richtig, das Eckballtor wegen einer Behinderung des deutschen Torhüters Marc-Andre ter Stegen abzupfeifen?
Urs Meier: Nein, für mich war das nicht richtig. Ich weiß nicht, was der Niederländer groß gemacht haben soll, außer dort zu stehen. Für mich war das kein aktives Foulspiel. Wenn man das alles pfeifen möchte, müsste man eigentlich jede solche Situation pfeifen. Dann könnte man den Fünfmeterraum gleich zum Schutzraum des Torhüters erklären.
Niederlande vs. Deutschland: Van Dijks Treffer zählte nicht
Bild: Eibner
Ex-Schiedsrichter Urs Meier: "Der Fußball entwickelt sich da in eine falsche Richtung"
ran: Es gibt die Regel, dass es ein Foul sein kann, wenn ein Spieler den Torhüter nur irritieren und gar nicht zum Ball will. Wird sie Ihrer Meinung nach zu eng ausgelegt?
Meier: Ja gut, jetzt muss der Schiedsrichter auch noch entscheiden, ob der Spieler zum Ball will oder nicht. Dann haben die Schiedsrichter noch mehr zu tun. Der VAR kommt dadurch noch häufiger zum Einsatz, während die UEFA, glaube ich, will, dass er seltener zum Einsatz kommt. Das würde sich also in die falsche Richtung entwickeln. Das Problem ist auch, dass Torhüter das ausnutzen können. Nach dem Motto: Ich renne kurz in den Stürmer oder Angreifer hinein, lasse mich fallen, und dann wird schon gepfiffen. Der Fußball entwickelt sich da in eine falsche Richtung.
DFB-Team: Jürgen Klopp stichelt nach Niederlande-Ausgleich gegen Sohn von Ex-Bayern-Star
Tzolis, Karetsas, Pavlidis: Griechenlands Offensive hat es in sich
ran: Inwiefern?
Meier: Fußball ist nun einmal eine Kontaktsportart. Man hat Körperkontakt und darf den Körper einsetzen. Der Torhüter hat im Fünfmeterraum keinen eigenen Schutz. Den hat er noch nie gehabt, und hoffentlich wird er ihn auch nicht bekommen. Was wir in dieser Szene gesehen haben, war für mich normaler Fußball.
Mehr Fußball-Videos

ran Fußball
DFB-Team: Fans sehen Kritikpunkt beim neuen Trikot - "Was soll das?"
Videoclip • 01:26 Min

ran Fußball
FC Barcelona: Darum ist Rodri von Flicks Training überrascht
Videoclip • 01:02 Min

RAN FUSSBALL: U21
Tom Bischof im ran-Interview: So läuft es für ihn in zwei Nationalmannschaften
Videoclip • 07:01 Min
DFB-Tor vs. Niederlande: Es war "richtig", weiterzuspielen
ran: Kommen wir zu dem Tor, das Deutschland anschließend erzielt hat. Die Niederländer haben sich darüber aufgeregt, dass Deutschland weitergespielt hat, obwohl ein Spieler am Boden lag. Wie sehen Sie das?
Meier: Ich bin der Meinung, dass es richtig war, weiterzuspielen. Bei der Weltmeisterschaft hat man wieder gesehen, dass weitergespielt wird. Dieses Liegenbleiben will man nicht mehr; zum Teil wollen es auch die Spieler nicht mehr. Wenn einer am Boden liegt, soll man weiterspielen. Eine Kopfverletzung ist etwas anderes. Auch wenn ganz klar eine schwere Verletzung vorliegt, ist das etwas anderes. Dann muss aber der Schiedsrichter das Spiel unterbrechen. Darüber müssen die Spieler eigentlich gar nicht entscheiden.
ran: Das soll der Schiedsrichter machen …
Meier: Genau. Bei einer Kopfverletzung oder einer schweren Verletzung soll er unterbrechen. Aber das macht dann der Schiedsrichter. Ansonsten sollten wir es wieder so halten wie vor einigen Jahren: Solange der Schiedsrichter nicht unterbricht, wird weitergespielt. Es ist nicht Sache der Spieler, den Ball ins Aus zu spielen. Das hat man bei der Weltmeisterschaft übrigens auch nicht gemacht; man hat immer weitergespielt. Das ist richtig so. Es sorgt auch für attraktiveren Fußball - dafür, dass das Spiel nicht wegen jedes Spielers unterbrochen wird, der am Boden liegt. Die Deutschen haben sich da absolut richtig verhalten.
Auch interessant: DFB-Team - Jürgen Klopp bekommt besonderes Geschenk von van Dijk: "Das hier ist für dich, Boss" Und: DFB-Team - Debüt von Jürgen Klopp zeigt: Das größte Problem ist nicht die Taktik
Dir gefallen ran-News?
Mehr Fußball-News

3. Liga
Wacker Burghausen vs. 1860 München live: Wird das Spiel im Free-TV und Joyn-Stream übertragen?

Nations League
Drei Änderungen in Startelf: So könnte Klopp gegen Griechenland aufstellen

Nations League
Wirtz massiv in Kritik: Sorgt Klopp für den Wendepunkt?

U21 EM
Malta vs. Deutschland: U21-EM-Qualifikation - alle Infos zur Übertragung im Free-TV, im Joyn-Livestream & Ticker

Nations League
Verwirrung um Oranje-Tor: Treffer nicht wegen Foul aberkannt

Nations League
Nächste Aufgabe für Klopp: Griechenlands Offensive hat es in sich





















