Fußball
DFB-Team: Niederlande-Tor bei Debüt von Jürgen Klopp nicht wegen Foul an ter Stegen aberkannt
Aktualisiert:
von SID/ran.deran Fußball
DFB-Team: Fans sehen Kritikpunkt beim neuen Trikot - "Was soll das?"
Videoclip • 01:26 Min
Das Unentschieden der DFB-Auswahl gegen die Niederlande sorgt im Nachgang für Ärger. Oranje ärgert sich über den nicht gegebenen Treffer - doch der wurde nicht wegen eines Fouls aberkannt.
Der aberkannte Führungstreffer der Elftal gegen Deutschland hat in den Niederlanden für Diskussionen gesorgt - zum Unverständnis von Bundestrainer Jürgen Klopp.
Neben dem niederländischen Kapitän Virgil van Dijk äußerten insbesondere frühere Nationalspieler scharfe Kritik.
"Das ist eine absolute Schande", wetterte Rafael van der Vaart als "NOS"-Experte angesichts der Szene in der 15. Minute.
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Van der Vaart über ter Stegen: "War einfach eine sehr schwache Torwartleistung"
Was war passiert? Brian Brobbey hatte sich Marc-Andre ter Stegen bei einer Ecke in den Weg gestellt, der DFB-Torhüter griff daneben, als van Dijk per Kopf traf. Der spanische Schiedsrichter Alejandro Hernandez entschied nach Ansicht der Videobilder vermeintlich auf Foul.
"Es ist unglaublich", schimpfte der 109-malige Nationalspieler van der Vaart. Brobbey mache "ja kaum etwas. Man darf sich natürlich berühren. Der Torwart darf nicht machen, was er will. Es war einfach eine sehr schwache Torwartleistung." Dem schloss sich Ex-Profi Ronald de Boer an: "Das war kein grobes Foul, das ist völlig unfair." Laut van Dijk sei der Treffer "sehr leichtfertig" aberkannt worden.
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DFB gegen Niederlande: Aberkannter Treffer wegen Abseits, nicht wegen Foul
Wie der DFB dem "kicker" nun bestätigte, lag der eigentliche Grund jedoch woanders: Brobbey stand im Moment von van Dijks Kopfball im Abseits.
Dabei griff der Mann aus der Premier League ins Geschehen ein, indem er ter Stegen die Sicht nahm und dessen Bewegungsfreiheit einschränkte.
Genau das macht aus einer zunächst inaktiven Abseitsposition eine strafbare.
Hätte van Dijk den Ball nicht berührt und er wäre in die lange Ecke reingefallen, hätte es sich um ein reguläres Tor gehandelt. Bei Eckbällen gibt es kein Abseits, da der Ball quasi von der Torauslinie ins Zentrum geschlagen wird.
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DFB-Tor: Jürgen Klopp verteidigte umstrittene Entscheidung
Klopp verteidigte die Entscheidung und sah ein Foul. Brobbey sei "fast viereckig, Marc kommt nicht dran vorbei", sagte er bei "RTL": "Es ist eine tolle Ecke, aber es ist ein Foul."
Auch dass sein Team vor dem 1:0 durch Felix Nmecha weitergespielt hatte, verteidigte der Bundestrainer: "Die Regel ist auch da so: Es wird weitergespielt. Die Jungs werden aufgefordert, den Ball nicht rauszuspielen. Wir nutzen die Situation grandios."
Als "unsportlich" bezeichnete dagegen van der Vaart das Verhalten der deutschen Mannschaft beim Führungstreffer. Brobbey hatte im Mittelkreis am Boden gelegen, das DFB-Team ließ den Ball weiterlaufen. Dennoch hätte die Elftal "weiterspielen" müssen: Joshua Kimmich tue so, "als wolle er den Ball wegschießen, und alle hören auf", kritisierte van der Vaart.
DFB-Team vs. Niederlande: Diese Szene sorgte für Wirbel - das Tor zählte nicht
Bild: Matthias Koch
Joshua Kimmich kontert Virgil van Dijk
Kimmich selbst hatte eine andere Sicht auf die Geschehnisse. "Generell ist es die Aufgabe des Schiedsrichters, das Spiel zu unterbrechen. Das tut er vor allem, wenn ein Spieler eine Kopfverletzung hat. Wenn das nicht der Fall ist, geht das Spiel weiter. Dementsprechend haben wir zu Recht weitergespielt", sagte der Mittelfeldspieler.
"Es gibt keine Regel, dass der Ball ins Aus gespielt werden soll. Speziell seit dem Sommer gibt es neue Regeln, die dafür sorgen, dass der Spielfluss erhalten bleibt, dass der Ball schneller ins Spiel kommt und man nicht mehr so die Möglichkeit hat, auf Zeit zu spielen."
Darauf angesprochen, dass van Dijk das Tor als "Schande" bezeichnete, sagte Kimmich nach einem kurzen Überlegen, dass dies "keine reflektierende Antwort von ihm" sei.
Auch interessant: Kommentar: Ter Stegens Leistung muss nachdenklich stimmen Und: Pressestimmen zu Jürgen Klopps DFB-Debüt vs. Niederlande: "Inszenierte sich als Ein-Mann-Theater"
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