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UEFA Nations league

Niclas Füllkrug beim DFB in misslicher Lage: Der große Nagelsmann-Verlierer

Aktualisiert:

von Tobias Hlusiak

Training der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft Bundestrainer Julian Nagelsmann. Training der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft vor dem Spiel der UEFA Nations League gegen Bosnien und Herzegowina auf dem DFB-Campus in Frankfurt am Main am 12. November 2024., Frankfurt am Main Hessen Deutschland DFB-Campus *** Training of the German national soccer team National coach Julian Nagelsmann Training of the German national soccer team before the UEFA Nations League match against Bosnia and Herzegovina at the DFB Campus in Frankfurt am Main on November 12, 2024 , Frankfurt am Main Hessen Germany DFB Campus

Bild: IMAGO/Kessler-Sportfotografie


Vor den Länderspielen gegen Bosnien und Herzegowina und Ungarn musste Bundestrainer Julian Nagelsmann einige Absagen hinnehmen. Auch Niclas Füllkrug ist nicht dabei. Der Stürmer ist aktuell ein Fan-Liebling a.D. - außer Dienst. Seine Lage ist bedenklich.

Von Tobias Hlusiak

Seit mehr als zwei Monaten hat Niclas Füllkrug kein Fußballspiel mehr absolviert.

Am siebten September, als die Nationalmannschaft in einem mitreissenden Spiel Ungarn mit 5:0 schlug, stand der Mittelstürmer für 60 Minuten auf dem Platz.

Er erzielte - natürlich - ein Tor. Es war das 14. in seinem 22. Länderspiel. Danach begann eine Leidenszeit, die noch immer andauert.

Wegen einer empfindlichen Reizung der Achillessehne ist Füllkrug zum Zuschauen verdammt. "Es gab Komplikationen", gab Julien Lopetegui zuletzt zu.

Der Spanier ist seit vergangenem Sommer Vereinstrainer des Deutschen bei West Ham United. Mit dem Wechsel zum Premier-League-Klub wollte Füllkrug einen großen Schritt in seiner Karriere gehen.

Nun wirkt es so, als ginge dieser in die falsche Richtung.

Bislang kommt der Mittelstürmer in vier Spielen auf insgesamt 137 Einsatzminuten für die Londoner. Drei Mal in der Liga, einmal im Pokal.

Ein Tor gelang ihm noch nicht.

Dabei waren Erwartungen und Vorfreude gleichermaßen groß gewesen, als der 31-Jährige für 27 Millionen Euro von Borussia Dortmund zu West Ham wechselte.

Ihm eilte ein exzellenter Ruf voraus. Ehrliche Arbeit, Mentalität, Führungsstärke und ein ausgeprägter Torriecher. Das kommt an im oberen Mittelfeld der englischen Eliteklasse.

Füllkrug hatte das Potential, zum Publikumsliebling zu werden. Er hat es immer noch. Bislang aber ist er eher ein Sorgenkind.

Und auch sein Verein sorgt sich. Nach elf Spieltagen belegt man einen enttäuschenden 14. Platz in der Tabelle. Es wird diskutiert - über Trainer Lopetegui, der erst im Juli übernahm. Aber auch über Füllkrug.

Zuletzt kamen Gerüchte auf, man wolle sich schon im Wintertransferfenster wieder vom Deutschen trennen. Ein Schritt zu dem es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht kommen wird.

Und dennoch bleibt ein negatives Grundgefühl.

Füllkrug wollte sein DFB-Standing stärken

Dabei schien der Transfer auf die Insel gut durchdacht.

Nachdem der BVB in Serhou Guirassy einen neuen zentralen Angreifer verpflichtet und Füllkrug vor die Nase gesetzt hatte, orientierte sich dieser um.

Bei West Ham fand er eine lohnenswerte Aufgabe, die Erfüllung seines niemals aufgegebenen Traums von der Premier League und obendrein ein deutlich höheres Gehalt.

Auch die WM 2026 - Füllkrugs Fernziel - war mit eingepreist. Eine "zentrale Rolle" sollte es sein, Spielpraxis und Erfolgserlebnisse. Alles, um den Status als Nummer eins im DFB-Sturm zurückzugewinnen.

Den hatte er im Frühjahr eingebüßt.

Bundestrainer Nagelsmann entwickelte einen neuen Plan, setzte - auch bei der EM - auf Kai Havertz in der zentralen Angriffsposition.

"Er bringt eine Komponente rein, die wir sonst wenig haben", begründete der Bundestrainer seine Entscheidung. Konkret: "Tempo in die Tiefe."

Füllkrug blieb aber erster Ansprechpartner, wenn man einen "Brecher" benötigte. So kam er auf seine Einsätze und Tore.

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Verliert Füllkrug den Anschluss?

Dass dies auch nach überstandener Verletzungszeit so sein wird, ist nicht mehr in Stein gemeisselt. Die Situation hat sich geändert.

Nagelsmann kann sich mittlerweile sogar erlauben, Havertz etwas zurückzuziehen. Denn Alternativen sind in großem Umfang vorhanden.

Gegen Bosnien dürfte Mönchengladbachs Tim Kleindienst, der im Hinspiel sein Debüt gefeiert hatte, erneut Spielzeit bekommen. Der Borussepräsentierte sich in der Bundesliga zuletzt in Top-Form.

Deniz Undav musste kurzfristig absagen. Aber auch er hat sich entwickelt und darf berechtigte Ansprüche stellen.

Und dann sind da auch noch Serge Gnabry oder Rückkehrer Leroy Sane, die ihre Stammposition zwar auf dem Flügel haben, aber sturmerprobt sind. In der Hinterhand hat Nagelsmann die diesmal nicht nominierten Jonathan Burkardt oder Maximilian Beier.

Kein Wunder, dass niemand über frühere Turnierteilnehmer wie Timo Werner, Kevin Volland oder Youssoufa Moukoko spricht. Und erst recht keiner jammert.

Deutschlands Rekordspieler: Nationalspieler mit den meisten Einsätzen - Joshua Kimmich erreicht Meilenstein

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  • Karl-Heinz Rummenigge

    Platz 20 (geteilt): Karl-Heinz Rummenigge
    Länderspiele: 95
    Länderspiel-Tore: 45

    Bongarts

  • Platz 6 - Sepp Maier

    Platz 20 (geteilt): Sepp Maier
    Länderspiele: 95
    Länderspiel-Tore: 0

    Imago

  • Berti Vogts (BR Deutschland) gegen Johan Cruijff (Niederlande)

    Rang 18: Berti Vogts
    Länderspiele: 96
    Länderspiel-Tore: 1

    Horstmüller

  • Michael Ballack

    Rang 17: Michael Ballack
    Länderspiele: 98
    Länderspiel-Tore: 42

    getty

  • Kimmich

    Rang 15 (geteilt): Joshua Kimmich
    Länderspiele: 100
    Länderspiel-Tore: 7

    IMAGO/Revierfoto

  • Hans-Jürgen "Dixie" Dörner verstorben

    Rang 15 (geteilt): Hans-Jürgen Dörner
    Länderspiele: 100 (für die DDR)
    Länderspiel-Tore: 9

    FIRO/FIRO/SID/

  • HAESSLER/FUSSBALL: DFB - NATIONALMANNSCHAFT

    Rang 14: Thomas Häßler
    Länderspiele: 101
    Länderspiel-Tore: 11

    Bongarts

  • Joachim Streich

    Rang 13: Joachim Streich
    Länderspiele: 102 (für die DDR)
    Länderspiel-Tore: 55

    Imago

  • Franz Beckenbauer

    Rang 12: Franz Beckenbauer
    Länderspiele: 103
    Länderspiel-Tore: 14

    imago/WEREK

  • Per Mertesacker

    Rang 11: Per Mertesacker
    Länderspiele: 104
    Länderspiel-Tore: 4

    2014 Getty Images

  • Jürgen Kohler

    Rang 10 (geteilt): Jürgen Kohler
    Länderspiele: 105
    Länderspiel-Tore: 2

    Bongarts

  • Jürgen Klinsmann

    Rang 9: Jürgen Klinsmann
    Länderspiele: 108
    Länderspiel-Tore: 47

    imago sportfotodienst

  • Philipp Lahm

    Rang 8: Philipp Lahm
    Länderspiele: 113
    Länderspiel-Tore: 5

    2014 Getty Images

  • imago images 1046354925

    Rang 7: Toni Kroos
    Länderspiele: 114
    Länderspiel-Tore: 17

    IMAGO/Ulmer/Teamfoto

  • Bastian Schweinsteiger

    Rang 6: Bastian Schweinsteiger
    Länderspiele: 121
    Länderspiel-Tore: 24

    2016 Getty Images

  • imago images 1046354878

    Rang 5: Manuel Neuer
    Länderspiele: 124
    Länderspiel-Tore: 0

    IMAGO/Ulmer/Teamfoto

  • Lukas Podolski

    Rang 4: Lukas Podolski
    Länderspiele: 130
    Länderspiel-Tore: 49

    2016 Getty Images

  • imago images 1046353882

    Rang 3: Thomas Müller
    Länderspiele: 131
    Länderspiel-Tore: 45

    IMAGO/Crystal Pix

  • Miroslav Klose

    Rang 2: Miroslav Klose
    Länderspiele: 137
    Länderspiel-Tore: 71

    2014 Getty Images

  • Lothar Matthäus

    Rang 1: Lothar Matthäus
    Länderspiele: 150
    Länderspiel-Tore: 23

    imago sportfotodienst


Füllkrug: Rückkehr auf den Platz steht bevor

Ein Wort des Jammerns wird man auch von Füllkrug nicht hören. Das hat er noch nie gemacht.

Stattdessen dürfte sich "Lücke" voll reinhängen und unter Einsatz aller Kräfte dafür kämpfen, dass das Kapitel West Ham im zweiten Anlauf doch noch eine Erfolgsgeschichte wird.

Seine Rückkehr auf den Trainingsplatz ist für nach der laufenden Länderspielpause angedacht. Ob Lopetegui dann noch Trainer der Hammers ist, scheint mindestens fraglich.

Dieser Tage findet eine große Zwischenanalyse in der Chefetage statt. Ausgang: offen.

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