Premier League
Premier League: Im Finanzskandal um Manchester City muss die Liga zum Äußersten greifen - ein Kommentar
Aktualisiert:
von Tobias Wiltschekran Fußball
Manchester City schuldig gesprochen! Fans fassungslos
Videoclip • 01:34 Min
Mit milliardenschweren Finanztricks hat Manchester City nach Erkenntnissen einer unabhängigen Kommission jahrelang die Premier League an der Nase herumgeführt. Dieses beispiellose Vergehen muss die härteste Strafe zur Folge haben.
Endlich hat sich nun also auch die Premier League im Fall Manchester City geäußert. Was die englische Top-Liga am Dienstagabend veröffentlichte, dürfte dennoch keinen mehr verwundert haben.
Denn dass die Skyblues nach Ansicht einer unabhängigen Kommission in über 100 Fällen gegen die Finanzvorschriften der Premier League verstoßen haben, war bereits vorher bekannt geworden.
Umso mehr drängt sich nun die Frage auf, wie das Verfahren weitergeht, das Liga-Boss Richard Masters als "das bedeutendste in der Geschichte der Premier League" bezeichnet hat.
Oder anders gefragt: Mit welchen Konsequenzen muss ManCity jetzt rechnen? Diese Frage ist schon deshalb nicht so leicht zu beantworten, weil es eben noch keinen vergleichbaren Fall im englischen Profifußball gab.
Kommende Fußball-Livestreams auf Joyn
Bald verfügbarHeute, 17:45 Uhr • Fussball
DFB-PK mit Klopp im Livestream: Wer wird Kapitän, was ist mit Schlotterbeck?
75 Min
Bald verfügbarHeute, 17:45 Uhr • Fussball
DFB-PK mit Klopp im Livestream: Wer wird Kapitän, was ist mit Schlotterbeck?
75 Min
Bald verfügbarDonnerstag, 01.10. 20:15 • Fussball
Nations League LIVE: Deutschland – Serbien im Stream
195 Min
Bald verfügbarDonnerstag, 01.10. 20:15 • Fussball
Nations League LIVE: Deutschland – Serbien im Stream
195 Min
Der Fall Manchester City ist beispiellos
In jüngerer Vergangenheit wurden zwar dem FC Everton und Nottingham Forest Punkte wegen Verstößen gegen die Finanzregeln der Liga abgezogen.
Doch die schiere Anzahl der vorgeworfenen Verfehlungen und deren Ausmaß machen die Anklage gegen City zu einem bislang beispiellosen Fall.
Die Kommission kam zu dem Schluss, dass ManCity in den Jahren von 2009 bis 2018 durch Scheinverträge mit Sponsoren und ein verschleiertes Finanzierungsmodell die eigenen Einnahmen künstlich in die Höhe trieb und gleichzeitig die Kosten um mehr als eine Milliarde Euro gesenkt hatte.
Im Zentrum dieser Machenschaften soll, wenig verwunderlich, die Abu Dhabi United Group um Klub-Besitzer Scheich Mansour bin Zayid Al Nahyan stehen.
Mehr Fußball-Videos

ran Fußball
Kleiner als San Siro - so soll Mailands neues Stadion aussehen
Videoclip • 01:09 Min

RAN FUSSBALL: U21
U21: Nachricht von Klopp - so läuft der Austausch mit di Salvo
Videoclip • 01:19 Min

RAN FUSSBALL: U21
U21: Nach Bischof-Abgang - Kemlein will Verantwortung übernehmen
Videoclip • 06:52 Min
Premier League muss den scharfen Worten Taten folgen lassen
Die Premier League kündigte zwar an, "den verbleibenden Teil des Verfahrens zügig abzuschließen, um der Liga, unseren Vereinen und den Fans Gewissheit zu verschaffen". Mit der Urteilsverkündung dürfte es trotzdem noch eine Weile dauern, zumal City schon angekündigt hat, gegen den Schuldspruch in Berufung zu gehen.
Eins aber ist aus den scharfen Anschuldigungen der Liga am Dienstag deutlich geworden: Wenn es sich tatsächlich um einen so einschneidenden Vorfall handelt, wie es die Premier League darstellt, muss auch ein bislang nie da gewesenes Urteil gesprochen werden.
Mit drakonischen Geldstrafen, die die superreichen City-Besitzer ohnehin nicht wirklich treffen würden, ist es dann nicht mehr getan. Auch wie auch immer geartete Punktabzüge hätten kaum einen langfristigen Effekt.
Kriminellen Klub-Bossen muss die Bühne entzogen werden
Eine wirklich abschreckende Wirkung hätte eine Strafe im Milliarden-Geschäft Premier League nur dann, wenn den Klubs die Teilnahme an eben jenem verweigert würde. Damit würde man ihnen nicht nur einen Teil ihres Geschäftsmodells entziehen, sondern auch die Bühne, auf der sie sich so gerne präsentieren.
Nur wenn die Vereine und ihre Bosse wissen, dass kriminelle Finanzgebaren zum Ausschluss aus dem elitären Kreis führen können, sie sozusagen nicht mehr mitspielen dürfen, kann eine Strafe die gewünschte Wirkung erzielen und abschrecken.
Im Fall von Manchester City kann das nur heißen, den Klub aufgrund seiner Vergehen aus der Premier League auszuschließen. In welche Liga er zurückgestuft oder ob er komplett aus den vier Profiligen ausgeschlossen wird, muss die Premier League im Zweifel mit der English Football League klären, die die Ligen zwei bis vier organisiert.
Tradition und Erfolg dürfen nicht vor harter Strafe schützen
In dem Zusammenhang wäre womöglich auch ein Blick über die nördliche Verbandsgrenze ganz hilfreich. In Schottland wurden die Glasgow Rangers im Jahr 2012 infolge einer Insolvenz aufgrund immenser Steuerschulden in die vierte Liga verbannt.
Die beiden Fälle sind zwar aus mehreren Gründen nicht miteinander vergleichbar. Der Fall Rangers zeigt aber, dass auch im britischen Fußball Erfolg und Tradition nicht vor einem Zwangsabstieg schützen.
Das sollte auch für Manchester City gelten.
Auch interessant: ManCity-Skandal - Presse will Blut sehen: "Nehmt ihnen alle Titel weg" Und: Pep stützt Manchester City: "Ich bin hier - mehr denn je"
Dir gefallen ran-News?
Mehr News zu Manchester City

Premier League
Pep unterstützt ManCity: "Ich bin hier - mehr denn je"

Finanzskandal in der Premier League
ManCity-Skandal - Presse will Blut sehen: "Nehmt ihnen alle Titel weg"

City-Skandal: Rooney will keinen nachträglichen Titel

Ex-City-Boss fordert Zwangsabstieg

Premier League
Harte Strafe droht: Fliegt ManCity aus dem Profifußball?

Fußball
Premier League macht Schuldspruch von ManCity offiziell

















