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Posse um Julian Alvarez immer schlimmer: Die verfahrene Situation von Atletico Madrid
Veröffentlicht:
von Franziska Wendlerran Fußball
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Julian Alvarez bekommt bei seinem ersten Heimspiel die Ablehnung der Atletico-Fans zu spüren. Für den Klub und den abwanderungswilligen Spieler eine schwierige Situation.
Wenn Bayern-Stadionsprecher Stephan Lehmann vor einem Spiel die Aufstellung des Rekordmeisters verliest, dann dürfen sich die Spieler des FCB in der Regel über Jubel und Unterstützung freuen.
Vor allem bei den größten Stars im Team, darunter Harry Kane und Michael Olise, ist die Begeisterung der Anhänger entsprechend groß.
Als der Stadionsprecher von Atletico Madrid vor dem Heimspiel gegen den FC Villarreal am Sonntag beim größten Star im Team angekommen war, fiel die Reaktion der Fans derweil gänzlich anders aus.
Als der Name Julian Alvarez durch das Stadion hallte, war von großen Teilen der Anhängerschaft ein gellendes Pfeifkonzert zu hören. Der 26-Jährige, der zunächst nur als Einwechselspieler fungierte, nahm die ablehnende Haltung mit gesenktem Kopf auf der Bank hin.
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Fans mit Buhrufen für Alvarez
Sein erster Atletico-Auftritt in der neuen Saison geriet für den Argentinier zum wahren Spießrutenlauf, der im Laufe des Abends nicht besser wurde.
Bei seiner Einwechslung in der 66. Minute ertönten erneut massenhaft Buhrufe, die auch bei seinen Ballkontakten in der Folge nicht verstummten.
Und auch nach Abpfiff, beide Klubs hatten sich mit einem 2:2-Unentschieden getrennt, wurde es schwierig. Während die Atletico-Spieler gemeinsam zur Fankurve gingen, schlug Alvarez den direkten Weg in Richtung Kabine ein.
Mit nach unten gerichtetem Blick trottete er vom Feld und bekam von einem wütenden Fan sogar noch einen Atletico-Schal vor die Füße geworfen.
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Verzwickte Situation für Atletico
Auf der Pressekonferenz gab Cheftrainer Diego Simeone später an, die Verantwortlichen hätten entschieden, dass der Offensivspieler den Gang zu den Fans nicht antreten soll: "Es war eine Entscheidung des Klubs, ihn nicht mit seinen Mannschaftskollegen zu den Fans gehen zu lassen."
Dass sich die Situation von Alvarez bei seinem Klub aktuell derart desolat darstellt, kommt dabei nicht von ungefähr. Im Sommer 2024 hatten die Rojiblancos den Angreifer für 75 Millionen Euro von Manchester City verpflichtet und mit einem stattlichen Vertrag bis 2030 ausgestattet.
Nach zwei von eigentlich sechs vereinbarten Jahren will der Vize-Weltmeister nun aber weg – und hält sich diesbezüglich auch nicht zurück.
Schon seit unzähligen Wochen ist Alvarez eines der am heißesten diskutierten Themen auf dem Transfermarkt. Die Diskussionen entspringen dabei aber nicht nur Spekulationen.
Atletico-Fans sauer auf Alvarez
"Ich kann es auch nicht verheimlichen oder so tun, als wäre nichts", kommentierte der Spieler jüngst die Gerüchte um seine Person. So habe er mit den Bossen gesprochen und sei zu der Erkenntnis gelangt, dass ein Wechsel "das Beste für alle Beteiligten" sei.
Und auch sein Wunsch-Transferziel ist bekannt: Der FC Barcelona, der Alvarez auch gerne verpflichten würde.
Aussagen, die bei den Atletico-Anhängern alles andere als gut ankamen.
Die unschönen Bilder beim Heimspiel gegen Villarreal sind nun ein Ausdruck der überaus grotesken Transferposse, die Alvarez derzeit umgibt.
Bereits Ende Mai war die Personalie Thema und wurde seinerzeit vom Social-Media-Team des Hauptstadtklubs äußerst sarkastisch behandelt. In gleich drei Posts wurden von Atletico "Angebote" für Barca-Spieler vorgelegt.
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Seltsame Angebote bei Social Media
"HERE WE GO! Wir haben ein Fax an @FCBarcelona_es mit unserem Angebot für den Spielertransfer geschickt: 4 Eintrittskarten für das Bad-Bunny-Konzert von morgen, ein jährliches Abonnement für die ABC und eine Tüte mit Sonnenblumenkernen. Wir warten gespannt auf die Antwort, um den "Ankündigungs-Post" vorzubereiten“, hieß es im Angebot für Superstar Lamine Yamal. Auch für Pedri und Raphinha gab es ähnliche Offerten.
Bereits frühzeitig machte der Klub klar, nicht an einem Abgang seines größten Stars interessiert zu sein, zumal Alvarez mit seinem Vertrag bis 2030 ohnehin noch lange gebunden ist.
Jüngst gab es in Spanien allerdings Berichte, wonach doch noch eine Möglichkeit auf einen Wechsel bestehen könnte, wenn auch zum FC Arsenal und nicht zu Ligakonkurrent Barcelona. Nach England zurück will Alvarez aber wohl nicht.
Präsident trifft klare Aussagen
Trotz der unzähligen Berichte zeichnete der Präsident von Atletico nun erneut ein anderes Bild.
"Nach einem ziemlich komplizierten Sommer, der von ständigen Fragen zu Julian Alvarez geprägt war, ist Fakt: Er ist Spieler von Atletico Madrid“, sagte Enrique Cerezo im Gespräch mit der spanischen Zeitung "Sport".
"Wir hatten nie die Absicht, ihn zu verkaufen. Er ist Spieler von Atlético Madrid und steht dem Trainer zur Verfügung, damit er ihn aufstellen kann, wann immer er möchte."
In Richtung von Barca fügte er zudem an: "Ich denke, dass Barcelona der Situation nicht gerecht geworden ist und nicht das getan hat, was man in einer solchen Situation normalerweise tut."
Was er genau damit meint, führte er allerdings nicht aus.
Atletico-Teamkollegen mit Unterstützung
Die Situation bleibt trotz der klaren Ansagen der Vereinsführung derweil äußerst verfahren. Atletico will Alvarez behalten, Alvarez will Atletico verlassen – und dazu kommen die Fans, die auf ihren Superstar im Angesicht seiner Wechselpläne keine Lust mehr haben. Alles andere als gute Voraussetzungen für eine entspannte Zusammenarbeit.
Immerhin: In der Mannschaft spürt der Angreifer trotz der schwierigen Gemengelage weiterhin Unterstützung.
"Juli ist ein großartiger Teamkollege. Er ist ein fantastischer Spieler. Wir stehen hinter ihm", sagte Giuliano Simeone nach dem Villarreal-Spiel.
Kapitän Jan Oblak ergänzte: "Julian gehört zu unserem Team, und solange er hier ist, werden wir ihn unterstützen. Wir wissen, was er leisten kann."
Wie lange er unter den Umständen wirklich noch zum Team gehören wird, das muss sich aber erst zeigen.
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