Regionalliga Bayern
1860 München - Investor Ismaik kündigt juristische Schritte an: "Vorsätzlich sittenwidrig" - Ticker zum Löwen-Drama
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von ran.de/SIDran Fußball Bundesliga
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Videoclip • 02:56 Min
1860 München hat keine Lizenz für die 3. Liga bekommen und musste in die Regionalliga zwangsabsteigen. Mittlerweile läuft auch das Insolvenzverfahren. ran zeigt die neuen Entwicklungen im Ticker.
Nach der Trennung von Investor Hasam Ismaik und dem Zwangsabstieg aus der 3. Liga spielt der TSV 1860 München nun in der Regionalliga Bayern.
Die Mannschaft musste für die laufende Saison nahezu komplett neu zusammengestellt werden. Mittlerweile läuft auch das Insolvenzverfahren über die ehemalige Spielbetriebsgesellschaft KGaA.
ran zeigt die neuesten Updates zum Lizenz-Drama der Löwen im Ticker.
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+++ 3. September, 12:05 Uhr: "Vorsätzlich sittenwidrig" - Investor Ismaik kündigt juristische Schritte an +++
Das Insolvenzverfahren über die frühere Spielbetriebsgesellschaft des TSV 1860 München (KGaA) wurde am 1. September eröffnet.
Während viele Fans damit auf einen ruhigen Neustart hoffen, hat Investor Hasan Ismaik, der 60 Prozent an dem Unternehmen hält, juristische Schritte angekündigt: "Meiner Ansicht nach wurde die Insolvenz von den Verantwortlichen von 1860 pflichtwidrig herbeigeführt", erklärte der 49-Jährige der "SZ" und kündigte an, auf Schadensersatz klagen zu wollen.
Nachdem Ismaik im Mai überraschend Darlehensverträge gekündigt hatte, konnten die Löwen die Vorgaben für die 3. Liga nicht erfüllen und erhielten keine Lizenz für die neue Saison. Der Stammverein kündigte in der Folge den Kooperationsvertrag.
Für den langjährigen Investor sei dies "die Fortsetzung einer langjährigen und sorgfältig geplanten Strategie, die meinen Interessen geschadet hat und die meiner Ansicht nach Verstöße gegen das Gesellschaftsrecht beinhaltet. All diese Ungerechtigkeiten werden nicht unbeantwortet bleiben."
Inzwischen hat der Stammverein eine neue Spielbetriebs-GmbH gegründet, die in der Regionalliga
Bayern antritt und die aus der insolventen KGaA mittlerweile Spieler, Ausstattung und Personal
übernommen hat. Der Kaufpreis davon fließt in die Insolvenzmasse. Für den renommierten Münchner Insolvenzverwalter Max Liebig ist dieses Vorgehen für die Gläubiger die beste und zudem die einzige umsetzbare Lösung.
Ismaik sieht das jedoch völlig anders. Für ihn seien "die Gründung des zweiten Unternehmens und die damit verbundenen Handlungen" stattdessen Teil eines "sittenwidrigen Vorhabens, und jeder, der diese Handlungen genehmigt oder dazu beigetragen hat, sollte zur Rechenschaft gezogen werden".
Der Investor fühle sich auch von seinem Vertreter im Aufsichtsrat, Herbert Bergmaier, dem langjährigen Vorsitzenden der investorenkritischen Fanorganisation Pro1860, hintergangen. Der Jordanier sei "der Ansicht, dass das, was geschehen ist und weiterhin geschieht, schwerwiegende strafrechtliche Fragen aufwirft. Die Verantwortung liegt bei allen neun Vorstandsmitgliedern des e.V." Dem Bericht zufolge vermute Ismael, dass Bergmaier als eine Art U-Boot des Stammvereins agiert hätte.
"Meiner Ansicht nach sind dies die Personen, die das Geschehene geplant haben und hinter dessen Umsetzung standen", führte Ismaik weiter aus: "All diese Ungerechtigkeiten werden nicht unbeantwortet bleiben. Heute sind die Gerichte der letzte Weg zu Gerechtigkeit und Fairness, und ich werde mein Vertrauen in die Justiz setzen und darauf vertrauen, dass sie meine Rechte wiederherstellt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zieht."
Aus seiner Sicht "liegt der Insolvenz ein vorsätzlich sittenwidriges Vorgehen zugrunde und eine schwere Verletzung der zwischen uns geschlossenen Verträge, und jeder, der daran beteiligt war, wird zivilrechtlich und strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden - sei es in Deutschland oder anderswo, wo immer dies rechtlich möglich ist."
Der Investor äußerte hierbei einen konkreten Verdacht: "Was derzeit geschieht, ist meiner Ansicht nach ein deliktisches Manöver, bei dem die 50+1-Regel als Instrument missbraucht wird. Sollte sich dies bestätigen, werden die Folgen nicht auf diesen Verein oder allein auf Hasan Ismaik beschränkt bleiben. Sie werden auch den Ruf Deutschlands und die rechtlichen, ethischen und humanitären Grundsätze beeinträchtigen, für die es steht."
+++ 1. September, 21:05 Uhr: Münchner Löwen feiern Teilerfolg im Insolvenzverfahren +++
Der TSV 1860 München e.V. hat sich die Markenrechte der KGaA gesichert und kehrt wieder zum Löwen-Wappen zurück. Ebenso übernimmt der Verein sämtliche Beschäftigte der KGaA, darunter auch Jugendspieler und ehemalige Profis.
Nachdem am Dienstagmorgen das Insolvenzverfahren über die KGaA eröffnet wurde, hat sich der TSV 1860 München e.V. die Markenrechte gesichert und alle Beschäftigten übernommen. Spieler der U19, U21 und auch die ehemalige Profimannschaft standen bis dahin noch bei der KGaA unter Vertrag.
Wie der beauftragte Insolvenzverwalter Dr. Max Liebig in der Pressemitteilung am Dienstag verlauten ließ, hat der vorläufige Gläubigerausschuss unmittelbar nach Verfahrenseröffnung am Dienstagmorgen einem Angebot des Turn und Sportverein München von 1860 e.V. und der neuen TSV München von 1860 Spielbetriebs-GmbH zugestimmt. Zur Höhe des Kaufpreises werden keine Angaben gemacht.
1860-Präsident Gernot Mang und Geschäftsführer der Spielbetriebs-GmbH Thomas Probst begrüßen die neuesten Entwicklungen: "Wir freuen uns, dass es nach langen und umfangreichen Verhandlungen gelungen ist, eine Einigung zu erzielen. Damit gelangen die Markenrechte und die Mannschaft unter das Dach des Vereins und seiner Spielbetriebs-GmbH. Der Löwe ist zurückgekehrt - das ist ein starkes Signal für unsere Fans, unsere Partner und den gesamten Verein.“
Mit der Sicherung der Markenrechte dürfte der Verein zukünftig auch wieder mit dem Löwen auf der Brust auflaufen. Bevor das jedoch der Fall ist, bedarf es weiterer juristischer Abklärung. In der bisherigen Saison war das FA-Wappen auf den Trikots der Münchener zu sehen, das der Klub zuletzt von 1899 bis 1911 nutzte.
Mit der Annahme des Angebots kann der Verein und seine neugegründete Spielbetriebs-GmbH den Fußballbetrieb wieder uneingeschränkt steuern. Über die Nutzung des Trainingsgeländes muss jedoch noch verhandelt werden. Diese wird Teil des eröffneten Insolvenzverfahrens, in welchem "offene Punkte bezüglich des Trainingsgeländes zu klären" sind. Seit Beginn der Vorbereitung wurde dem e.V. die Überlassung des Trainingsgeländes per Vereinbarung zugesichert.
+++ 8. August, 14:15 Uhr: Unbekannter Geldgeber zahlt über 100 doppelte Dauerkarten für Sechzig-Fans +++
Im Insolvenz-Wirrwarr um 1860 München waren Dauerkarten ein Dauerthema. Denn Fans, die ihre Dauerkarte für die Saison 2026/27 vor der Insolvenz und der Trennung des Vereins von Investor Hasan Ismaik gekauft hatten, saßen nach der Übertragung des Spielrechts auf den e.V. plötzlich auf schon bezahlten, aber wertlosen Tickets.
Die Rückerstattung der Tickets und Anrechnung des Kaufpreises auf die nun gültigen Karten für die neue Saison glückte zwar bei Zahlungen via Kreditkarte, Debitkarte oder Paypal in vielen Fällen. Wer allerdings seine alte Dauerkarte via Banküberweisung bezahlte, schaute zunächst in die Röhre - bis nun ein anonymer Gönner auf den Plan trat.
Wie per Stadiondurchsage in der Halbzeit des ersten Saison-Heimspiels der "Löwen" gegen den FC Augsburg II (2:2) bekannt wurde, habe ein unbekannter Geldgeber bereits Zahlungen für 107 Dauerkarten auf eigene Kosten ausgeglichen - ein Gesamtwert von 34.243 Euro.
Auch die Sichtung und Abwicklung der Fälle habe der anonyme Helfer übernommen. Im Vorfeld habe der Unternehmer über das Fanportal "sechzger.de" Kontakt zu Betroffenen gesucht. Insbesondere Fans im Stehplatzbereich sowie Personen mit Schwerbehinderung habe er nun mit der Übernahme ihres doppelt gezahlten Tickets unterstützt.
Auch interessant: 1860 München: Rückkehr des Löwen nach Insolvenzeröffnung
+++ 29. Juni, 21:15 Uhr: Löwen-Fans stellen neuen Rekord auf +++
Egal wie schlecht es läuft, auf eines kann sich 1860 München immer verlassen: ihre Fans. Innerhalb von vier Stunden verkauften sich 3600 Dauerkarten. Nicht einmal 20 Stunden später waren über 5000 Dauerkarten weg. Und das, obwohl viele Fans schon Dauerkarten-Besitzer sind.
Zur Einordnung: In der Erwartung, in der kommenden Saison in der dritten Liga zu spielen, sicherten sich im Mai 8000 Löwen-Fans eine Dauerkarte. Ein Sitzplatz kostete 660 Euro, ein Stehplatz 330. Nach Zwangsabstieg, Insolvenz und der Neugründung einer Spielbetriebsgesellschaft (GmbH) wurden die rund vier Millionen Euro aus dem Dauerkartenverkauf Teil der Insolvenzmasse. Damit könnte eine anteilige Rückerstattung Jahre dauern.
Das Beeindruckende: Für die Fans von 1860 spielt das keine Rolle. Trotz Besitz einer vermeintlichen Dauerkarte und Regionalliga-Fußball wollen sie erneut eine Dauerkarte besitzen. Wie viele Tickets am Ende verkauft werden, bleibt abzuwarten. Nach BILD-Informationen soll jedenfalls bei 9500 gestoppt werden, da ein Gästeticket-Kontingent, Tageskarten und VIP-Tickets gewährleistet sein müssen.
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+++ 25. Juni, 21:10 Uhr: Offiziell: 1860 München stellt Insolvenzantrag +++
Die Profi-Fußballgesellschaft des abgestürzten Traditionsklubs 1860 München hat offiziell die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Das zuständige Amtsgericht München bestellte den Münchner Max Liebig zum vorläufigen Insolvenzverwalter.
"Ziel ist es, schnellstmöglich ein Gesamtbild zu bekommen, um die nächsten Schritte zusammen mit der Geschäftsführung prüfen und einleiten zu können", sagte Liebig.
Die Löhne der Mitarbeiter sind laut Mitteilung mindestens bis einschließlich August 2026 durch das Insolvenzgeld gesichert. Der eingetragene Verein TSV 1860 München e.V. sei von den vorläufigen Insolvenzverfahren nicht betroffen.
1860 hatte zuvor die Lizenz für die 3. Liga nicht erhalten und muss zum zweiten Mal nach 2017 den Gang in die Regionalliga antreten.
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+++ 19. Juni, 12:40 Uhr: DFB bestätigt - 1860 legt Beschwerde gegen Zwangsabstieg ein +++
Bleibt der TSV 1860 München doch in der 3. Liga? Die "Löwen" haben nun beim DFB Beschwerde gegen den Zwangsabstieg eingelegt. Der Verband bestätigte entsprechende Berichte von "Bild" und "Süddeutsche Zeitung".
Als Folge daraus werde der Verband demnach zeitnah vor dem DFB-Bundesgericht eine mündliche Verhandlung ansetzen. Dabei soll darüber entschieden werden, ob der Nachweis der für die Lizenzerteilung notwendigen Summe von 2,3 Millionen Euro, die Investor Hasan Ismaik mittlerweile bereitgestellt haben soll, doch rechtens ist. Die ursprüngliche Lizenzfrist war am 4. Juni um 17 Uhr verstrichen.
Dieser Schritt ist wohl auch im Falle einer möglichen Insolvenz für die KGaA wichtig, um belegen zu können, dass man alles versucht hätte. Die Aussichten auf Erfolg der Beschwerde wurden im Vorfeld jedoch bereits als sehr gering eingeschätzt.
Sollte der DFB nun doch im Sinne der "Sechziger" entscheiden, droht das absolute Chaos, heißt es in dem Bericht weiter. So müsste etwa der ablösefreie Transfer von Sean Dulic zur TSG Hoffenheim offenbar entweder rückabgewickelt oder eine Ablöse nachverhandelt werden. Zudem würde die Kündigung von Hauptsponsor "Die Bayerische" ihre Gültigkeit verlieren, da deren Sonderkündigungsrecht nur im Falle des Abstiegs in die Regionalliga gilt. Außerdem würden die bereits verkauften Dauerkarten von rund 8000 Stück für die 3. Liga ihre Gültigkeit behalten.
Daneben steht weiterhin die Kündigung des Kooperationsvertrags vom 4. Juni im Raum. Dieser regelt, dass das Spielrecht, das beim Verein liegt, an die KGaA übertragen wird. An dieser hält Ismaik weiterhin 60 Prozent der Anteile. Wie es in der Meldung weiter heißt, könnten Ismaik und sein Anwalt Dr. Peter Gauweiler Rechtsmittel einlegen und auf Treuepflicht gegenüber der Gesellschaft klagen.
Auf der Mitgliederversammlung der "Löwen" am Sonntag soll darüber abgestimmt werden, ob ohne die KGaA und stattdessen mit einer vom Verein gegründeten Gesellschaft in der Regionalliga angetreten wird. Für diesen Plan bräuchten die Klubführung um Präsident Gernot Mann eine Dreiviertel-Mehrheit der Mitglieder.
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