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U21-EM-Qualifikation

U21 - Nicolo Tresoldi im Interview: Jürgen Klopp hat die Absage "sehr gut verstanden"

Veröffentlicht:

von Bent Mildner

RAN FUSSBALL: U21

U21: Kontakt mit Klopp? Tresoldi lässt Zukunft offen

Videoclip • 01:35 Min


Nicolo Tresoldi steht vor einer richtungsweisenden Phase seiner Karriere. Im exklusiven ran-Interview spricht der U21-Kapitän über den EM-Traum mit Deutschland, seine Rekordjagd, die Gespräche mit Jürgen Klopp und Italiens Nationaltrainer - und er verrät, warum er aktuell ausgerechnet in Cristiano Ronaldos Zimmer wohnt.

Das Interview führte Bent Mildner

Die deutsche U21-Nationalmannschaft hat ihr großes Ziel vor Augen: Mit einem Sieg gegen Georgien am Dienstag (17:30 Uhr live im kostenlosen Joyn-Stream) wäre die Qualifikation für die Europameisterschaft perfekt. Einer der wichtigsten Spieler auf diesem Weg ist Nicolo Tresoldi.

Der Stürmer von Club Brügge gehört längst zu den Gesichtern der Mannschaft. Mit inzwischen 26 Einsätzen und 16 Treffern zählt der Angreifer zu den erfolgreichsten Spielern der jüngeren U21-Geschichte und hat sogar den Torrekord von Pierre Littbarski (18 Tore) im Visier.

Abseits des Platzes steht Tresoldi zudem vor einer Entscheidung, die seine Zukunft prägen könnte. Sowohl Deutschland als auch Italien bemühen sich um die Dienste des 21-Jährigen. In den vergangenen Wochen führten deshalb unter anderem Jürgen Klopp und Italiens Nationaltrainer Roberto Mancini persönliche Gespräche mit dem Angreifer.

Im exklusiven ran-Interview spricht der Torjäger über seine schwierige Entscheidung und über seine Ziele mit der U21-Nationalmannschaft.

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Nicolo Tresoldi: "Wir wollen jedes Spiel gewinnen"

ran: Gegen Georgien steht das letzte U21-EM-Qualifikationsspiel an. Sie hatten seit Malta fünf Tage Pause. Wie geht es der Mannschaft?

Nicolo Tresoldi: Ja, schön. Das Wetter ist auch sehr gut hier, deswegen haben wir die Sonne ein bisschen genossen. Es waren fünf schöne Tage. Wir haben intensiv trainiert, gut regeneriert und jetzt sind wir alle bereit für Georgien.

ran: Was haben Sie sich vorgenommen? Mit Georgien wartet der letzte Gegner. Mit einem Sieg fahren Sie zur EM ...

Tresoldi: Wir sind Deutschland. Wir wollen jedes Spiel gewinnen und müssen auch am Dienstag gewinnen. Deshalb sind wir alle bereit und voller Vorfreude.

ran: Es war zum ersten Mal ein langer Lehrgang über fast drei Wochen. Wie hat sich die Mannschaft in dieser Zeit zusammengefunden?

Tresoldi: Gut, das hat richtig viel Spaß gemacht. Ich glaube, wir hatten auch ein bisschen Glück, dass wir zuerst in Lettland und danach auf Malta waren. Dadurch ging die Zeit schnell vorbei. Die Spieler hatten Spaß, genauso wie der Staff und das Trainerteam. Es waren drei gute Wochen.

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Nicolo Tresoldi: "Es macht Spaß, für Deutschland zu spielen"

ran: Sie sagen immer, dass die U21 für Sie etwas Besonderes ist. Sind Sie deshalb auch ein Fan von so einem längeren Lehrgang?

Tresoldi: Ja, ich habe hier immer unglaublich viel Spaß. Ich bin super gerne hier, das weiß jeder. Ich habe jede Sekunde genossen. Ich bin fast nie auf meinem Zimmer, sondern immer mit den Spielern, dem Staff oder den Trainern unterwegs. Es war eine richtig schöne Zeit.

ran: Was macht die U21 für Sie so besonders?

Tresoldi: Alles. Es macht Spaß, für Deutschland zu spielen. Außerdem verstehe ich mich mit allen unglaublich gut - nicht nur mit den Spielern, sondern auch mit dem Staff und dem Trainerteam. Ich bin einfach sehr gerne hier. Jetzt haben wir noch ein großes Ziel. Wir wollen die drei Punkte holen und danach vielleicht auch ein bisschen feiern. Das hoffen wir alle.

ran: In Lettland haben Sie erstmals die Kapitänsbinde getragen. Hat sich Ihre Rolle dadurch verändert?

Tresoldi: Natürlich. Wenn du die Binde trägst, musst du auch Verantwortung übernehmen. Aber ich glaube, ich war schon vorher ein Führungsspieler. Ich habe mittlerweile 26 Spiele für die U21 gemacht und dadurch einiges an Erfahrung gesammelt. Ich kann den jüngeren Spielern helfen – das gehört hier zu meinem Job. Hoffentlich auch gegen Georgien.

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Nicolo Tresoldi jagt Littbarski-Rekord

ran: 26 Spiele, 16 Tore. Wie viele Nachrichten haben Sie in den vergangenen Tagen wegen des Torrekords bekommen, den Sie jagen?

Tresoldi: Nicht so viele. Aber der Rekord war schon vor dem Lehrgang ein Ziel von mir. Ich habe das auch in einem Interview gesagt. Mir fehlen noch zwei Tore, drei wären natürlich noch besser. Trotzdem steht für mich zuerst der Sieg im Vordergrund. Wenn ich dazu noch ein oder zwei Tore erzielen kann, wäre das umso schöner. Nach dem Hattrick auf Malta habe ich auf jeden Fall noch mehr Selbstvertrauen, dass ich den Rekord vielleicht knacken kann.

ran: Zwei Tore fehlen Ihnen noch auf Pierre Littbarski. Ich habe diese Woche ein Interview von ihm gelesen, in dem er gesagt hat, dass er es Ihnen gönnen würde, seinen Rekord zu brechen. Hat er sich bei Ihnen gemeldet?

Tresoldi: Nein, direkt gemeldet hat er sich nicht. Ich habe nur ein bisschen etwas auf Instagram gesehen. Das hat mich aber sehr gefreut. Er war ein großartiger Spieler, deshalb ist es schön, so etwas zu lesen. Und natürlich hoffe ich, dass ich den Rekord brechen kann.

Nicolo Tresoldi über Klopp-Anruf: "Ich war extrem nervös"

ran: Ein großes Thema bei Ihnen ist immer die Entscheidung zwischen Deutschland und Italien. Vor zwei Wochen haben Sie gesagt, die Chancen stünden 50:50. Wie sieht es heute aus?

Tresoldi: Mein Fokus liegt komplett auf der U21 und nicht auf Deutschland oder Italien. Es geht für mich nur um diese drei Spiele. Zwei haben wir gewonnen, eines fehlt noch. Ich möchte gewinnen, Tore schießen und dann sehen wir weiter. Diese zwei Wochen hier waren wunderschön und haben an meiner Situation nichts verändert.

ran: Wie fühlt es sich an, einem Jürgen Klopp abzusagen?

Tresoldi: Er hat das sehr gut verstanden. Wir hatten einen sehr guten Austausch. Ich hoffe, dass ich einen guten Eindruck hinterlassen habe. Er ist ein großartiger Trainer und auch ein toller Mensch. Deshalb bin ich ihm sehr dankbar für das Gespräch und seine Unterstützung.

ran: Hatten Sie seine Nummer überhaupt eingespeichert?

Tresoldi: Nein. Er hat mir zuerst eine Nachricht geschickt und mit "Liebe Grüße, Kloppo" unterschrieben. So wusste ich direkt, wer es ist. Danach haben wir geschrieben und telefoniert. Das war wirklich ein gutes Gespräch.

ran: Wie war dieser Moment für Sie?

Tresoldi: Ich war extrem nervös. Das habe ich sofort meinen Eltern erzählt, die ebenfalls nervös waren. Aber am Ende war es einfach ein sehr gutes Gespräch.

ran: Und wie war es mit dem italienischen Nationaltrainer? Hat er sich ebenfalls gemeldet?

Tresoldi: Ja, auch er hat sich bei mir gemeldet. Das war eine ähnliche Situation. Für mich ist es etwas Besonderes, wenn sich zwei so erfolgreiche Trainer Zeit nehmen und mit mir sprechen. Das zeigt mir, dass ich auf einem guten Weg bin. Dafür bin ich beiden sehr dankbar. Alles Weitere wird sich zeigen.

Tresoldi im Ronaldo-Zimmer: "Bin eigentlich Messi-Fan"

ran: Bei der deutschen Nationalmannschaft wurde zuletzt oft darüber gesprochen, dass ein echter Torjäger gefehlt habe. Macht es etwas mit Ihnen, wenn dann Ihr Name fällt?

Tresoldi: Ich teile diese Meinung nicht unbedingt. Deutschland hat viele gute Stürmer – mit Nick Woltemade, mit Kai Havertz und vielen anderen. Tore zu schießen ist auf jedem Niveau schwierig. Trotzdem ist es natürlich schön, wenn mein Name genannt wird. Das zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin und meine Leistungen wahrgenommen werden. Ich muss einfach weitermachen. Dann steigen auch die Chancen, irgendwann A-Nationalspieler zu werden.

ran: Wir haben über Jürgen Klopp und Roberto Mancini gesprochen. Wie ist Ihr Austausch mit Rudi Völler?

Tresoldi: Wir haben schon einige Male miteinander gesprochen. Er versteht meine Situation sehr gut, weil er selbst lange in Italien gespielt hat und beide Länder kennt. Er weiß, dass diese Entscheidung nicht einfach ist. Für mich ist es etwas Besonderes, mit jemandem wie ihm sprechen zu können. Wenn solche Stürmer mit einem reden, bedeutet das schon etwas.

ran: Sie haben erzählt, dass Sie in einem ganz besonderen Zimmer untergebracht sind. Warum?

Tresoldi: Warum genau, weiß ich nicht. Aber ich bin in Cristiano Ronaldos Zimmer. Hier hängen viele Bilder von ihm. Ich bin eigentlich eher Messi-Fan, aber trotzdem ist es etwas Besonderes, in diesem Zimmer zu wohnen.

ran: War das Zufall oder haben Sie das Zimmer extra ausgewählt?

Tresoldi: Nein, das war reiner Zufall. Ich habe einfach meine Zimmerkarte bekommen. Als ich vor der Tür stand, habe ich gesehen, dass dort "Ronaldo's Room" steht. Da wusste ich sofort, dass Cristiano Ronaldo hier schon einmal gewohnt hat. Da hatte ich wohl etwas Glück.

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Nicolo Tresoldi: "Werde auf jeden Fall die U21-EM spielen"

ran: Nach dem Georgien-Spiel warten dann im November noch zwei Spiele, im März zwei Spiele und dann hoffentlich nächsten Sommer die EM. Da können wir fest mit Ihnen rechnen?

Tresoldi: Ja.

ran: Das heißt, Sie werden bis zum Sommer nächsten Jahres kein A-Länderspiel machen, sondern bei der U21 bleiben - egal, für welche Nation?

Tresoldi: Ich werde auf jeden Fall die U21-EM spielen, falls wir uns qualifizieren. Davon gehe ich aus.

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