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WM 2026

DFB-Team: Deniz Undav und sein Jubel-Tanz ist "Ausdruck kultureller Identität" - das steckt dahinter

Aktualisiert:

von Justin Kraft

:newstime

WM-Sensation: Underdog schockt Spanien

Videoclip • 02:12 Min • Ab 12


Deniz Undav und Antonio Rüdiger sorgen beim Auftakt des DFB-Teams gegen Curacao bei der WM 2026 für einen besonderen Moment. Das ist die Erklärung.

Die Hände auf dem Rücken verschränkt, den Oberkörper leicht gebückt und dann wackelt Deniz Undav mit den Schultern, während er leicht in die Knie geht und wieder hoch. Das wiederholt der Stürmer des DFB-Teams mehrfach.

Mit dabei: Antonio Rüdiger, der exakt denselben Tanz aufführt. Was zu Recht als gelöste Stimmung und als Zeichen der guten Teamchemie zwischen den deutschen Nationalspielern wahrgenommen wurde, hat noch eine deutlich tiefere Ebene.

Was Undav da gemeinsam mit seinem Teamkollegen nach seinem Tor beim 7:1 beim WM-Auftakt gegen Curacao auf den Rasen von Houston zauberte, ist Teil eines kurdisch-jesidischen Tanzes. Der Stürmer zeigt damit seine tiefe Verbundenheit mit seinen Wurzeln.

"Dieser Tanz ist ein Ausdruck kultureller Identität",erklärte Düzen Tekkal auf ihren sozialen Kanälen dazu: "Als Kurden und Jesiden haben wir keinen eigenen Staat und keine Nationalmannschaft. Umso mehr tragen wir unsere Herkunft im Herzen – überall, wo wir sind."

Tekkal ist Autorin, Journalistin, berichtete in Kriegen und setzt sich für Menschenrechte ein. Sie ist Tochter kurdisch-jesidischer Einwanderer. Undavs Familie hat in Teilen ebenfalls eine kurdisch-jesidische Geschichte.

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Deniz Undav: Tanz steht für "Vielfalt" und "Stärke"

Der Stuttgarter stehe für die Kraft, mehrere Identitäten in sich zu vereinen, schrieb Tekkal: "Es ist kaum in Worte zu fassen, was es bedeutet, jemanden wie Deniz Undav im Trikot der deutschen Nationalmannschaft zu sehen."

Man darf den Tanz also durchaus als Zeichen dafür werten, dass seine Identität nicht im Widerspruch dazu steht, für das Land zu spielen, in dem er geboren wurde. Umso bedeutsamer wird der Moment durch Rüdigers Solidarität.

Undav vereint viele Fans hinter sich, die wie er Teil einer kurdisch-jesidischen Gemeinschaft in Deutschland sind. Mit dem Jubel repräsentiert er diese Menschen und gibt ihnen Sichtbarkeit. Flucht und Vertreibung sorgen dafür, dass viele dieser Menschen in Deutschland leben und hier eine neue Heimat gefunden haben.

Undav immer wieder von Nationalisten angefeindet

Doch sie sehen sich auch mit Hass und Diskriminierung konfrontiert. Immer wieder wird Undav in sozialen Netzwerken von türkischen Nationalisten angefeindet. Oft nutzen sie Wolf-Emojis, die das Symbol der rechtsextremen Bewegung "Graue Wölfe" sind.

Als der VfB Stuttgart im vergangenen Herbst gegen Fenerbahce spielte, soll der Nationalstürmer nicht nur von Fans, sondern auch von Gegenspielern rassistisch beleidigt worden sein.

Sowohl die Informationsstelle Antikurdischer Rassismus (IAKR) als auch der Zentrale Menschenrechtsrat der Kurd*innen in Deutschland (ZMRK) gaben eine Stellungnahme ab.

Auf der anderen Seite stehen Momente wie der zwischen Undav und Rüdiger. "Es sind genau diese Gesten, die zeigen, wie vielfältig und stark unsere Gesellschaft sein kann", so Tekkal.

Es gibt also nicht nur sportliche Gründe, sich noch das eine oder andere weitere Tänzchen von Undav zu wünschen.

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