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WM 2026

DFB-Team - Nach Ehefrau-Aussagen: Sammer mahnt Nagelsmann zu mehr Zurückhaltung

Veröffentlicht:

von Mike Stiefelhagen

ran Fußball Bundesliga

FC Bayern: Dünne Offensive? Kompany ist nicht besorgt

Videoclip • 01:18 Min


Matthias Sammer kritisiert in der Undav-Thematik Bundestrainer Julian Nagelsmann. Zumindest dessen Einbindung von Ehefrau Lena.

Matthias Sammer stellt sich grundsätzlich nicht gegen Julian Nagelsmann.

Angesichts der Aussagen des Bundestrainers über Ehefrau Lena und die Entschuldigung bei Deniz Undav warnt der frühere DFB-Sportdirektor aber vor unnötigen Nebengeräuschen. Aus seiner Sicht braucht es in der öffentlichen Kommunikation mitunter mehr Zurückhaltung.

Ausgelöst wurde die Debatte durch Nagelsmanns Einblick, dass ihn seine Ehefrau darin bestärkt habe, sich bei Deniz Undav zu entschuldigen. Zuvor hatte der Bundestrainer den Stuttgarter Angreifer nach dessen Siegtor beim 2:1 im Testspiel gegen Ghana öffentlich kritisch bewertet.

Sammer greift diesen Vorgang nun auf und ordnet ihn als Beispiel für einen aus seiner Sicht nicht idealen Kommunikationsstil ein.

Sammer: "Das mit der Ehefrau ist so ein Schmankerl"

Der aktuelle BVB-Berater sagte in einer Sky-Sendung: "Ja, also erst einmal die großen Linien: All meine Spieler - egal wen - verteidige ich nach außen hin, als gäbe es kein Morgen. Darüber baust du Vertrauen auf. Und natürlich in der täglichen Arbeit - deshalb kann man das aber nur bedingt vergleichen. Vincent Kompany hat seine Spieler täglich, und Julian hat sie in großen Abständen. Und er muss natürlich oftmals - und ich glaube, dass es bei ihm der Fall ist - durch gewisse Aussagen, durch gewisse Reizpunkte etwas auslösen, also eine Reaktion hervorrufen. Nur glaube ich, dass das nur bedingt der richtige Weg ist."

Besonders kritisch sieht Sammer, dass Nagelsmann seine Frau in diesem Zusammenhang öffentlich erwähnt hat.

Der frühere Nationalspieler sagt: "Auch das mit seiner Ehefrau - sie sind ja jetzt verheiratet - ist so ein Schmankerl. Lena ins Spiel zu bringen, um zu sagen: 'Mensch, die hat mich darauf hingewiesen.' Das ist so. Das Thema Undav wurde aber so kritisch gesehen, dass die Leute jetzt möglicherweise diskutieren: Jetzt braucht er schon seine Ehefrau für die Lösung. Das macht ihn auf der einen Seite sympathisch, auf der anderen Seite - hochprofessionell betrachtet - würde ich sagen: Julian, das gehört hier nicht her."

Sammers Kritik ist dabei keine grundsätzliche Abrechnung. Vielmehr verweist er auf die besondere Bedeutung des Bundestrainer-Amtes und auf die Verantwortung, die mit dieser Rolle verbunden ist.

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DFB: Sammers Rat an Nagelsmann

Entsprechend deutlich fällt Sammers Rat aus. Er solle sich anschauen, wie es seine Vorgänger gehandhabt haben. "Schau dir vielleicht an, wie die 'Alten' manche Dinge handhaben würden. Er wählt das Beste, davon bin ich überzeugt. Und letztendlich ergeben Erfahrung und ein Stück weit Jugendlichkeit große Unterschiede. Aber ich würde mir wünschen - und ich muss da Rudi auch ein Stück weit mit ins Boot nehmen - ihn vielleicht noch enger im Austausch darauf hinzuweisen, gewisse Themen eher nicht zu machen. Aber ich kenne Rudi auch, und er sagt: Ja, aber wenn ich ihm das sage, muss er auch authentisch bleiben. Also gehen wir mal davon aus, dass wir sagen: Weniger ist manchmal ein bisschen mehr. Aber vielleicht ist dieses 'Mehr' am Ende beim Turnier auch das Außergewöhnliche."

Sammer in dem Zuge auf FCB-Trainer Vincent Kompany angesprochen und ob Nagelsmann sich etwas von ihm abschauen sollte:

"Es ist ein großer Unterschied erkennbar, keine Frage. Je näher das Turnier kommt und je mehr Julian vermeintlich in der Kritik steht, entwickle ich immer mehr das Gefühl, ihn schützen zu wollen und eine Hand über ihn zu legen, um zu sagen, was denn jetzt möglicherweise das Beste wäre. Und ich würde ihm, wenn mir das überhaupt zusteht, einfach raten, vor dieser WM gar nicht so viel zu erzählen. Weil diese WM im Austausch mit der Führung des Verbandes, mit dem Staff und mit den Spielern vorbereitet wird."

Seit September 2023 ist Nagelsmann Bundestrainer. Nach dem bitteren Viertelfinal-Aus bei der Heim-EM 2024 gegen Spanien (1:2 nach Verlängerung) steht für ihn mit der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko das zweite große Turnier mit der DFB-Elf an.

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