Fußball
Wegen möglichem WM-Verkauf: Deutscher Politiker fordert Stadionverbot für Gianni Infantino
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von ran.deran Fußball
Fußball - Infantino erklärt Investoren-Deal der FIFA: "Einmalige Gelegenheit"
Videoclip • 02:34 Min
Stadionverbot für den FIFA-Boss? Die Pläne von Gianni Infantino, Teile der WM-Vermarktungsrechte an private Investoren zu verkaufen, sorgen weiter für heftige Kritik. Der baden-württembergische SPD-Fraktionschef Sascha Binder fordert nun ein deutliches Zeichen vom deutschen Fußball.
Der Streit um die Zukunft des Fußballs wird immer heftiger: FIFA-Präsident Gianni Infantino steht wegen seiner Pläne zur weiteren Vermarktung der Weltmeisterschaft zunehmend in der Kritik. Die Idee, Teile der kommerziellen WM-Rechte an private Investoren zu verkaufen, sorgt nicht nur bei Fußballverbänden, sondern auch in der Politik für Widerstand. Jetzt fordert ein deutscher Politiker eine ungewöhnliche Konsequenz.
Sascha Binder, seines Zeichens SPD-Fraktionschef in Baden-Württemberg, hat sich in einem Brief an DFB-Präsident Bernd Neuendorf gewandt und ein bundesweites Stadionverbot für Infantino ins Spiel gebracht.
In dem Brief heißt es: "Neuer Tiefpunkt in einer Reihe von Fehlern und fatalen Entscheidungen ist Infantinos aktueller Vorschlag, kommerzielle Rechte an der Fußballweltmeisterschaft an Investoren zu verkaufen. Die Kritik daran ist laut, auch die UEFA hat bereits entsprechend reagiert. Um ein symbolisches Zeichen zu setzen, bitte ich Sie als DFB-Präsident, über die Fußballvereine in Deutschland ein bundesweites Stadionverbot für Gianni Infantino zu verhängen."
Laut Binder wäre diese Aktion ein klares Signal der Vereine und des DFB. "Infantino raus aus den Stadien" könne zeigen, dass der deutsche Fußball nicht länger akzeptiere, "sich den Fußball von denen ruinieren zu lassen, die kein Interesse am Sport haben, sondern von ganz anderen Interessen geleitet sind."
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Binder kritisiert FIFA: "Wenn Werbepausen und Halbzeitshows wichtiger sind als das Spiel, verliert der Fußball seine Seele"
Hintergrund der Debatte sind die Pläne der FIFA, private Investoren an einem neuen Tochterunternehmen namens FFE zu beteiligen. Rund 20 Prozent der Anteile könnten nach FIFA-Angaben an Geldgeber verkauft werden. Der Gesamtwert des Unternehmens soll zunächst bei 20 Milliarden Dollar liegen. In der FFE sollen die kommerziellen Rechte an FIFA-Wettbewerben wie der Männer- und Frauen-WM sowie der Klub-WM gebündelt werden.
Die FIFA will dabei weiterhin die Mehrheit an dem Unternehmen behalten und nach eigenen Angaben die Kontrolle über den Spielkalender sowie sämtliche Regel-Fragen behalten. Auch die 211 Mitgliedsverbände sollen kleinere Anteile erhalten, die sie behalten oder veräußern könnten.
In seinem Schreiben an den DFB kritisiert Binder die zunehmende Kommerzialisierung des Fußballs: "Nicht nur die gerade zurückliegende Weltmeisterschaft hat gezeigt, dass der Fußballsport immer stärker durch eine Kommerzialisierung bedroht ist. Während viele Millionen Menschen in Deutschland Woche für Woche selbst Fußball spielen, als Fans in den Stadien sind und ihrer Leidenschaft am Fußball nachgehen, scheint der Sport im Profibereich nach und nach durch Profit- und Vermarktungsinteressen in den Hintergrund gedrängt zu werden, mit Auswirkungen auf alle Bereiche des Fußballs."
Seine Kritik richtet sich dabei vor allem gegen die Entwicklung rund um große Fußball-Events: "Wenn Werbepausen und Halbzeitshows wichtiger sind als das Spiel, verliert der Fußball seine Seele. FIFA-Präsident Gianni Infantino trägt einen großen Teil zu dieser Entwicklung bei und erweist zudem mit seinen Kungeleien mit US-Präsident Donald Trump dem Fußball einen Bärendienst."
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