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WM 2026: Cristiano Ronaldos bitterer Abgang ist Portugals große Chance - ein Kommentar
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von Chris Lugertran Fußball
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Videoclip • 02:09 Min
Portugal scheidet bei der WM 2026 im Achtelfinale gegen Spanien aus. Für Cristiano Ronaldo war es ein Ende unter Tränen, für Portugal aber könnte es der Startschuss für etwas Großes sein. Ein Kommentar.
Als der WM-Traum einmal mehr jäh zerplatzt war, verabschiedete sich Cristiano Ronaldo sichtlich geknickt von den Fans im Stadion von Dallas und ließ dabei auch seinen Tränen freien Lauf. Die ultimative Krönung seiner herausragenden Karriere, sie sollte einfach nicht sein.
Das 0:1 von Portugal im Achtelfinale gegen Spanien war Ronaldos letztes WM-Spiel, wie er tags zuvor selbst verkündet hatte und nach dem Spiel auch noch einmal bekräftigte. Ob es auch sein letztes Länderspiel war, ist noch offen.
Doch Portugal sollte und muss diesen Moment nutzen, um ohne den langjährigen Starspieler in die Zukunft zu gehen.
Denn beim Turnier in Nordamerika war von "CR7" ohnehin nur noch der Mythos übrig. Zwei Tore im Gruppenspiel gegen Usbekistan, ein Treffer via Elfmeter im Sechzehntelfinale gegen Kroatien - im Vergleich zu den famos aufspielenden Superstars Lionel Messi, Kylian Mbappe, Erling Haaland und Harry Kane fiel Ronaldo deutlich ab.
Was angesichts seiner 41 Jahre keine Schande ist, 99 Prozent der Fußballer schaffen es gar nicht, ihre Karriere bis zu diesem Alter auszudehnen. Doch trotz seiner drei Tore im Turnierverlauf war der fünfmalige Ballon-d'Or-Sieger für Portugal mehr eine Last als eine Hilfe.
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Cristiano Ronaldo: Sonderstellung ohne Ertrag
Obwohl Ronaldo längst nicht mehr die Qualität von einst hat, fokussierte sich fast die gesamte Offensive der Portugiesen auf den alternden Fixstern im Zentrum. Das machte den Europameister von 2016 ausrechenbar und einfach zu verteidigen. Und kostete schließlich womöglich ein besseres Ergebnis. Denn eigentlich war dieser Kader für mehr bestimmt als nur das Achtelfinale.
Allein drei absolute Stammspieler von Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain gehörten zum Aufgebot. Das Mittelfeldzentrum mit Vitinha und Joao Neves ist exzellent, Nuno Mendes aktuell womöglich der beste Linksverteidiger der Welt. In der Offensive kam Bruno Fernandes aus einer Sensationssaison mit Manchester United.
Doch bei der WM sah man davon wenig.
Dass Fernandes in der Premier League mit 21 Torvorlagen einen Rekord aufstellte und bei der WM dann in fünf Spielen genau einen einzigen Assist verbuchen konnte, spricht Bände. Zu viel drehte sich um Ronaldo, der mit seiner Präsenz den eigenen Teamkollegen den Raum zur Entfaltung nahm, diese Sonderstellung sportlich aber nicht mehr rechtfertigen konnte.
Insofern kann das Ende der Ära "CR7" auch etwas Befreiendes haben. Der neue Nationaltrainer - Roberto Martinez verkündete nach dem Aus gegen Spanien seinen Abschied - hat die Möglichkeit, sich von dem Ballast zu lösen, der Portugal über die vergangenen Jahre beschwert hat.
Und damit das Potenzial der Mannschaft endlich voll auszunutzen.
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Portugal winkt erfolgreiche Zukunft
Abseits von Ronaldo verfügt Portugal über eine Mannschaft, die alterstechnisch auch in zwei Jahren bei der EM sowie bei der WM 2030 in einer gesunden Struktur daherkommt. Viele Spieler sind Anfang oder Mitte 20, garniert werden sie von erfahrenen Akteuren am Beginn ihrer Dreißiger, denen jetzt womöglich jene Verantwortung winkt, nach der sie sich so lange gesehnt haben.
Lange warf Ronaldo einen Schatten, aus dem es quasi unmöglich war, herauszutreten. Selbst, als er noch regelmäßig traf, blieb das Gefühl nicht aus, dass Portugal ohne seinen Superstar womöglich besser, weil variabler und damit gefährlicher wäre.
Die WM zementierte diesen Eindruck.
Dass Ronaldo die Weltbühne des Fußballs verlässt, ist ein herber Verlust für alle Fans, die den Angreifer in seiner Prime erlebt haben. Es ist das Ende einer der prägendsten Epochen der jüngeren Vergangenheit. Und natürlich hinterlässt er Fußstapfen, die in Portugal wohl in naher Zukunft niemand wird füllen können.
Aber vielleicht ist das auch gar nicht nötig. Vielleicht ist es sogar genau das, was Portugal in den kommenden Jahren braucht, um seine PS auf die Straße zu bringen. Und jene Erfolge zu feiern, die ihnen bei WM und EM in der vergangenen Dekade verwehrt geblieben sind - trotz eines Ronaldos in ihren Reihen.
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