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WM 2026 - Joshua Kimmich ist nur der Sündenbock: Das DFB-Team hat ein Kader-Problem

Aktualisiert:

von Raman Rooprail

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DFB-Team - Schlangen-Alarm bei Joshua Kimmich: "Kann böse enden"

Videoclip • 01:12 Min


Das DFB-Team startet mit zwei Siegen aus zwei Spielen erstmals seit 2006 perfekt in eine Weltmeisterschaft. Doch nach dem 2:1-Sieg gegen die Elfenbeinküste häufen sich die Fragen um eine Problem-Position: die des Rechtsverteidigers. Dabei ist es zu leicht, nur mit dem Finger auf Joshua Kimmich zu zeigen.

Zwei Spiele, zwei Siege, neun Tore. Auf den ersten Blick gibt es für die deutsche Nationalmannschaft bei dieser WM wenig Anlass zur Sorge.

Und doch hat das 2:1 gegen die Elfenbeinküste eine Schwachstelle offenbart, die Deutschland im weiteren Turnierverlauf noch teuer zu stehen kommen könnte: die rechte Abwehrseite.

Dabei wurde schon während des Spiels schnell mit dem Finger auf Joshua Kimmich gezeigt, der DFB-Kapitän steht als gestandener Spieler eben zusätzlich unter Druck. Doch das wird dem eigentlichen Problem nicht gerecht.

Ja, der Kapitän hatte gegen die körperlich starken und schnellen Ivorer seine Probleme. Vor allem beim Gegentor kochte Yan Diomande den Routinier locker ab. Doch das eigentliche Problem heißt nicht Kimmich.

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Julian Nagelsmann geht beim Kader bewusst ins Risiko

Das Problem sind die fehlenden Alternativen.

Kimmich war noch nie ein klassischer Rechtsverteidiger. Seine Stärken liegen im Spielaufbau, in seiner Übersicht, seiner Passqualität und seiner Spielintelligenz.

Das hat er auch im bisherigen Turnierverlauf immer wieder gezeigt: Kimmich kreierte wie gegen Curacao wieder zwei Großchancen, brachte 95 Prozent seiner Pässe an und sorgte mit seinen Flanken konstant für Gefahr.

Defensiv zeigte er sich zudem gewohnt zweikampfstark und glänzte mit einer Quote von 60 Prozent gewonnener Duelle. Gegen Gegner, die über die Außenbahnen mit Tempo und Eins-gegen-eins-Qualität kommen – wie die Elfenbeinküste mit Diomande – stößt er jedoch immer wieder an natürliche Grenzen. Auch weil er im Vergleich zu den meisten Topstürmern zu langsam ist.

Genau hier rächt sich die Kaderplanung. Julian Nagelsmann hat für die WM bewusst auf einen weiteren Spezialisten für die rechte Abwehrseite verzichtet und stattdessen einen zusätzlichen Offensivspieler nominiert. "Es gibt nicht diesen klassischen Rechtsverteidiger-Backup", beschreibt es Nagelsmann selbst.

Das erhöht zwar die Möglichkeiten in der Offensive, nimmt dem Bundestrainer aber nahezu jede Flexibilität für schwierige Spielsituationen. Denn die Alternativen sind überschaubar. Nagelsmann sieht aber selbst im Worst-Case kein Problem.

"Sollte Joshua mal was passieren, bricht nicht alles zusammen", behauptete er. Es gäbe "schon Ideen". Nur seien diese "ein bisschen vielfältiger, nicht nur auf einen Namen reduziert".

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Rechtsverteidiger: DFB-Alternativen sind begrenzt

Waldemar Anton ist die erste Option des Bundestrainers, dort aber eher eine Notlösung. Malick Thiaw wäre ebenfalls denkbar, kann aber ähnlich wie Anton offensiv wenig beitragen. Antonio Rüdiger wäre wohl die stärkste Variante, wird nach der Verletzung von Nico Schlotterbeck aber dringend im Abwehrzentrum benötigt.

Dahinter wird es kompliziert. Pascal Groß könnte situativ aushelfen. Eine Systemumstellung auf eine Dreierkette mit Schienenspielern wäre ebenfalls denkbar. Dann könnten etwa Leroy Sané oder Maximilian Beier die rechte Seite übernehmen. Doch keine dieser Lösungen wirkt wie eine echte Antwort auf die Herausforderungen, die im weiteren Turnierverlauf warten könnten – und wahrscheinlich auch werden.

Sollte Deutschland Gruppensieger werden, könnte im Achtelfinale zum Duell mit WM-Favorit Frankreich kommen. Eine Mannschaft, die auf ihrer linken Offensivseite eine weit höhere Qualität als die Elfnebeinküste aufbieten kann.

Ob Michael Olise, Bradley Barcola, Ousmane Dembele, Désiré Doué oder gar Kylian Mbappé, der immer wieder auf die linke Seite ausweicht – dort verfügt Frankreich über mehrere Spieler, die jeden Verteidiger der Welt vor Probleme stellen.

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Deutschland hat nur einen Plan: Kimmich

Deutschland dagegen hat aktuell praktisch nur einen Plan: Kimmich.

Deshalb wird die Diskussion über die rechte Seite letztlich oft an der falschen Stelle geführt. Die Frage ist nicht, ob Kimmich dort perfekt aufgehoben ist. Beim FC Bayern zeigt der DFB-Kapitän, dass das nicht der Fall ist.

Die Frage ist vielmehr, warum Deutschland bei einer Weltmeisterschaft ohne echte Alternative auf dieser Position antritt. So ist schon jetzt klar: Kimmich wird die Position vermutlich auch gegen die Top-Nationen spielen müssen – auch wenn die Geschwindigkeitsdefizite bleiben.

Nagelsmann muss darauf hoffen, dass seine Mannschaft die Schwächen kollektiv auffängt und dass das Defensiverhalten beim Gegentor gegen die Elfenbeinküste ein Ausrutscher bleibt.

Der Bundestrainer bleibt dahingegen zuversichtlich: "Leider attackieren wir zu spät. Dann wird es schwer, wenn er ins Laufen kommt. Wir sind auch ein bisschen Larifari im Zuende verteidigen. Aber das kriegen wir rein."

Gegen die Elfenbeinküste ging das noch gut. Gegen Frankreich, England oder Spanien könnte dieselbe Schwachstelle jedoch über das WM-Schicksal der DFB-Elf entscheiden.

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