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WM 2026: Julian Nagelsmanns Sturheit könnte DFB-Team die WM kosten - Kommentar

Veröffentlicht:

von Raman Rooprail

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DFB-Team - Julian Nagelsmann genervt: "Hört auf mit dem Quatsch"

Videoclip • 04:07 Min


Julian Nagelsmann wollte einst alles nach dem Leistungsprinzip entscheiden. Bei der WM 2026 scheint davon wenig übrig zu sein. Der Bundestrainer hält an umstrittenen Personalien und seinem Plan fest - obwohl die Warnsignale seit Wochen unübersehbar sind. Ein Kommentar.

Julian Nagelsmann galt einmal als der Trainer, der alles hinterfragt.

Der mutig ist. Der Trends erkennt, bevor andere sie sehen.

Bei dieser WM wirkt der Bundestrainer allerdings wie das genaue Gegenteil: stur, festgefahren und blind für das, was auf dem Platz passiert.

Die Niederlage gegen Ecuador kam nicht aus dem Nichts. Schon beim 2:1 gegen die Elfenbeinküste war Deutschland über weite Strecken alles andere als überzeugend.

Selbst das 7:1 gegen Curaçao sah auf dem Papier deutlich besser aus, als die Leistung über Teile des Spiels tatsächlich war.

Trotzdem hielt Nagelsmann abgesehen von verletzungsbedingten Wechseln unverändert an seiner Mannschaft fest. Dabei war genau das Gegenteil einst seine größte Stärke.

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Julian Nagelsmann: Stärken von vor zwei Jahren werden ignoriert

Spulen wir einmal zurück: Nach den Pleiten gegen die Türkei und Österreich Ende 2023 schien Nagelsmanns Zeit als Bundestrainer fast schon beendet. Die Wende kam 2024 pünktlich zur Heim-EM – auch dank Toni Kroos.

Vor allem aber kam sie, weil Nagelsmann plötzlich ein einfaches Prinzip verfolgte: Form vor (vermeintlichem) Potenzial.

Große Namen wie Mats Hummels oder Leon Goretzka wurden gestrichen, formstarke Spieler aus Stuttgart und Leverkusen wie Maxi Mittelstädt oder Robert Andrich bekamen ihre Chance.

Wer Leistung brachte, spielte. Wer keine Leistung brachte, blieb draußen. Dieses Leistungsprinzip war die Grundlage für die erfolgreiche Europameisterschaft 2024.

Bei dieser WM scheint davon fast nichts mehr übrig.

Das Kuriose: Einige der aktuellen Baustellen hat sich Nagelsmann selbst geschaffen.

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Julian Nagelsmann baut sich Baustellen selber

Die Torwartfrage wäre eigentlich gar keine gewesen. Oliver Baumann hatte geliefert, Ruhe ausgestrahlt und keinen Anlass gegeben, seinen Platz zu verlieren. Trotzdem machte Nagelsmann Manuel Neuer kurz vor der EM wieder zur Nummer eins und eröffnete damit eine Debatte, die niemand gebraucht hätte.

Gegen Ecuador sah der Weltmeister von 2014 dann beim 1:2 alles andere als glücklich aus, Neuers berühmte Aura spielte bisher in keiner Partie eine Rolle.

Noch auffälliger ist der Fall Leroy Sane. Nagelsmann selbst machte ihm nach seinem Wechsel zu Galatasaray noch Druck. Doch trotz einer mäßigen Saison und keinem Stammplatz bei Gala genießt Sane plötzlich das volle Vertrauen des Bundestrainers. Denn Nagelsmann ist der Meinung, dass Sane noch immer Weltklasse-Potenzial besitzt.

Es ist eine Überzeugung, die der Bundestrainer nahezu exklusiv vertritt. Kaum ein Experte würde aktuell argumentieren, dass Sanes Leistungen dessen Sonderstatus rechtfertigen. Doch Nagelsmann hält an ihm fest.

Genauso wie an der Idee, dass sich Florian Wirtz, Jamal Musiala und Kai Havertz während einer Weltmeisterschaft ihre Topform zurückholen werden.

Alle drei besitzen Weltklasse-Potenzial. Alle drei kamen jedoch aus Verletzungen oder mangelndem Spielrhythmus ins Turnier. Dass die Automatismen fehlen, überrascht nicht. Überraschend ist nur, dass Nagelsmann so tut, als sei das kein Problem.

Julian Nagelsmann fehlt die Flexibilität

Noch problematischer ist die fehlende Flexibilität. Joshua Kimmich kann seine Stärken rechts hinten kaum ausspielen, währenddessen schwächelt Aleksander Pavlovic im defensiven Mittelfeld merklich. Nagelsmann will davon aber nichts wissen, nach der Ecuador-Niederlage schloss er einen Tausch nahezu aus.

Auch die Wechsel überraschten. Nadiem Amiri und Jamie Leweling, die gegen die Elfenbeinküste noch überzeugten, wurden gar nicht eingesetzt. Stattdessen wurden etwa Pascal Groß und Maxi Beier eingewechselt. Deniz Undav war bemüht, doch jetzt davon auszugehen, dass der Stuttgarter jedes Spiel von der Bank entscheiden könnte, wäre naiv.

Natürlich entscheidet ein Gruppenspiel noch keine Weltmeisterschaft. Doch Turniere kippen oft an den Momenten, in denen Trainer Warnsignale ignorieren. Genau diesen Eindruck hinterlässt Nagelsmann schon länger.

Er vertraut fast schon stur seiner ursprünglichen Idee statt den Leistungen auf dem Platz.

Noch kann er gegensteuern. Tut er das nicht, könnte Deutschland früher ausscheiden als gedacht – und dann kann es für Nagelsmann schnell eng werden.

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