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French Open 2026

French Open: Alexander Zverev hat den schweren Kampf gegen sich selbst gewonnen - Kommentar

Veröffentlicht:

von Dominik Hager

ran Mehr Sport

French Open - Fans scherzen: "Oma Zverev als fehlendes Puzzlestück"

Videoclip • 02:07 Min


Alexander Zverev ist French-Open-Sieger. Ein Triumph, der vor allem ein Erfolg im Kampf gegen sich selbst ist. Ein Kommentar.

Es ist der Moment, für den sich alle Strapazen gelohnt haben. Es ist der Moment, auf den Alexander Zverev lange Jahre warten musste. Das deutsche Tennis-Ass liegt mit Tränen in den Augen auf dem Sand des Court Philippe-Chatrier. Aus dem Unvollendeten ist ein Vollendeter geworden.

Der Olympiasieger ist endlich auch ein Grand-Slam-Sieger. Das Final-Drama von Paris gegen Flavio Cobolli hat nach fünf Sätzen ein emotionales Happy End bekommen. Und wer hätte dieses mehr verdient als Zverev?

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French Open: Zverev musste sich selbst bezwingen

Nach dem frühen Aus von Jannik Sinner stand fest: Der schwierigste Kampf für Zverev auf dem Weg zum French-Open-Titel wird der Kampf gegen sich selbst.

Dies soll nicht die beeindruckende Leistung schmälern, die für einen Grand-Slam-Titel nötig ist. Im Gegenteil: Die Nummer drei der Welt musste zittern, leiden und fighten, um die eigene Meisterprüfung zu bestehen.

Zverev hat grandioses Tennis gespielt, einen phasenweise herausragend retournierenden Cobolli bezwungen und zuvor starke Gegner mit enormer Coolness in die Schranken gewiesen.

Und doch gilt im aktuellen Tennissport: Sind der verletzte Carlos Alcaraz und der körperlich angeschlagene Sinner aus dem Rennen, gibt es keinen besseren Spieler auf der Welt als Alexander Zverev.

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Sinner-Aus sorgte für neue Herausforderungen

Das Sinner-Aus hat den Weg für Zverev freigeräumt, gleichzeitig aber unglaublich viele neue Hürden in den Weg gestellt.

Mit einem Schlag war Zverev der Topfavorit. Mit einem Schlag forderte jeder, dass er sein Grand-Slam-Trauma besiegen müsse. Ab diesem Moment konnte Zverev nur noch verlieren.

Genau das ist nicht passiert, weil er alle Kämpfe gegen seinen Körper, gegen seinen Kopf und gegen den enormen Druck gemeistert hat.

Der Triumph war kein Spaziergang durch die offene Tür, sondern eine unvorstellbare Willensleistung. Nur absolute Champions können eine solche vollbringen.

Bis zum Finale hatte Zverev vermeintlich leichtes Spiel. Der 29-Jährige geriet aber nur nicht in Bedrängnis, weil er immer bei sich selbst blieb, keine emotionalen Ausbrüche verzeichnete und die neue Rolle sofort annahm.

Selbst gegen den zunächst furios spielenden Senkrechtstarter Rafael Jodar blieb Zverev im Viertelfinale cool, seinem Spiel treu und wartete geduldig auf seine Chance. Trotz des schweren Rucksacks, dass die ganze Tennis-Welt und vor allem er selbst nichts anderes als den Titelgewinn erwartete.

Zverev wird zum Final-Helden von Roland Garros

"Wenn nicht jetzt, dann nie": ein Satz, den viele Tennis-Experten gesagt und sicher auch er selbst im Ohr hatte. Ein Satz, der lähmen kann. Genauso der Gedanke, nach drei verlorenen Grand-Slam-Finals womöglich erneut zu verlieren.

Doch Zverev hat er Flügel verliehen. Flügel, die ihn getragen haben, als er kaum noch laufen konnte. Schon im vierten Satz wirkte Zverev körperlich gezeichnet, dehydriert und mental angeknockt.

Kaum jemand hätte noch auf Zverev gewettet. Doch der deutsche Tennis-Held war schon immer jemand, der das fast Unmögliche wahrmachen konnte. Bedenkt man, dass Zverev im Alter von vier Jahren an Typ-1-Diabetes erkrankt ist, grenzt seine gesamte Karriere an ein Wunder.

Auch deswegen ist Zverev ein Vorbild und zählt spätestens jetzt zu den ganz Großen der deutschen Sportgeschichte.

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