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US Open

Tennis: Alexander Zverev vor Rückfall? Boris Becker äußert böse Vorahnung

Veröffentlicht:

von Mike Stiefelhagen

ran Mehr Sport

US-Open: Alexander Zverev kassiert Spitze von Kontrahenten

Videoclip • 01:05 Min


Nach der Absage von Jannik Sinner führt Alexander Zverev erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier die Setzliste an. Boris Becker sieht eine historische Chance, fürchtet aber den wachsenden Druck auf den Deutschen.

Für Alexander Zverev könnte der Weg zum zweiten Grand-Slam-Titel seiner Karriere kaum günstiger sein. Jannik Sinner fehlt bei den US Open wegen seiner Knieverletzung. Carlos Alcaraz kehrt nach einer längeren Verletzungspause erst wieder zurück.

Durch Sinners Rückzug rückt Zverev an die Spitze des Teilnehmerfeldes. Der Hamburger ist erstmals bei einem Major an Nummer eins gesetzt.

Seine Vorbereitung auf das Turnier verlief allerdings ernüchternd. In Montreal verlor Zverev sein Auftaktmatch gegen Tallon Griekspoor mit 7:6, 2:6, 4:6. Beim Masters in Cincinnati scheiterte er anschließend im Achtelfinale mit 6:4, 6:7, 4:6 an Tommy Paul. Dabei vergab der Deutsche einen Matchball und eine 4:2-Führung im dritten Satz.

Genau diese Ergebnisse bereiten Boris Becker Sorgen. Im gemeinsamen Podcast mit Andrea Petkovic erinnerte die deutsche Tennis-Legende an eine Phase, in der Zverev eine vergleichbar große Gelegenheit ungenutzt ließ.

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Becker fordert Zverev: "Dann muss er zuschlagen"

"Jetzt ist die Chance so gut, wie vielleicht noch nie", erklärte Becker mit Blick auf Zverevs Ziel, die Nummer eins der Weltrangliste zu werden. Die jüngsten Niederlagen seien deshalb mehr als gewöhnliche Rückschläge.

Besonders das frühe Aus in Montreal überraschte den sechsmaligen Grand-Slam-Champion. Nach Zverevs Trainingsphase in der Rafael-Nadal-Akademie führte Becker die Niederlage zunächst noch auf fehlende Matchpraxis zurück. Auch in Cincinnati erreichte der Deutsche jedoch nicht sein bestes Niveau.

"Wenn die Hauptkonkurrenten, und das ist dann Alcaraz für die Nummer eins, ein bisschen kränkeln oder nicht fit sind, dann muss er zuschlagen und dann muss er gewinnen", forderte Becker. Zverev könne sich bei einer solchen Ausgangslage nicht dauerhaft mit guten Ansätzen begnügen.

Die Probleme der Konkurrenz erhöhen allerdings auch die Erwartungen. "Deswegen drücke ich natürlich alle Daumen. Aber ich spüre so, dass er sich jetzt vielleicht zu viel Druck macht aufgrund dieser unglaublichen Chance", sagte Becker.

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Becker erinnert an Zverevs Krisenphase

Seine Vorahnung begründete der 58-Jährige mit Zverevs Entwicklung nach den Australian Open 2025. Damals hatte der Deutsche das Finale gegen Sinner verloren. Während der anschließenden dreimonatigen Sperre des Italieners konnte Zverev den Rückstand in der Weltrangliste kaum verkürzen.

"Ich will es jetzt nicht zu laut betonen, aber das erinnert mich so ein bisschen an das Frühjahr letztes Jahr", erklärte Becker. Zverev habe nach dem Finale von Melbourne und Sinners Sperre "wirklich drei, vier Monate große Chancen" gehabt, dem Weltranglistenersten deutlich näherzukommen.

Das Gegenteil trat ein. "Es passierte fast die schlechteste Phase seiner Tenniskarriere in diesen zwei, drei Monaten", erinnerte Becker an die zahlreichen frühen Niederlagen des Hamburgers.

Bei den US Open werden die Karten laut Becker neu gemischt. "Er ist zum ersten Mal in seinem Leben bei einem Grand Slam an eins gesetzt." Diese Position sei eine große Ehre. Sie bringe aber zusätzliche Verantwortung mit sich.

Petkovic erkennt Rückfall in entscheidender Phase

Andrea Petkovic fiel bei Zverevs Niederlage gegen Paul vor allem dessen Spielweise in den entscheidenden Momenten auf. Der Deutsche hatte die Partie zunächst kontrolliert. Gegen Ende des zweiten Satzes agierte er jedoch deutlich zurückhaltender.

Nach den während der Übertragung eingeblendeten Messwerten sank Zverevs durchschnittliche Rückhandgeschwindigkeit von 75 auf 68 Meilen pro Stunde. Beim Matchball im Tiebreak spielte er die Rückhand laut Petkovic sogar nur mit rund 60 Meilen pro Stunde. Der Ball landete im Netz.

Becker sah darin einen möglichen Rückfall in frühere Muster. "In den entscheidenden Phasen war er wieder passiver, wieder abwartender. Die Geschwindigkeit bei seinen Grundschlägen ging zurück." Während seiner erfolgreichen Sandplatz- und Rasensaison hatte Zverev wesentlich offensiver gespielt.

Trotz seiner Bedenken bleibt Becker optimistisch. Zverev habe noch ausreichend Zeit zur Vorbereitung. Bei seinem ersten Training auf dem Center Court habe er entspannt gewirkt.

Jetzt muss der Deutsche die historische Gelegenheit als zusätzlichen Antrieb nutzen und die wachsende Erwartungshaltung ausblenden.

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