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Tennis: Alexander Zverev fiebert Wimbledon mit neuer Gelassenheit entgegen

Veröffentlicht:

von SID

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Tennis: Müller feiert Zverevs Grand-Slam-Titel

Videoclip • 01:05 Min


Nach seinem ersten Grand-Slam-Sieg will Alexander Zverev endlich auch beim Rasenklassiker Wimbledon überzeugen. Der Hamburger geht die Aufgabe in London mit einer neuen Form der Gelassenheit an.

Alexander Zverev zögerte keine Sekunde. Welche Temperaturen der Hamburger lieber mag? "Zu heiß. Ich hasse Kälte, obwohl ich Deutscher bin", antwortete der French-Open-Sieger auf die Frage und schlenderte lachend in Richtung Trainingsplatz.

Vor dem Auftakt auf dem (noch) ungeliebten "heiligen Rasen" von Wimbledon ist die Laune des Weltranglistendritten bestens, in seiner neuen Rolle als Grand-Slam-Gewinner fühlt sich Zverev pudelwohl. Dass dazu auch London in diesen Tagen von einer Hitzewelle überrollt wird, passt in das Gesamtbild.

Nach seinem erlösenden Triumph in Paris strahlt der Tokio-Olympiasieger eine neue Form der Gelassenheit aus. Und so scheint auch ein Siegeszug an der Church Road, wo es Zverev bislang nicht über das Achtelfinale hinaus geschafft hat, möglich.

Wimbeldon: Grand-Slam-Sieg beflügelt Zverev

"Ich bin ja der Erste, der auch mal was kritisiert, wenn ich das eben anders sehe", sagte der dreimalige Wimbledon-Champion Boris Becker in seinem Podcast mit Andrea Petkovic und fügte mit Nachdruck an: "Ich habe ihn noch nie so stark auf Rasen gesehen wie jetzt in Halle."

Beim Heimspiel hatte sich Zverev, getragen von der Euphorie seines Sieges in Frankreich, mit starken Leistungen bis in das Halbfinale gespielt. Gegen den US-Amerikaner Taylor Fritz bremsten ihn dann eine Fehlfunktion seines Insulinsensors und Rückenprobleme aus. "Ich finde, dass ich mich auf Rasen recht gut gefunden habe", lautete das zufriedene Fazit des 29-Jährigen.

In diesen Tenor stimmte auch Becker ein, vor allem Zverevs Auftritt im Viertelfinale gegen den belgischen Qualifikanten Raphael Collignon hatte es der deutschen Tennisikone angetan. "Was ist denn plötzlich mit dem Zverev los? Lernt er jetzt noch mit 29 Jahren auf Rasen Tennis spielen?", fragte sich Becker und frohlockte: "Wie Sascha da gespielt hat. Die Vorhand lief, der Aufschlag, die Aggressivität, er ging ans Netz."

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Zverev: Schwieriger Auftakt-Gegner bei Wimbledon

Auch wenn Zverev, der im Vorjahr nach seinem krachenden Erstrundenaus mental am Boden gelegen hatte, nicht als Topfavorit im Stadtteil "SW19" antritt, ist der Druck groß. Schließlich will er auch die Kritiker Lügen strafen, die behaupten, sein Triumph in Paris sei aufgrund des verrückten Turnierverlaufs mit dem frühen Ausscheiden von Jannik Sinner weniger wert. Auf den italienischen Weltranglistenersten, hinter dessen körperlichen Form nach seinem frühzeitigen K.o. bei den French Open weiterhin Fragezeichen stehen, könnte Zverev in London im großen Showdown um den Titel treffen.

Doch das Finale am 12. Juli ist noch in weiter Ferne, für Zverev hat es der Weg zu seinem möglichen zweiten Grand-Slam-Sieg in Folge von Beginn an in sich. Zum Auftakt wartet mit dem belgischen Weltranglisten-37. Alexander Blockx gleich eine knifflige Aufgabe. Im weiteren Turnierverlauf könnte es im Viertelfinale dann wieder gegen Angstgegner Fritz, gegen den er die letzten sieben Spiele allesamt verloren hat, gehen.

Auch deshalb wolle er sich "nicht zu weit aus dem Fenster lehnen", sagte Becker über die deutsche Nummer eins: "Aber von seiner Spielstruktur, seinem Aufschlag, seinem neuen Selbstbewusstsein gibt es für mich keinen Grund, warum Sascha Zverev nicht Wimbledon gewinnen soll." Wenn dann sogar noch das Wetter mitspielt, scheint auch auf Rasen alles möglich.

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