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Wimbledon: Alexander Zverev verpasst die ultimative Reifeprüfung und bestätigt seine Kritiker - ein Kommentar

Veröffentlicht:

von Christoph Gailer/ran.de

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Sinner zu gut für Zverev! Fans haben schlimmen Verdacht

Videoclip • 02:36 Min


Der Hamburger Alexander Zverev hat den Titel in Wimbledon gegen seinen Angstgegner Jannik Sinner verpasst - und seine Kritiker damit unfreiwillig bestätigt. Ein Kommentar

Von Christoph Gailer

Genau auf den Tag fünf Wochen nach dem Triumph bei den French Open hatte Tennisstar Alexander Zverev die Chance, in Wimbledon den zweiten Grand-Slam-Titel seiner Karriere zu holen.

Doch einmal mehr war für den Hamburger kein Vorbeikommen am Weltranglistenersten Jannik Sinner, obwohl Zverev den ersten Satz gewann. Der Italiener bleibt somit Zverevs Angstgegner und die Niederlage gibt den Kritikern des 1,98-Meter-Hünen neues Futter.

Zum einen hat der 29-Jährige bei seiner fünften Final-Teilnahme bei einem Grand Slam die vierte Pleite kassiert, zum anderen ausgerechnet auch noch gegen Sinner - der Südtiroler hat Zverev nun zehn Mal in Folge auf der Tour geschlagen, die Serie hält bereits seit 2024 an. Eine Serie, die viel über den Status Quo aussagt und nicht wegzudiskutieren ist.

Am Sonntag hielt Zverev das Spiel die ersten beiden Sätze lang offen, doch als es darauf ankam, fehlten die letzten Prozentpunkte. Nicht viel, aber genug, um wieder zu verlieren.

Zverev nutzte das einmalige Zeitfenster in Paris perfekt

Diese Fakten sind nun natürlich Wasser auf die Mühlen der Zverev-Kritiker, die schon nach seinem French-Open-Sieg mahnend anmerkten, dass er in Paris nicht zuletzt vom für ihn günstigen Turnierverlauf profitierte. Carlos Alcaraz konnte aufgrund einer Verletzung gar nicht antreten und Sinner schied in der französischen Hauptstadt überraschend früh wegen körperlichen Problemen aus.

So war das Feld frei für Zverev, der im Finale dann den italienischen Außenseiter Flavio Cobolli schlagen und seinen ersten Grand-Slam-Triumph feiern konnte. Dass er durch Sinners frühes Aus in Paris plötzlich zum Topfavorit aufstieg und dennoch die Nerven behielt, ist Zverev hingegen mental sehr hoch anzurechnen.

Allerdings war schon damals klar, dass diese Chance ziemlich sicher nur einmal bestehen würde, dass sowohl Sinner als auch Alcaraz bei einem Grand Slam nicht in den entscheidenden Runden dabei sein würden.

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Gelingt Zverev noch die Reifeprüfung?

Deshalb sollte sich Zverev auch darüber im Klaren sein, dass er für weitere Triumphe bei Major-Turnieren die Branchen-Könige Alcaraz und vor allem Sinner auch mal schlagen muss - spätestens eben dann in einem möglichen Finale.

Gegen Sinner zeigte er am Sonntag, dass er näher herangerückt ist. Er schaffte es sowieso das erste Mal überhaupt in Wimbledon über das Achtelfinale hinaus. Er konnte unter Beweis stellen, dass sein neuer Ansatz, aggressiver zu spielen, auch auf Rasen aufgeht.

Und nicht zuletzt merkt man, dass der Auftritt mit dem Selbstvertrauen und dem Selbstverständnis eines Grand-Slam-Siegers ein anderes ist. Auch in Wimbledon war der Weg ins Finale ein souveräner, bis auf den letzten Schritt, der weiterhin fehlt.

Dass das spanisch-italienische Duo die Tennis-Welt mutmaßlich noch viele Jahre dominieren wird, ist dabei die Realität, mit der Zverev wie alle anderen Topspieler umgehen muss. Für Zverev gilt das vielleicht sogar umso mehr, weil er mit 29 Jahren im Vergleich zu Sinner (24 Jahre) und Alcaraz (23 Jahre) schon deutlich älter ist und deshalb vielleicht auch nicht mehr unzählige Anläufe auf weitere Major-Titel im Tank haben könnte.

Die ultimative Reifeprüfung muss er also wohl oder übel noch bestehen - und Sinner oder Alcaraz auch mal in einem Grand-Slam-Finale niederringen.

Erst dann werden sämtliche Kritiker verstummen.

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