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Wimbledon: Alexander Zverev vor historischer Krönung auf dem heiligen Rasen? "Ich bleibe hungrig"
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von SIDran Mehr Sport
Wimbledon: "No-Name"-Gegner! Fans lästern trotz Zverevs Finaleinzug
Videoclip • 01:54 Min
Alexander Zverev greift in Wimbledon nach dem historischen Grand-Slam-Doppelpack. Im Finale wartet aber nun sein Angstgegner - der pünktlich zur heißen Phase wieder dominiert.
In London ist es ein alltägliches Ärgernis. Man wartet auf den Bus, doch dieser will einfach nicht kommen. Zeit vergeht, der Unmut wächst, die Welt wird schnell verteufelt - bis plötzlich mehrere auf einmal angerollt kommen. Zwar ist Alexander Zverev in Wimbledon nicht auf die legendären roten Doppeldecker angewiesen, doch das berühmte britische Sprichwort ("You wait for ages for a bus and then two come along together") lässt sich wunderbar auf seine Jagd nach Grand-Slam-Triumphen übertragen: Erst die ewig lange Durststrecke - und jetzt direkt der Doppelschlag?
Titelverteidiger und Angstgegner wartet
"Ich bleibe konzentriert. Ich bleibe hungrig. Ich will mehr", sagte Zverev, der nur fünf Wochen nach seiner Erlösung bei den French Open den nächsten historischen Coup ins Visier nimmt. Im Endspiel am Sonntag (17.00 Uhr MESZ/Prime Video) gegen Jannik Sinner kann er sich nicht nur zum ersten männlichen Sieger aus Deutschland seit Michael Stich vor 35 Jahren krönen. Zverev kann sich als erst 14. Spieler in einem Sommer sowohl in Paris als auch im All England Club durchsetzen - und mit dem "Ärmelkanal-Slam" noch tiefere Fußabdrücke in der Geschichte seines Sports hinterlassen.
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Schon der Einzug in das Endspiel beim Rasenklassiker, wo der Hamburger vor diesem Jahr nie weiter als das Achtelfinale gekommen war, sei "ein historischer Tag für Sascha Zverev und das deutsche Tennis" gewesen, frohlockte Boris Becker nach dem 7:6 (7:0), 6:2, 6:4 im Halbfinale gegen das britische Wildcard-Wunder Arthur Fery. Die Reise sei aber "noch nicht zu Ende", mahnte der dreimalige Champion, "noch muss er ein Match gewinnen".
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Und die Aufgabe könnte kaum schwieriger sein. Es wartet der Titelverteidiger, Zverevs Nemesis, gegen den er die letzten neun Matches allesamt verlor, sechs davon ohne Satzgewinn. Und ausgerechnet jetzt scheint der Italiener nach dem krachenden K.o. bei den French Open wieder zu seiner Bestform zu finden. Das unterstrich das dominante 6:4, 6:4, 6:4 gegen den letztlich chancenlosen Grand-Slam-Rekordgewinner Novak Djokovic.
Sinner schenkt Zverev Hochachtung
Sinner selbst geht mit viel Respekt ins Finale. Schließlich spürt auch der Weltranglistenerste, dass er auf einen runderneuerten, nochmal stärkeren Zverev trifft. "Was auch immer in der Vergangenheit zwischen ihm und mir passiert ist, ist passiert. In der Zwischenzeit hat er in Paris einen Grand-Slam-Titel gewonnen, was ihm viel Selbstvertrauen gegeben hat", sagte Sinner vor dem ersten Duell auf Rasen mit Zverev: "Wir können sehen, auf welchem Niveau er hier spielt."
Zverev bleibt hungrig
Zverevs Brust könnte kaum breiter sein, der Glaube an das Ende der Niederlagenserie und den damit verbundenen Grand-Slam-Doppelpack ist riesig. "Sobald man einmal ein Major gewonnen hat, weiß man, wie es geht, und hat das Gefühl, dass man es wieder schaffen kann", sagte Zverev. Auch habe er das Gefühl, "dass ich viel an meinem Spiel gearbeitet habe. Ich habe das Gefühl, dass sich mein Spiel verbessert hat. Manchmal ist es im Sport so einfach."
Und damit zurück zu den Bussen in London: "Man wartet ewig auf einen Bus, und dann kommen gleich zwei auf einmal", heißt es. "Ich hoffe", sagte Zverev vor dem Sinner-Showdown, "dass sich dieses Sprichwort für mich bewahrheiten wird." Die Krönung zum neuen König von Wimbledon, sie ist so nah.
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