NFL London Game gegen Jacksonville Jaguars
Chicago Bears: Caleb Williams ist tatsächlich die Lösung - ein Kommentar
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von Kevin ObermaierNFL
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Videoclip • 03:28 Min
Caleb Williams brilliert in London. Sein Auftritt gegen die Jacksonville Jaguars zeugt nicht nur von Klasse, sondern von Reife. Reife, die sogar Aaron Rodgers an selber Stelle vermissen ließ. Die Chicago Bears haben ihren Mann für die Zukunft gefunden. Ein Kommentar.
Aus London berichtet Kevin Obermaier
Dies ist eine kurze Geschichte von zwei Quarterbacks.
Beide spielten in diesem Jahr in London. Beide warfen in der ersten Halbzeit eine Interception. Einer warf danach keine mehr, einer gleich im Spielzug darauf die nächste. Einer zeigte seine Reife, einer geriet in Panik. Einer ist 22 Jahre alt und Rookie, einer seit 20 Jahren in der NFL.
Jetzt kommt der Plot-Twist: der Routinier, Aaron Rodgers, war der, der strauchelte. Der Rookie, Caleb Williams, der Abgezockte.
Die Geschichte von zwei Quarterbacks geht an dieser Stelle zu Ende. Die Geschichte des einen, die von Caleb Williams, beginnt erst so richtig.
Der Nummer-eins-Pick der Chicago Bears bewies mit seiner Leistung im London Game gegen die Jacksonville Jaguars (35:16), dass er endgültig in der NFL angekommen ist.
Und, noch wichtiger, dass die Bears ihren Franchise-Quarterback endlich gefunden haben.
Caleb Williams: reif, positiv, einfach gut
Hier könnten nun alle möglichen Statistiken aufgeführt werden, um diese These zu unterstützen. Vier Touchdowns, eine Passgenauigkeit von 79 Prozent, 93 Prozent Erfolgsquote und 111 Yards bei schnellen Pässen (weniger als 2,5 Sekunden von Snap bis Wurf) - um nur ein paar zu nennen (Quelle: "NextGenStats").
Was aber am meisten beeindruckte: Williams' Reaktion auf die frühen Rückschläge.
Der junge Spielmacher kam in den ersten 15 Minuten auf ganze drei Yards. Die Reaktion: ein 81-Yard-Drive inklusive Touchdown-Pass im ersten Ballbesitz im zweiten Viertel.
Dann die schon erwähnte Interception. Die Reaktion: kein weiterer Pick, stattdessen noch drei Touchdowns (Zentimeter verhinderten einen vierten).
Das Wichtigste zur NFL
Williams ließ sich nicht beunruhigen, blieb bei sich, wie er es schon seit seinem Draft versucht. Und behielt, wie er nach der Partie verriet, eine "positive Haltung. Es wird immer Spielzüge geben, die nicht für dich laufen. Aber du musst positiv bleiben."
Klingt einfach. Gelingt aber ab und zu nicht einmal künftigen Hall-of-Famern im 20. NFL-Jahr.
Caleb Williams schon.
Der 22-Jährige dirigierte die - seine - Offense, gab klare Signale, änderte Plays im richtigen Moment und erkannte auch, wann es an der Zeit war, seine Beine in die Hand zu nehmen.
Die Bears - nun bei 4-2 - gewannen in dieser Saison schon das ein oder andere Mal. Diesmal gewannen sie dank Caleb Williams.
Dank eines 22-Jährigen, der ungewöhnlich reif für sein Alter ist.
Dessen Geschichte in der NFL gerade erst begann - so aber noch einige Kapitel haben dürfte.
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