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NFL: Kansas City Chiefs haben ein Riesenproblem und Patrick Mahomes weiß es - ein Kommentar

Aktualisiert:

von Gianluca Fraccalvieri

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NFL-Highlights: Chiefs at Seahawks

Videoclip • 05:28 Min


Den Kansas City Chiefs wurden von den Seattle Seahawks eindrucksvoll ihre Grenzen aufgezeigt. Der amtierende Champion hat nachdrücklich demonstriert, wie eklatant die Schwachstellen sind und warum die bisherige Saison mehr Schein als sein ist. Ein Kommentar.

Drei Punkte, 213 Total Yards, elf First Downs und kein einziger Besuch in der Redzone. Müsste man diese Zahlen einem Team zuordnen, würden die Kansas City Chiefs wohl von niemandem genannt werden.

Warum auch? Seit Beginn der Ära von Patrick Mahomes ist das Team seit jeher eine der besten Offenses der Liga. Selbst wenn es bei den Wide Receivern oder Running Backs nicht läuft, kann man sich eigentlich immer auf den Star-Quarterback und seinen Wunderarm verlassen. Irgendwie fand er schließlich immer einen Weg, seiner Mannschaft Punkte aufs Scoringboard zu zaubern.

So sollte es auch gegen die Seahawks sein. Mit einer makellosen 5-0-Bilanz und entsprechend Selbstvertrauen kam der Dominator dieses Jahrzehnts nach Seattle. Dass dort der amtierende Champion mit der besten Defensive der Liga wartet, war natürlich allen bekannt. Aufgrund des wackeligen Saisonstarts (3-3) und ohne Super-Bowl-MVP Kenneth Walker, der bekannterweise die Seiten gewechselt hat, gingen die Chiefs als Favorit ins Spiel.

Was dann jedoch folgte, war eine Lehrstunde.

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Kansas City Chiefs bekommen "den Hintern versohlt"

Entgegen den eigenen Erwartungen bekam Kansas City "den Hintern versohlt", wie Mahomes es passend zusammenfasste. Es schien beinahe, als hätten die Seahawks das Playbook ihres Gegners in den Händen gehabt und sich jeden Spielzug eingeprägt.

Seattle spielte oft mit zwei tiefen Safetys, um lange Pässe von Mahomes durch die Luft zu verhindern, die Interior Line stand aber gleichzeitig so gut, dass sie Walker nie ins Spiel kommen ließ. Mahomes wurde bei über der Hälfte seiner Dropbacks unter Druck gesetzt, was er in dieser Form nur dreimal in seiner Karriere erlebt hatte.

Obwohl er nur einmal gesackt wurde, rannte der Playmaker gefühlt den ganzen Abend um sein Leben, warf eine Interception, fumbelte den Ball einmal und brachte nur 19 seiner 33 Würfe an den Mann. Beim Zuschauen kamen Erinnerungen an die Playoffs 2021 hoch, als die O-Line der Chiefs verletzungsbedingt oft nicht existent war und Mahomes im Stich gelassen wurde.

Patrick Mahomes (r.) gegen die Seattle Seahawks

Bild: Foto von CALEB BOWLIN / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES VIA AFP


Kansas City Chiefs: Zu abhängig von Kenneth Walker

Nimmt man die bisherige Saison als Vorlage, wäre das aber eigentlich kein Problem gewesen, in solchen Situationen übernahm ja schließlich Neuzugang Walker. Nicht so aber gegen Seattle.

Der Offense-Star des ersten Saisonviertels lief kein einziges Mal über zehn Yards und stand am Ende bei 14 Rushes und mageren 36 Yards. Das ist knapp 100 Yards unter seinem Saisonschnitt vor Woche sieben! Natürlich keint keine Defense die Feinheiten seiner Laufwege so gut wie die seines Ex-Teams, kommende Gegner dürften aber sehr dankbar für diese Blaupause sein.

Nachdem die Chiefs über Jahre kein funktionierendes Run Game hatten, wirkten sie auf einmal völlig planlos, sobald ein Gegner dieses Element eliminiert.

Durch die Verletzungen Rasheed Rice und Tyquan Thornton haben die Chiefs - mit Ausnahme von Xavier Worthy - keinen wirklich gefährlichen Receiver mehr zur Verfügung, sodass auch diese Stärke aus den ersten Saisonwochen mittlerweile hinfällig ist, da Defenses ihren kompletten Fokus nun auf Worthy richten könnten.

Erwischt dann auch noch Tight ENd Travis Kelce ein schwaches Spiel wie gegen Seattle (44 Yards), gehen Mahomes schlichtweg die Optionen aus. Das scheint er selbst am besten zu wissen, sein Gesichtsausdruck während des Spiels sprach Bände.

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Kansas City Chiefs: Mehr Schein als sein?

Die Frage, die man sich nach dem Debakel stellen muss, ist also: Wie stark sind die Chiefs wirklich? Die Bilanz trügt nämlich gewaltig.

Vier ihrer fünf Saisonsiege wurden gegen mit die schwächsten Teams der Liga geholt. Die Miami Dolphins, Las Vegas Raiders, Los Angeles Chargers und Indianapolis Colts haben zusammengenommen eine Bilanz von 6-20 und sind allesamt nicht berühmt für ihre starken Defenses. In Sachen Laufverteidigung befinden sich sogar alle fünf bisherigen Gegner in der unteren Hälfte der Liga.

Und trotzdem brauchte es gegen die Colts und Raiders einen Walker in Bestform, ansonsten hätten die Spiele gut und gerne in die andere Richtung gehen können. Und auch gegen die Dolphins taten sich die vermeintlich dominanten Chiefs lange Zeit schwer.

Stellt man sich mal vor, zwei dieser drei Partien wären verloren gegangen, würde in KC schon die Hütte brennen. Man sollte die erste Saison-Niederlage zwar nicht überbewerten, trotzdem dürften jetzt alle Alarmglocken bei den Chiefs schrillen. Zu deutlich wurden Mahomes und Co. vom amtierenden Champion wieder auf den Boden der Realität zurückgeholt.

Dass die Chiefs dazu einen der einfacheren Schedules der Liga hat, ist auch nicht förderlich. Was bringt es schließlich, mit einer guten Platzierung in die Playoffs zu gehen und dann direkt in der ersten Runde auf die Mütze zu bekommen?

Am kommenden Wochenende steht mit den wiedererstarkten Denver Broncos ein richtungsweisender Test an. Duell mit richtig guten Defensivteams warten dann im Dezember wieder mit den Los Angeles Rams, San Francisco 49ers und New England Patriots.

Bis dahin müssen Head Coach Andy Reid und Co. einen Plan erarbeitet haben, um offensiv flexibler zu werden und Mahomes besser in die Szene zu setzen. Gelingt das nicht, droht die Saison trotz Traumstart auf dem Papier krachend zum Fiasko zu werden.

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