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NFL - Nach Sieg bei Seattle Seahawks: Chicago Bears sind Topanwärter auf den Super Bowl - ein Kommentar

Veröffentlicht:

von Rainer Nachtwey

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NFL-Highlights: Bears at Seahawks

Videoclip • 05:12 Min


Die Chicago Bears gewinnen das Monday Night Game bei den Seattle Seahawks. Nach dieser Leistung sind Caleb Williams und Co. Topanwärter auf den Super Bowl. Ein Kommentar.

3. Viertel, 3. Versuch und 4 Yards für die Chicago Bears zu überbrücken. Die Seattle Seahawks sind nach dem Turnover und dem im anschließenden Drive folgenden Touchdown wieder dran. 17:20. Das Spiel scheint sich nach Chicagos anfänglicher Dominanz zu drehen.

Die Zuschauer im Lumen Field schreien, toben. Delay of Game. 5 Yards Strafe für die Bears. 3. Versuch und 9. Es droht der nächste Rückschlag nach dem Turnover und der verspielten 20:9-Führung.

Ein Kurzer Pass von Quarterback Caleb Williams auf Khalif Raymond, ein Block von Rome Odunze und Chicagos Wide Receiver rennt über 39 Yards bis zur 5-Yard-Linie der Seahawks.

Es ist der entscheidende Moment, der das spektakuläre Monday Night Game wieder ins Fahrwasser der Bears bringt. Und dieses Play beschreibt auch sehr gut, was die Chicago Bears der Saison 2026 ausmacht.

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Caleb Williams spielt auf Top-Niveau: Endlich effizient

Waren es bisher noch die Bilder des wilden Williams', der wie Michael Jordans Jump Man in der Luft steht und wirft, ist es jetzt der schnöde, kurze Pass. Nichts Aufregendes. Nicht Odunze, der Erstrunden-Pick vor drei Jahren macht das spektakuläre Play, sondern er leistet Drecksarbeit, blockt seinem Teamkollegen den Weg frei, während die unspektakuläre Neuverpflichtung so richtig rasiert.

Williams spielt vor und nach seiner Oberschenkelverletzung sicher, solide auf einem sehr hohen Niveau, bringt Bälle an den Mann. Über 70 Prozent Passgenauigkeit - das große Manko der Vorsaison, als er nicht mal die 60 knackte. Spektakel kann Williams aber trotzdem. Und seine Bears auch.

Mit Williams 247 Yards knackte erstmals ein Quarterback gegen Seattles Abwehrbollwerk die 200 Yards Raumgewinn über Pässe. Quarterback-Superstar Patrick Mahomes hatte in der Vorwoche noch Prügel bezogen, die Seahawks ihn mit drei mickrigen Punkten ohne Touchdown, aber mit einer Interception und einer Passquote von 57 Prozent nach Hause geschickt.

Der am Ende deutliche 34:17-Sieg gegen Super Bowl Champion Seattle zeigt, dass die Bears von Head Coach Ben Johnson gewachsen sind. Im Vorjahr noch "Cardiac Bears" - stets für einen Herzinfarkt der eigenen Fans gut - lassen sie es nicht mehr auf die spektakulären Plays ankommen. Sie beenden Spiele mit einer bisher unbekannten Abgebrühtheit - im Format eines Champions.

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Bears überzeugen an beiden Ende des Spielfeldes

Und das sind die Bears mittlerweile - zwar kein Champion, aber der aktuell heißeste Anwärter auf die Krone der NFL, den Super Bowl. Johnson hat seinen Bears eine Raffinesse, einen Spielwitz eingeimpft, der sich mit Souveränität und Abgeklärtheit paart - Attribute, die beim Klub aus Illinois in den vergangenen 40 Jahren nicht zu erleben waren.

Zu dieser schwer ausrechenbaren Offense gesellt sich seit Donnerstag nun eine überraschend starke Defense - die bis zum Trade für Defensive Tackle Jeffery Simmons als die große Schwachstelle galt.

Simmons' Wirken machte sich bereits mit dem ersten Snap bemerkbar. Der 1,95 Meter große und 138 Kilogramm schwere Koloss zog die Aufmerksamkeit der gegnerischen Offensive Line so auf sich, dass andere Spieler glänzen konnten.

Und er zusätzlich. Mit 6 Tackles, 2 davon für Raumverlust, 1 Sack und einem abgewehrten Pass war der Star-Neuzugang durchweg auf der Jagd. Simmons macht seine Mitspieler um vieles besser. Die Bears müssen nicht mehr mit 5, 6 oder gar auch schon 7 Spielern Druck auf den Quarterback ausüben, mit Simmons reichen die Standard-Vier der Defensive Line, die Secondary kann sich auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren. Defensive Coordinator Dennis Allen muss nicht immer wieder mit exotischen Blitz-Packages experimentieren.

Dieses Zusammenspiel von Offense und Defense macht Spiele der Bears zumeist - wenn nicht Backup-Quarterback Tyson Bagent gegen die Green Bay Packers spielt - sehr ansehnlich und lässt Football-Fans von der Offensiv-Power schwärme, solange sie nicht Fans des Gegners sind.

Und es macht die Bears aktuell zum Topfavoriten auf den Super Bowl. An den vergangenen zwei Spieltagen besiegte Chicago die New England Patriots und nun die Seahawks - die beiden Teilnehmer von Super Bowl LX.

Bei Super Bowl LXI im SoFi Stadium würde es daher nicht verwundern, wenn die Bears die NFC repräsentieren.

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