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NFL: Overreactions nach Week 1 - Giants sind ein Playoff-Team, Rams mehr Schein als Sein

Veröffentlicht:

von Chris Lugert

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NFL: Monster-Auftritt! Walker überrennt die Broncos

Videoclip • 02:49 Min


Die erste Spielwoche der NFL-Saison 2026 ist vorbei und so manche interessante und auch unerwartete Entwicklung war zu sehen. Zeit also für ein paar Überreaktionen.

Eine spektakuläre erste Spielwoche der NFL-Saison 2026 steht in den Geschichtsbüchern. Die Teams hielten sich mit Offensivspektakel nicht zurück und lieferten Touchdowns ohne Ende. Auch ein paar unerwartete Ergebnisse waren - wie eigentlich jedes Jahr am ersten Spieltag - wieder mit dabei.

Week 1 ist bekannt für seltsame Geschehnisse, die Monate später am Ende der Saison rückblickend betrachtet völlig absurd wirken. Manches aber ist auch ein Fingerzeig für den weiteren Verlauf der Spielzeit, weil gewisse Teams generell besser oder auch schlechter sind als erwartet.

Insofern eignet sich der erste Spieltag perfekt für klassische Overreactions. Ein etwas übermütiger Blick in die Glaskugel, der sich allzu sehr von den Eindrücken der ersten Spiele leiten lässt. Und der schon in einer Woche ganz schlecht aussehen kann - aber nicht muss.

ran liefert die prägnantesten Überreaktionen zu Week 1.

Giants sind ein Playoff-Team

Bei den New York Giants wurde in der Offseason vieles auf links gedreht. Der Trainerstab ist komplett neu, John Harbaugh bringt die Erfahrung aus erfolgreichen Jahren bei den Baltimore Ravens mit. Das Ziel: eine neue Gewinnermentalität bei den zuletzt chronisch erfolglosen Giants etablieren.

Und in Week 1 trug dieses Vorhaben direkt Früchte. Im heimischen Stadion wurde der Division-Rivale Dallas Cowboys besiegt - ein Team, das sich selbst als erweiterten Kandidaten für den Super Bowl sieht. Doch es waren die Giants, die wie ein Champion auftraten.

Quarterback Jaxson Dart spielte groß auf, nur Trevor Lawrence hatte ein höheres Passer Rating in Woche eins. Die Offense des kritisch beäugten Playcallers Matt Nagy fand eine starke Balance aus Pass- und Laufspiel. Und in der Defense hatte Rookie Arvell Reese seine ersten großen Momente.

Vor der Saison hatten die Giants bei den Buchmachern die drittniedrigste Wahrscheinlichkeit aller NFC-Teams auf den Playoff-Einzug, gerade einmal 27 Prozent wurden New York zugerechnet. Nach dem 28:20 gegen die Cowboys aber sind die Giants ein ernstzunehmender Anwärter auf die Postseason.

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Chargers-Hype ist bereits verflogen

Jedes Jahr dieselbe Schallplatte: Die Los Angeles Chargers sorgen mit gewissen Personalentscheidungen für einen Hype, dem Richtung Saisonstart immer mehr Leute folgen. Nur um dann doch zu enttäuschen. Jetzt gab es die harte Bruchlandung bereits gleich zum Auftakt.

Die Verpflichtung von Mike McDaniel als Offensive Coordinator in Verbindung mit dem Potenzial von Quarterback Justin Herbert, dazu Playmaker wie Running Back Omarion Hampton oder Wide Receiver Ladd McConkey - alles andere als mitreißendes Offensivspektakel wäre nicht erklärbar. Dachte man.

Umso ernüchternder war der Saisonstart gegen die Arizona Cardinals. Als ob das 14:26 gegen ein Team, das als Anwärter auf einen Top-5-Pick im Draft galt (und immer noch gilt?), nicht schon allein schlimm genug wäre. Dass am Ende nicht einmal 300 offensive Yards zu Buche standen, war ein Armutszeugnis.

Dabei spielte auch Herbert nicht ansatzweise auf dem Niveau, das er in der vergangenen Saison gezeigt hat. Was auch an einer horrend schlechten Interior Offensive Line lag, die weder den Quarterback durch die Mitte beschützen noch Räume für das Laufspiel freiblocken konnte. Werden diese Probleme nicht schnellstens behoben, droht den Chargers eine bittere Saison.

Patriots waren ein One Hit Wonder

Die New England Patriots waren das Überraschungsteam der Vorsaison, der Einzug in den Super Bowl kam quasi aus dem Nichts. Quarterback Drake Maye wurde gefeiert, eine goldene Ära in Foxborough schien bevorzustehen.

Nach dem Super-Bowl-Rückmatch gegen die Seattle Seahawks jedoch verfestigt sich der Eindruck, dass die Reise der Patrioten in der Saison 2025 ein einmaliges Ereignis war, begünstigt durch einen angenehmen Spielplan und das Quäntchen Glück in wesentlichen Situationen.

Denn dass Maye wirklich der Heilsbringer ist, muss nach dem Spiel gegen die Seahawks und vor allem nach dem letzten Viertel massiv hinterfragt werden. Drei Interceptions in drei aufeinanderfolgenden Drives waren maßgeblich verantwortlich für die Niederlage gegen ein Team, das auch noch mit Backup-Quarterback spielen musste. Aber auch das Playcalling von Josh McDaniels warf Fragen auf.

Das Spiel in Seattle dürfte eine Blaupause für die weitere Saison gewesen sein. Werden die Gegner und vor allem die Defenses besser, stoßen die Patriots an ihre Grenzen. In den Playoffs gegen die Houston Texans und die Denver Broncos konnte das noch irgendwie kompensiert werden, 2026 aber nicht mehr. Die Patriots schrieben eine nette Geschichte, doch es war ein Ausreißer.

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    Mittwoch, 16.09. 22:05 • WWE

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Cam Ward spielt seine letzte Saison als Starter

Eigentlich hatten sich die Tennessee Titans für die neue Saison einiges vorgenommen. Neuer Coaching Staff, dazu mit Brian Daboll einen durchaus fähigen offensiven Playcaller. Im Draft wurde zudem Wide Receiver Carnell Tate in der ersten Runde gezogen. Das Problem: All das funktioniert nur, wenn der Quarterback das auch umsetzen kann.

Aber dass Cam Ward die Antwort bei den Titans ist, erscheint immer unwahrscheinlicher. Weniger als 60 Prozent Passquote und nur 140 Passing Yards gegen die New York Jets sind einfach indiskutabel, daran ändert auch der eine Touchdown-Pass auf Elic Ayomanor nichts. Der Nummer-1-Pick des Vorjahres scheint sich in der Offseason kaum weiterentwickelt zu haben.

Sein Problem: Der aktuelle Coaching Staff hat Ward nicht ausgewählt, ist also nicht mit ihm verbunden. Und vor diesem Hintergrund erscheint es absolut denkbar, dass Ward seine letzte Saison als Starter in der NFL bestreitet. Nur eine wundersame Leistungsexplosion könnte das noch verhindern. Doch die Fantasie fehlt, wo diese herkommen soll.

Der Dickerson-Rekord wird endlich gebrochen

Mit 2105 Rushing Yards in einer einzigen NFL-Saison hält Eric Dickerson den bis heute gültigen Rekord. Vor zwei Jahren war Saquon Barkley nah dran, die Marke zu knacken, letztlich fehlten ihm 100 Yards. Nach Woche eins der 2026er-Saison scheint klar: In diesem Jahr ist Dickerson fällig.

Ob Kenneth Walker, Jahmyr Gibbs oder der ewige Derrick Henry - sie alle brachten Rushing-Werte vom anderen Stern auf den Platz und knackten die Marke von 140 Yards am Boden. Außerdem schafften die Chicago Bears sogar das Kunststück, mit gleich zwei Running Backs mit jeweils mehr als 100 Yards aus dem absurden Spiel gegen die Carolina Panthers zu gehen.

Das Laufspiel hat in der NFL wieder an Bedeutung gewonnen, was sich an den Zahlen auch ablesen lässt. Trifft dann ein kreatives Playcalling auf individuelle Qualität des Backs, kann es scheppern. Und genau das wird auch mit dem Dickerson-Rekord passieren. Womöglich wird er sogar von gleich zwei Spielern gebrochen. Unmöglich ist das jedenfalls nicht.

Kenneth Walker überragte bei seinem Debüt für die Chiefs.

Bild: ZUMA Press Wire


Rams sind nur ein Papier-Riese

Gehen die Los Angeles Rams vielleicht sogar ungeschlagen durch die Saison? Diese Frage, die im Zuge der Verpflichtung von Myles Garrett und des Comebacks von Aaron Donald tatsächlich im Raum stand, hat sich nach der Auftaktniederlage gegen die San Francisco 49ers bereits erledigt. Und generell lässt dieser Auftritt die Frage offen, wie gut die Rams wirklich sind.

Ja, Donald war noch gar nicht dabei. Und ja, vermutlich war die Idee, erst einen Tag vor dem Spiel anzureisen, gelinde gesagt, ausbaufähig. Doch weder offensiv noch defensiv waren die Rams gegen den Division-Rivalen auch nur ansatzweise konkurrenzfähig. Head Coach Sean McVay stellte danach ziemlich deutlich fest, dass die Trainingsleistungen zu wünschen übrig ließen.

Dass jetzt auch noch Garrett, der gegen San Francisco quasi non-existent war, mindestens vier Spiele aufgrund einer Knie-OP verpassen wird, hilft nicht. Stattdessen wären die Rams gut beraten, erst einmal kleinere Brötchen zu backen. Und nicht zu oft Richtung Super Bowl im eigenen Stadion blicken. Denn die Favoritenrolle haben erst einmal andere.

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