NFL
Super Bowl 2026: Für den Titel braucht es keine Superstar-Quarterbacks - ein Kommentar
Aktualisiert:
von Christian StüweSeattle Seahawks quarterback Sam Darnold (14) celebrates after winning Super Bowl LX at at Levi s Stadium in Santa Clara, California on Sunday, February 8, 2026. The Seattle Seahawks defeated the New England Patriots 29-13. PUBLICATIONxNOTxINxUSA SBP20260208875 JONxSOOHOO
Bild: UPI Photo
Während die bestbezahlten Quarterbacks der NFL bereits im Urlaub sind, gewinnen die Seattle Seahawks mit dem günstigen Sam Darnold den Super Bowl. Die Seahawks liefern somit Argumente gegen die zuletzt üblichen Monster-Verträge für Quarterbacks.
Von Christian Stüwe
"Offense wins Games, defense wins Championships."
Die uralte und ziemlich abgedroschene Sportphrase, die dem legendären Football-Coach Paul "Bear" Bryant zugeschrieben wird, hat immer noch ihre Gültigkeit. Das belegte der Super Bowl LX am Sonntag zwischen den Seattle Seahawks und New England Patriots (29:13) einmal mehr eindrucksvoll.
Die "Dark Side" getaufte Elite-Defense der Seahawks ließ der Patriots-Offense kaum Raum zur Entfaltung, erst im letzten Viertel brachte New England überhaupt Punkte auf das Scoreboard.
Seahawks-Quarterback Sam Darnold reichte dabei eine durchschnittliche Leistung (202 Yards, 1 Touchdown, keine Interception), um die Vince Lombardi Trophy nach Seattle zu holen.
Womit die Seahawks noch etwas bewiesen haben: Es braucht keinen Superstar-Quarterback, um den Super Bowl zu gewinnen!
Die zehn bestbezahlten NFL-Spieler sind Quarterbacks
Dabei geht die Entwicklung in der NFL seit Jahren in eine komplett andere Richtung. Mit Hochdruck wird in der besten Football-Liga der Welt nach Franchise-Quarterbacks gefahndet. Glauben die General Manager den richtigen Kandidaten gefunden zu haben, wird dieser mit einem langjährigen Vertrag ausgestattet und mit Geld regelrecht überhäuft.
Die Ergebnisse dieser Herangehensweise spiegeln sich im Gehaltsranking der NFL deutlich wider. Die Top Ten wurde in vergangenen Saison von Dak Prescott angeführt, dem die Dallas Cowboys stolze 60 Millionen Dollar zahlten.
Auf den Plätzen folgen Josh Allen, Joe Burrow, Trevor Lawrence, Jordan Love, Tua Tagovailoa, Brock Purdy, Jared Goff, Justin Herbert und Lamar Jackson.
Sam Darnold im Konfetti-Regen
Bild: AFP/GETTY IMAGES/SID/KEVIN C. COX
Was alle diese Signal Caller abgesehen von einem Jahresgehalt von über 50 Millionen Dollar gemeinsam haben? Richtig, keiner von ihnen schaffte es über die Divisional Round hinaus – manche nicht einmal in die Playoffs.
Stattdessen standen im Super Bowl zwei Teams mit relativ günstigen Quarterbacks. Sowohl die Seahawks wie auch die Patriots verteilen das verfügbare Geld besser auf den Rest des Kaders und legen den Fokus auf die Defensive.
In der NFL geht es um Spektakel
Darnolds Vertrag über 100,5 Millionen Dollar ist auf drei Jahre angelegt, der Cap Hit in dieser Saison betrug nur 14 Millionen Dollar. Drake Maye spielt in New England noch unter seinem Rookie-Vertrag und bekam inklusive Boni rund 2,5 Millionen Dollar ausgezahlt.
Wird das Modell der Seahawks also Schule machen und die General Manager der NFL zum Umdenken bringen? Ist die Zeit der Monster-Verträge und Superstar-Quarterbacks bald vorbei?
Das darf durchaus bezweifelt werden. Denn in der NFL geht es immer auch um Spektakel und Entertainment. Und ein Feuerwerk war der lange Zeit defensiv geprägte Super Bowl zwischen den Seahawks und Patriots nicht.
Ein Super Bowl, in dem es nach drei Vierteln durch vier Field Goals 12:0 steht, ist für die TV-Übertragung und die Vermarktbarkeit ein Albtraum.
Die Fans wollen spektakuläre Pässe und Offensiv-Aktionen sehen. Weshalb sich Superstar-Quarterbacks wohl noch keine allzu großen Sorgen um ihr Auskommen machen müssen.
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