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Hannover 96: Sandro Wagners Trainerkarriere steht jetzt schon auf dem Spiel - ein Kommentar

Aktualisiert:

von Kai Esser

2. Bundesliga

Hannover 96: Rückkehr in die Bundesliga? Wagner setzt auf harte Arbeit

Videoclip • 01:48 Min


Hannover 96 hat große Ziele und mit Sandro Wagner einen ebenso großen Namen als Trainer verpflichtet. Für den ehemaligen Nationalstürmer geht es dabei früh in seiner Karriere schon darum, selbige zu retten, bevor sie überhaupt richtig angefangen hat. Ein Kommentar.

Schon als Spieler war Sandro Wagner ein Mann der klaren Worte und polarisierte damit.

Immerhin: Auf dem Platz lieferte er und konnte sich nicht umsonst später Nationalspieler und Titelträger mit dem DFB-Team nennen, er gewann den Confed-Cup 2017.

Auch als Trainer hat Wagner kein Interesse, Kritik an seinen Aussagen allzu viel Beachtung zu schenken. Wo der FC Bayern München besser besetzt sein soll als der FC Augsburg, sein alter Klub, das könne er nicht sehen. Der Unterschied war: Die Leistungen und Ergebnisse stimmten nicht. Er wurde nach nur 14 Spielen in der vergangenen Saison entlassen.

Mit Hannover 96 hat der ehemalige Stürmer eine neue Aufgabe, die ähnlich viele Ambitionen hat, wie Wagner selbst. Für ihn geht es bei 96 um nicht weniger als seine Trainerkarriere.

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Sandro Wagner darf kein zweites Mal scheitern

Für Cheftrainer ist es stets ein Spagat zwischen den eigenen Ideen und den vorhandenen Spielern. Im Idealfall passen beide zueinander. Der ehemalige Co-Trainer von Julian Nagelsmann bei der Nationalmannschaft will Kontrolle über den Ballbesitz, vertikales Spiel und bedingungsloses Gegenpressing.

Es ist jedoch auch ein Lernprozess: Wie viele Kompromisse kann ein Trainer mit sich selbst machen, ohne von seinen Grundgedanken abzukommen? Oder geht man lieber mit wehenden Fahnen unter? Von außen wirkte es so, als hätte sich Wagner in Augsburg für Zweiteres entschieden.

Beharrlichkeit kann in diesem Fall schnell in Sturheit umschlagen. Wer unter dem Motto arbeitet, dass man einen Untergang in Kauf nimmt, solange man auf die eigene Art und Weise untergeht, der wird in diesem Geschäft nicht lange überstehen.

Der 38-Jährige kann bei Hannover zeigen, dass er flexibler ist, als er es beim FCA gezeigt hat. Dass er sich reflektiert und seine Schlüsse daraus gezogen hat und jetzt vor allem ein besserer Cheftrainer ist, als er es noch vor zwölf Monaten war. Dabei könnte aber womöglich auch ein geringeres Maß an selbst rausposaunten Schlagzeilen auf Pressekonferenzen - vor und nach Spielen - durchaus hilfreich sein.

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Hannover 96: Wagner muss Ruhe in den Klub bringen

Eigentlich müsste der neue Coach erst einmal Ruhe in den Verein bringen. Der ist nämlich mehr als unruhig.

Bestes Beispiel: Top-Scorer Lars Gindorf (drei Tore, ein Assist) war mutmaßlich recht offenkundig kein Lieblingsspieler des vorigen Trainers Christian Titz, da er nicht in sein System passte. 2025 schickte er ihn gar in die 2. Mannschaft, später per Leihe in die 3. Liga. Dort traf Gindorf 28 Mal und brach einen Drittligarekord - wohlgemerkt als Mittelfeldspieler.

Als er zurückkam, stellte Titz ihn offenbar nur widerwillig auf. Das eskalierte so sehr, dass Geschäftsführer Jonas Boldt öffentlich Ansagen machte, dass dies kein FIFA-Karrieremodus sei und der Trainer doch mit den Spielern arbeiten solle, die er zur Verfügung hat. Zusammen mit den ausbleibenden Ergebnissen kostete die wohl belastete Beziehung in die Führungsetage Titz den Job.

Es ist genau diese Sturheit, die sich eben nicht einstellen darf. Sandro Wagner verfügt über eine große Qualität, die man nicht lernen kann: Er verfügt über eine natürliche Autorität und Sachlichkeit. Selten wird er in Interviews ausfallend oder irrational, bewahrt stets die Fassung.

Doch wie bekommt man am schnellsten Ruhe in einen Klub? Mit Ergebnissen. Die muss Wagner liefern. Das Potential hat sowohl er, als auch die Mannschaft und auch der gesamte Verein Hannover 96.

Denn eins ist auch klar: Ein erneutes so frühes Scheitern darf er sich nicht noch einmal erlauben. Sonst geht seine Trainerkarriere womöglich noch mindestens eine Liga tiefer weiter.

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