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Fragen und Antworten zum Löwen-Drama

1860 München kündigt Investor Hasan Ismaik: Was sind die Folgen?

Aktualisiert:

von Franziska Wendler

ran Fußball Bundesliga

Bayern-Fans spotten nach 1860-Absturz: "Karma"

Videoclip • 02:07 Min


Nach dem Zwangsabstieg von 1860 München kündigt der Traditionsverein Investor Hasan Ismaik. ran beantwortet die wichtigsten Fragen.

In der Saga zwischen 1860 München und Investor Hasan Ismaik ist kein Ende in Sicht. Im Gegenteil!

Nach dem gescheiterten Versuch, die Liquidität des Klubs beim DFB nachzuweisen, wurde den Löwen zunächst die Lizenz für die kommende Drittligasaison entzogen.

Doch damit nicht genug. Am Donnerstagabend gab der Klub bekannt, nach 15 Jahren die Zusammenarbeit mit Investor Hasan Ismaik zu beenden.

Welche Konsequenzen hat dies? Wird sich der Jordanier gegen die Kündigung wehren? Und wie geht es für den Klub weiter?

ran beantwortet die wichtigsten Fragen.

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1860 München kündigt Vertrag mit Investorenfirma: Was sind die Folgen?

Via Pressemitteilung verkündeten die Löwen am Donnerstagabend, dass "der TSV München von 1860 e.V. den am 30. Mai 2011 geschlossenen Kooperationsvertrag mit der HAM International Limited aus wichtigem Grund mit sofortiger Wirkung gekündigt" hat.

Dies markiert zunächst einmal das Ende der 15 Jahre andauernden Zusammenarbeit mit dem jordanischen Investor.

Im weiteren Verlauf teilte der Klub zudem mit, dass "der TSV 1860 München mit Blick auf die Saison 2026/2027 alle organisatorischen und formalrechtlich erforderlichen Maßnahmen ergreift. Dem TSV München von 1860 e.V. liegt bereits die Zulassung des Bayerischen Fußballverbandes für die Regionalliga Bayern vor."

Das bedeutet: Das für Fußballvereine elementare Spielrecht liegt nun beim e.V. - die ausgegliederte Spielbetriebsgesellschaft (KGaA) besteht zwar weiterhin, und Ismaik hält weiterhin 60 Prozent der Anteile, das für die Zulassung einer Fußballlizenz nötige Spielrecht und damit ihren Zweck und Wert hat sie aber verloren.

Lässt sich Investor Hasan Ismaik die Kündigung einfach so gefallen?

Nach der Kündigung durch die Löwen hat der Jordanier sich bereits zu dem Sachverhalt geäußert.

"Wenn der Verein der Ansicht ist, dass die Kündigung des Kooperationsvertrags der richtige Weg für seine Zukunft ist, dann ist das seine Entscheidung. Wir unsererseits werden diesen Schritt sorgfältig und unter rechtlichen Gesichtspunkten prüfen und dabei alle unsere vertraglichen Rechte wahren", sagte er im Interview mit der "SZ".

Und weiter: "Was mich wirklich traurig stimmt, ist nicht die Kündigung einer Vereinbarung an sich, sondern die Tatsache, dass eine fünfzehnjährige Reise zu Ende gegangen ist, ohne dass es uns allen gelungen ist, das Maß an Vertrauen und Zusammenarbeit aufzubauen, das der Verein gebraucht hätte, um voranzukommen."

Durch die Verlagerung des Spielrechts hin zum e.V. sind die Ismaik-Anteile ohne das Herzstück, das Spielrecht, aktuell kaum noch etwas wert. Mit einer einstweiligen Verfügung könnte der Geschäftsmann klagen, ein langer Rechtsstreit wäre wohl die Folge.

Was sind die nächsten Schritte der Löwen?

Mit der Ismaik-Kündigung sind die Verantwortlichen bei den Löwen ins Risiko gegangen - und müssen demtsprechend nun handeln.

Es folgen die umgehenden Gründung einer neuen Betriebsgesellschaft, die nun schnell an Geld kommen muss. Aktuell besteht die größte Hoffnung wohl darin, den zuletzt abgesprungenen Hauptsponsor "Die Bayerische" wieder zu einer Zusammenarbeit zu überreden.

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Nach Zwangsabstieg: In welcher Liga wird 1860 München in der kommenden Saison spielen?

Durch den Abstieg aus dem Profifußball ist in der kommenden Saison nicht mehr der DFB oder die DFL, sondern der Bayerische Fußball-Verband (BFV) für die Einteilung der Löwen zuständig.

Jürgen Igelspacher, Geschäftsführer des BFV, hat gegenüber "BR24" bestätigt, dass 1860 München im nächsten Jahr in der Regionalliga Bayern antreten werde. Auch die Löwen bestätigten bereits die Zulassung zur Liga, die nun wohl von 18 auf 19, vielleicht sogar auf 20 Mannschaften aufgestockt wird.

Pikant: Laut "Bild" besitzen nur acht Spieler einen Vertrag für die Regionalliga - der Großteil des Kaders kann hingegen ablösefrei gehen. Trainer Markus Kauczinski wird demnach wohl auch nicht zu halten sein.

Wieso hat 1860 München keine Lizenz für die 3. Liga bekommen?

In der 3. Liga müssen alle Vereine im Zulassungsverfahren für die nächste Saison nachweisen, dass sie finanziell die komplette Saison stemmen können.

Vor gut einer Woche berichtete die "Süddeutsche Zeitung", dass Hasan Ismaik den Darlehensvertrag zum 21. Mai einseitig gekündigt hatte. Dadurch fehlten 1860 München 2,7 Millionen, welche sie bis zum 3. Mai beschaffen hätten müssen.

Ismaik bot dabei an, die geforderte Summe zu übernehmen, allerdings nur unter sieben Bedingungen. Der Verein schrieb später auf seiner Seite: "Da einzelne der damit verbundenen Forderungen aus grundlegenden juristischen und wirtschaftlichen Gründen für den TSV München von 1860 e. V. nicht als zustimmungsfähig angesehen werden konnten, ließ sich die vorgeschlagene Finanzierungslösung nicht realisieren."

Da sonst kein anderer Geldgeber gefunden werden konnte, erhielt der Verein keine Lizenz für die 3. deutsche Spielklasse.

Wie reagieren die Fans von 1860 München auf das Chaos?

Die Anhänger der Löwen sind seit geraumer Zeit Kummer gewohnt, die jüngsten Ereignisse fordern aber auch bei ihnen ihren Tribut. So kündigte die aktive Fanszene an, ihre bereits erworbenen Drittliga-Dauerkarten zurückzugeben - und eine Erstattung zu fordern.

"Uns ist die Tragweite dieser Entscheidung bewusst", heißt es dazu in einem Statemente. Zwar wolle man "weder unserem eigenen Verein noch den Mitarbeitenden von e.V. und KGaA Schaden zufügen", die Rückgabe der Tickets sei unter den aktuellen Umständen aber "alternativlos".

Die Fanszene stellte sogar ein Musterschreiben zur Ticket-Rückgabe zur Verfügung. Wie viele Fans tatsächlich ihre Dauerkarten zurückgeben, ist noch unklar. Klar ist aber schon jetzt, dass damit der nächste finanzielle Rückschlag eintrifft.

Bislang wurden 8.000 Dauerkarten mit einem Volumen von vier Millionen Euro verkauft.

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Nach Zwangsabstieg von 1860 München: Welche Mannschaft spielt stattdessen in der 3. Liga?

Durch den Lizenz-Entzug rückt 1860 München an das Ende der diesjährigen 3.Liga-Tabelle. Laut Paragraph 55a Ziffer 3 der DFB-Spielordnung vermindert sich dadurch die Anzahl der aus sportlichen Gründen abgestiegenen Klubs.

Nutznießer ist damit der TSV Havelse, welcher das Recht erhält, auch im nächsten Jahr in der dritten Liga zu bleiben. Im Vorfeld hatte es Spekulationen darüber gegeben, ob der Verein freiwillig auf dieses Recht verzichten würde.

Jetzt hat der Klub allerdings bekanntgegeben, auch im nächsten Jahr in der dritthöchsten deutschen Spielklasse antreten zu wollen. Auf Instagram heißt es: "Der TSV Havelse hat für die 3. Liga, die Regionalliga Nord sowie die U19-Nachwuchsliga alle erforderlichen Unterlagen fristgerecht und vollständig beim DFB bzw. NFV eingereicht und an den jeweiligen Lizenzierungs- und Zulassungsverfahren teilgenommen."

Und weiter: "Das Ergebnis der jeweiligen Verfahren wird dem Verein nach Prüfung der eingereichten Unterlagen durch die zuständigen Verbände mitgeteilt. Als Heimspielstätte für die 3. Liga hat der TSV Havelse, wie bereits in der abgelaufenen Saison, auch für die Spielzeit 2026/27 das Eilenriedestadion benannt."

Sollte der Verein keine Lizenz erhalten, würde das Recht zum nächstbestplatzierten weitergereicht werden. Das wäre Erzgebirge Aue, welche ansonsten das erste Mal in ihrer Vereinsgeschichte in die Regionalliga absteigen würden.

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