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Bundesliga

BVB – Niklas Süle hört auf: Sein Rücktritt zeigt die menschliche Seite des Fußballs – ein Kommentar

Veröffentlicht:

von Andreas Reiners

Niklas Süle hört auf.

Bild: Sven Simon


Niklas Süle will nicht mehr. Mit gerade einmal 30 Jahren beendet er seine Karriere. Ein Schritt, für den er jede Menge Respekt verdient. Ein Kommentar.

Es gibt Dinge, die einem Fußball-Profi auf die Füße fallen können. Leider immer noch, muss man dazu sagen. Schwächen gehören auf jeden Fall dazu. Sie werden im Zweifel gerne gegen einen Fußballer verwendet.

Sie zuzugeben sogar noch mehr.

So gesehen ist das Interview von BVB-Star Niklas Süle in vielerlei Hinsicht bemerkenswert.

Denn der Abwehrspieler gibt offen zu, wie sehr ihn seine Gewichtsprobleme belastet haben. Wie er getrickst hat, um die erforderlichen Zahlen auf der Waage zu erfüllen. Dass er auch "negative Gedanken" hatte. Oder ein "bisschen zu wenig gemacht einfach."

Dazu räumte er ein, wie heftig seine Angst vor einem dritten Kreuzbandriss war und warum ihm deshalb "zu tausend Prozent klar" war, dass es vorbei sei. Nachdem er vorher unter der Dusche zehn Minuten geweint hatte.

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Niklas Süle: Manchmal zu ehrlich?

Er betont, dass er sich im Laufe der Karriere nicht verbogen habe. Und verrät, dass ihn sogar sein Berater Volker Struth gewarnt habe, dass er schauen soll, dass er manchmal nicht zu ehrlich ist.

Was vor allem für sein Verhalten hinter den Kulissen gilt, denn ein Lautsprecher war er nie, sowohl auf dem Platz als auch in der Öffentlichkeit nicht. Dabei zeigt das Interview im Podcast "Spielmacher", wie reflektiert, humorvoll und selbstironisch der Ex-Nationalspieler mit den Problemen und Herausforderungen umgeht.

Weil er ehrlich ist. Menschlich

Doch Ehrlichkeit und Menschlichkeit sind Dinge, die im Milliarden-Business Fußball immer noch oft auf der Strecke bleiben. Weil es sich so eingebürgert hat. Weil es manchmal nicht anders geht. Oder weil die Protagonisten nicht anders wollen, weil der andere Weg der leichtere und damit bequemer ist.

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Niklas Süle: Menschliche Seite wird vernachlässigt

Deshalb zeigt Süles Rücktritt die menschliche Seite des Fußballs, die unweigerlich dazugehört, aber eben auch noch viel zu oft vernachlässigt wird.

Es ist hypothetisch, wäre aber interessant zu wissen, was das Interview ausgelöst hätte, wenn der Rücktritt nicht dabei gewesen wäre? Immerhin hatte er während des Gesprächs eine McDonald’s-Tüte aus dem Nebenraum geholt.

Süle spielt mit seinem Image, nutzt dafür aber auch ein Symbol, mit dem er stets aufgezogen oder auch kritisiert wurde.

Niklas Süle hört auf: Den Fußball nie geliebt?

Doch Süle achtet jetzt auf sich, nicht auf andere, um sich und seine Gesundheit zu schützen. Eine Entscheidung, die nicht nur konsequent ist, sondern auch klug. Und mutig.

Denn es ist auch 2026 nicht garantiert, dass dieser Weg einfach so hingenommen wird als persönliche Entscheidung, die es mindestens zu respektieren gilt.

2015 hieß es beim Rücktritt von Marcell Jansen, er habe den Fußball nie geliebt. Gesagt hatte das Rudi Völler. Da sollte der Fußball inzwischen hoffentlich weiter sein. Die sozialen Medien sollte Süle aber wohl am besten erstmal meiden.

Die wichtigste Botschaft bleibt daher: Süle zeigt sich menschlich. Weshalb zu hoffen bleibt, dass es die Reaktionen darauf diesmal auch sind.

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