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Fußball

FC Bayern München: Alexander Nübel wechselt zu Besiktas Istanbul – gescheitert an Manuel Neuers Machtspielen

Veröffentlicht:

von Martin Volkmar

ran Fußball Bundesliga

Bundesliga-Fans zerreißen neue Trikots: "Wie die Müllabfuhr!"

Videoclip • 01:15 Min


Gegen Manuel Neuer bekam Alexander Nübel beim FC Bayern München nie ein Bein auf den Boden – auch weil der "Platzhirsch" offenbar immer wieder gegen seinen Rivalen intrigrierte.

Bosporus statt Isar: Alexander Nübel hat das für ihn frustrierende Kapitel FC Bayern München beendet und plant den Neustart bei Besiktas Istanbul.

Nach der Aushandlung letzter Details gaben beide Klubs am Mittwoch den Wechsel des deutschen Nationaltorwarts bekannt, über den ran und andere Medien bereits vorab berichtet hatten.

Nübel erhält beim türkischen Traditionsklub einen Vertrag bis 2029, der mit rund fünf Millionen Euro netto dotiert sein soll. Zudem wurde ihm vom deutschen Sportdirektor Eduard Graf, Ex-Chefscout von Borussia Dortmund, die Rolle als klare Nummer 1 zugesagt.

Der Deal stand allerdings mehrfach auf der Kippe. Zunächst forderten die Bayern rund 20 Millionen Euro Ablöse, obwohl sie selbst den Keeper aussortiert hatten. Am Ende einigte man sich auf rund sieben Millionen Euro plus fünf Millionen Euro möglicher Nachzahlungen.

Trotzdem spart der unter Druck stehende Sportvorstand Max Eberl mit der Auflösung des noch bis 2030 laufenden Vertrags eine Menge Geld. Im schlimmsten Fall hätten die Münchner sonst noch maximal mehr als 40 Millionen Euro für einen Tribünenhocker zahlen müssen.

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Nübel verdient bei Besiktas fast auf Bayern-Niveau

Immerhin muss der FCB nach ran-Information entgegen anderslautender Meldungen keine Ausgleichszahlung an Nübel leisten, da der 29-Jährige aufgrund der extrem niedrigen Steuersätze für Spitzensportler in der Türkei netto nahezu die gleiche Summe wie zuvor bei Bayern verdient.

Zum Abschied gab Eberl ihm noch diese Worte mit auf den Weg: "Alexander Nübel ist ein sehr guter Torhüter, der sich beim FC Bayern, bei AS Monaco sowie beim VfB Stuttgart stetig weiterentwickelt und etabliert hat. Jetzt möchte er den nächsten Schritt bei Besiktas Istanbul machen."

Damit ist endgültig ein Schlussstrich gezogen unter Nübels insgesamt sechs Jahre beim deutschen Rekordmeister, die sich als großes Missverständnis herausstellten – vor allem aufgrund der ungesunden Konkurrenz zu Manuel Neuer.

Der ehemalige Sportvorstand Hasan Salihamidzic hatte den hochtalentierten Torhüter 2020 ablösefrei von Schalke 04 verpflichtet, wo er mit 22 Jahren bereits Stammspieler und zeitweise Kapitän war.

Nübel sagte auch deshalb zu, weil ihm von Salihamidzic trotz der Hausmacht von Neuer sowie dessen Kumpel und Torwarttrainer Toni Tapalovic Einsätze fest versprochen worden waren. Doch weder der Nationaltorwart noch Tapalovic oder der damalige Trainer Hansi Flick wollten davon etwas wissen.

Entsprechend angespannt war von Anfang an das Verhältnis der Konkurrenten im Tor. "Die beiden haben sich nicht verstanden", erklärte Salihamidzic kürzlich.

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Kostete Neuer Nübel die Heim-EM?

Insgesamt nur vier Pflichtspieleinsätze bestritt Nübel hinter "Platzhirsch" Neuer, der ihn nie akzeptierte. Daher ließ sich der ehemalige U21-Nationaltorwart schon nach einer unbefriedigenden Saison zunächst bis 2023 an die AS Monaco und danach bis zum Ende der abgelaufenen Spielzeit an den VfB Stuttgart ausleihen.

Nach dem herausragenden ersten Jahr bei den Schwaben mit dem Gewinn der Vize-Meisterschaft verlängerte der FCB dann ein wenig überraschend für die Nübel-Seite mit großen Zukunftsversprechungen und einer deutlichen Gehaltssteigerung vorzeitig gleich um fünf Jahre, obwohl der Ersatzmann nach der Vorgeschichte bis zu seiner Zusage lange zweifelte.

Gleichzeitig berief Julian Nagelsmann Nübel als vierten Torhüter ins DFB-Aufgebot für die Heim-Europameisterschaft und erklärte bei der Nominierung, er werde das komplette Quartett mit zum Turnier nehmen.

Doch kurz vor Beginn strich er den gebürtigen Paderborner doch aus dem endgültigen DFB-Kader – angeblich sprach sich schon damals Neuer gegen eine Berücksichtigung seines Konkurrenten aus.

Nach der EM und Neuers Rücktritt aus der Nationalmannschaft gehörte Nübel dann zum festen Stamm und rückte nach Marc-Andre ter Stegens Verletzungen zur Nummer zwei hinter Oliver Baumann auf.

Nübel-Kompromiss zwischen Nagelsmann und Neuer

Doch Nagelsmanns Rolle rückwärts kurz vor der WM hätte Nübel beinahe erneut ein großes Turnier gekostet. Wie ran erfuhr, sorgte die umstrittene Rückholaktion von Neuer für massive Verwerfungen im DFB-Team.

Torwarttrainer Andreas Kronenberg wollte angeblich sogar zurücktreten, da Nagelsmann die Personalie über seinen Kopf hinweg im Alleingang entschied und er zuvor wie der Bundestrainer Baumann die Rolle als Nummer eins und Nübel als Nummer zwei zugesagt hatte.

Zudem soll Neuer für sein Comeback angeblich die Bedingung gestellt haben, seinen Rivalen Nübel erneut kurzfristig auszusortieren und stattdessen Bayern-Backup Jonas Urbig als dritten WM-Torwart zu nominieren. Am Ende einigten sich Nagelsmann und Neuer auf den Kompromiss, Urbig als vierten Torwart mit in die USA zu nehmen. Das Verhältnis zum zurückgestuften Nübel blieb derweil frostig.

Wie wenig der Bayern-Spielführer von seinem Widersacher hält, war bereits beim DFB-Pokalfinale vor einem Millionenpublikum sichtbar. Nach dem klaren 3:0-Sieg klatschte Neuer mit mehreren Stuttgartern ab, würdigte Nübel aber keines Blickes.

Dieses "Mobbing" ist für Nübel nun endgültig Vergangenheit – vermutlich die beste Lösung für alle Beteiligten.

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