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Tah vs. Kim

FC Bayern München: Ist Neuzugang Jonathan Tah wirklich ein Upgrade? Hier hat Min-jae Kim einen Vorteil

Aktualisiert:

von Dominik Hager

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Bild: Nordphoto


Der FC Bayern verfolgt offenbar den Plan, mit Dayot Upamecano und  Jonathan Tah als Stamm-Innenverteidiger-Duo in die neue Saison zu gehen. Kim min-jae gilt hingegen als Verkaufskandidat. Doch wird die Abwehr dadurch wirklich stärker?

Kim min-jae kämpft gegenwärtig darum, seine anhaltenden Achillessehnenbeschwerden endlich zu überwinden. Der Südkoreaner ist zwar mit zur Klub-WM in die USA gereist, muss jedoch zunächst dabei zusehen, wie sich Jonathan Tah und Dayot Upamecano als Abwehr-Duo einspielen.

Die Bayern haben den deutschen Nationalspieler in der Hoffnung nach München geholt, dass er der Abwehr mit seinen Leader-Fähigkeiten Stabilität verleihen kann. Kim hingegen gilt laut neuesten "Kicker"-Angaben neben Bryan Zaragoza und Joao Palhinha zu den heißesten Verkaufskandidaten.

Zwar hatte Tah in der vorletzten Saison einen erheblichen Anteil am Meistertitel der Leverkusener, während Kim immer wieder mit Patzern auffällig wurde, jedoch stellt sich dennoch die Frage, ob der Neuzugang wirklich eine Verbesserung darstellt. Hierbei müssen schließlich mehrere Komponenten berücksichtigt werden.

Wir werfen einen genaueren Blick auf die beiden Innenverteidiger und sehen uns an, wer für die Bayern-Abwehr der bessere Spieler ist.

Pro Tah: Leader-Fähigkeiten

Jonathan Tah war bei Leverkusen der klare Taktangeber in der Abwehr. Der 29-Jährige bringt die Fähigkeit mit, Ansagen zu machen und seine Neben- und Vorderleute zu dirigieren. Tah versteht sich als Führungsspieler und wird auch in München versuchen, in der Hierarchie weit nach oben zu kommen.

Bei Kim hatte man in der Vergangenheit oft das Gefühl, dass er auf dem Platz genug damit zu kämpfen hatte, den eigenen Anforderungen zu entsprechen. Als großer Kommando-Geber ist der Südkoreaner nie aufgefallen. Möglicherweise liegt das auch ein wenig an der Sprachbarriere.

Auf Nebenmann Dayot Upamecano, der auch kein Sprachrohr ist, könnte sich das Kommen von Tah positiv auswirken.

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Pro Kim: Geschwindigkeit

Kim besitzt auf jeden Fall den Geschwindigkeits-Vorteil gegenüber Tah. Der Südkoreaner brachte in der vergangenen Saison 33,75 km/h (laut "bundesliga.de") aufs Tacho, während der Neuzugang aus Leverkusen 33,09 km/h in der Spitze rannte.

Zwar ist die Differenz nicht weltbewegend groß,  jedoch treten die eigentlichen Unterschiede mehr in der Beschleunigung auf.

Tah braucht sehr lange, um seine durchaus ordentliche maximale Geschwindigkeit zu erreichen. Kim ist schlichtweg explosiver und kann auf diese Weise die kurzen Sprintduelle erfolgreicher bestreiten. Zudem ist er entscheidend wendiger als der etwas hüftsteif wirkende Tah.

Pro Tah: Fehleranfälligkeit

Zwar beging auch Tah in der abgelaufenen Saison den ein oder anderen Fehler, jedoch gehören seine verlässliche Spielweise und Konzentrationsfähigkeit zu seinen Stärken.

Tah bleibt auch in großen Spielen meist cool und unaufgeregt und erfüllt die Aufgaben im Rahmen seiner Möglichkeiten. Er antizipiert sehr gut und geht damit dem ein oder anderen Lapsus aus dem Weg.

Bei Kim hingegen ist die Fehleranfälligkeit das ganz große Problem. Der 28-Jährige leistete sich gerade in den großen Spielen zu viele Aussetzer. In der Spielzeit 2023/24 machte er insbesondere in der Champions League gegen Real Madrid keine gute Figur und auch in der abgelaufenen Spielzeit sah er gegen Inter Mailand nicht gut aus.

Kim hat immer wieder Probleme, Szenen präzise zu antizipieren und darauf basierend die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Genau hierin liegt wohl auch der Hauptgrund begraben, warum die Münchner nicht mehr das nötige Vertrauen in ihn haben. Selbst in der Bundesliga leistete sich Kim laut "Sofascore" vier Fehler, die zu Gegentoren führten, während Tah eine weiße Weste behielt.

Pro Kim: Zweikampfstärke am Boden

Zwar ist Tah in der Luft kaum zu bezwingen, jedoch hat er am Boden ab und an seine Schwierigkeiten: In der abgelaufenen Bundesliga-Saison konnte Tah nur 44 Prozent seiner Duelle gewinnen (Quelle: "Sofascore").

Kim wurde in dieser Kategorie mit gut 51 Prozent gewonnenen Zweikämpfe auch nicht unbedingt seinem Spitznamen "Monster" gerecht, war aber eben doch klar besser als sein neuer Konkurrent. Zudem gewann er auf dem Boden zahlenmäßig doppelt so viele Duelle pro 90 Minuten.

Auch zuletzt in der Nations League fiel auf, dass Tah gegen wendige Spieler enorme Probleme hat, überhaupt in die Zweikämpfe zu kommen. Kim ist diesbezüglich fixer und kann - selbst wenn er nicht in jedem Duell eine gute Figur abgibt - seine Gegenspieler zumindest stören.

Kim setzte in der vergangenen Saison zudem rund doppelt so viele Tacklings pro 90 Minuten und eroberte mehr Bälle.

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Pro Tah: Spielaufbau

Tah sorgt im Spielaufbau zwar auch nur selten für echtes Spektakel à la Mats Hummels, agiert aber in der Regel cool und abgezockt. In der abgelaufenen Bundesliga-Saison brachte er 93 Prozent seiner Zuspiele an den Mann.

Zwar war Kim prozentual betrachtet gar nicht so weit weg, jedoch wirkten seine Aktionen dennoch immer wieder etwas wild. Dies hat oft damit zu tun, dass dem 28-Jährigen Stockfehler und andere technische Unsauberkeiten unterlaufen.

Tah ist fußballerisch sehr solide und leistet sich derartige Schwächen in der Regel nicht. Immer wieder wurde er dafür auch schon mit sehr präzisen langen Zuspielen auffällig.

Sicherlich gab es beim FC Bayern schon bessere Abwehrspieler im Spielaufbau, wie David Alaba oder Jerome Boateng, im aktuellen Kader ist Tah aber ein kleines Upgrade - zumindest im Vergleich zu Kim.

Pro Kim: System-Kompatibilität

Eigentlich ist Kim genau der richtige Abwehr-Spieler für das System Vincent Kompanys. Als hoch stehender Verteidiger kann der Südkoreaner seine Athletik und seine Stärke in den Eins-gegen-eins-Situationen ausspielen. Zumindest in der vergangenen Hinrunde bewies er das auch. Zudem hat er inzwischen Erfahrung damit, als linker Innenverteidiger zu agieren und ist es gewohnt, in einer Viererkette zu verteidigen.

Bei Tah hingegen ist die System-Kompatibilität das große Fragezeichen. Tah hat in seinen starken Jahren unter Xabi Alonso stets als zentraler Verteidiger in der Dreierkette agiert.

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Mit Edmond Tapsoba und Piero Hincapie wurde er von zwei Abwehrspielern flankiert, die etwas mobiler und besser in den Duellen gegen kleine, schnelle und wendige Gegenspieler sind. Auf diese Weise konnte er sich auf seine Stärken fokussieren, indem er als Fels in der Brandung agierte, lange Bälle entschärfte und das Zentrum schloss.

Auffällig ist jedoch, dass Tah in der Nationalmannschaft nie derart überzeugen konnte. Der 29-Jährige offenbarte Probleme dabei, in einer höher stehenden Abwehr und in einer Viererkette genauso gut zu funktionieren. Zu häufig sah Tah im DFB-Trikot nur die Rücklichter der gegnerischen Stürmer. Bezeichnend dafür war sein Auftritt gegen Portugal.

Beim FC Bayern wird Tah aber auch höher stehen und größere Räume verteidigen müssen als noch in Leverkusen. Ob er diese Herausforderung meistern kann, bleibt abzuwarten.

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Fazit

Wenngleich sich Kim in den letzten Jahren mehr Fehler leistete als Tah, ist keineswegs gesichert, dass der Neuzugang aus Leverkusen ein Upgrade darstellt.

In Sachen Leader-Fähigkeiten, Stabilität, Kopfballstärke und Aufbauspiel bringt Tah durchaus Fähigkeiten mit, die dem FC Bayern helfen können. Vor allem in den wichtigen Champions-League-Spielen kann das entscheidend sein.

Auf der anderen Seite ist jedoch festzuhalten, dass das Verteidigen in der hoch stehenden Bayern-Viererkette eine deutlich anspruchsvollere Challenge ist als das Verteidigen in Leverkusens Dreierkette. Die mäßigen Auftritte im DFB-Trikot, die Defizite bei der Beschleunigung und bei Zweikämpfen am Boden lassen Zweifel aufkommen, ob Tah auch die großen Räume verteidigen kann.

Kim passt als Spielertyp grundsätzlich besser zum Kompany-Fußball. Zudem ist zu berücksichtigen, dass sich der Südkoreaner ein halbes Jahr mit Verletzungsproblemen über den Platz gekämpft hat. Dabei ist völlig unklar, wie deutlich ihn die Schmerzen beeinträchtigt haben.

Unter dem Strich könnte ein gesunder Kim, der vermeidbare Fehler abstellt, besser zum Bayern-Fußball passen als Tah. Ein Verkauf könnte sich demnach bitter rächen, selbst wenn Tahs Souveränität und Führungsstärke beim FC Bayern ebenfalls benötigt wird.

Ein Kim-Abschied ergibt nur dann Sinn, wenn ein gutes Angebot eingeht und mögliche Alternativen, wie beispielsweise Ousmane Diomandé, verfügbar wären.

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