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FC Bayern München - Schwierige Aufgabe für Max Eberl: vier Ladenhüter, ein Auftrag
Aktualisiert:
von Carolin Blüchelran Fußball Bundesliga
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Vier Transferflops für mehr als 120 Millionen Euro Ablöse - und für keinen findet der FC Bayern bislang einen Abnehmer. Ausgerechnet Bayerns Ladenhüter sind in diesem Transfersommer für den Sportvorstand die größte Herausforderung.
Mit Nathaniel Brown und Ismael Saibari hat Sportvorstand Max Eberl die beiden Wunschtransfers des FC Bayern früh eingetütet. Über 100 Millionen Euro investierte der Rekordmeister in seine Neuzugänge.
Trotz einiger Verkäufe steht in der Transferbilanz ein Minus von rund 70 Millionen Euro. Rote Zahlen sind für den Aufsichtsrat des Rekordmeisters allerdings ein No-Go, womit für Eberl die womöglich schwierigste Phase dieses Transfersommers beginnt.
Mit Sacha Boey, Bryan Zaragoza, Joao Palhinha und Hiroki Ito sitzen vier kostspielige Ladenhüter im Kader, für die Bayern einst zusammen rund 120 Millionen Euro Ablöse bezahlte. Keiner konnte sich sportlich durchsetzen. Jetzt sollen sie den Verein verlassen. Nur: Für alle vier einen Käufer zu finden, entwickelt sich zu einem Ding der Unmöglichkeit.
Das Ironische daran: Die größten Baustellen hat Eberl nur teilweise selbst verursacht. Boey und Zaragoza wurden unter Sportdirektor Christoph Freund verpflichtet. Palhinha galt schon einst unter Thomas Tuchel als Wunschspieler, Eberl erfüllte nur seinen Auftrag. Jetzt muss er den Kader von millionenschweren Altlasten befreien. ran gibt einen Überblick.
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Sacha Boey: teurer Transferflop ohne Perspektive
Als sich Noussair Mazraoui und Konrad Laimer im Januar 2024 verletzt hatten, verpflichtete Bayern Boey für rund 30 Millionen Euro von Galatasaray. Unter anderem verhinderten Muskelverletzungen einen Durchbruch.
Im Februar 2026 kehrte er per Leihe nach Istanbul zurück, kam dort nur sporadisch zum Einsatz, weshalb Galatasaray auf die Kaufoption verzichtete. Sein Marktwert fiel laut Transfermarkt von 22 auf zehn Millionen Euro.
In den Planungen von FCB-Trainer Vincent Kompany spielt Boey keine Rolle mehr. Das bestätigte zuletzt Sportdirektor Christoph Freund. Doch die vom Rekordmeister geforderten 15 Millionen Euro Ablöse ist bislang kein Klub bereit, zahlen.
Fazit: Aus einer 30-Millionen-Euro-Investition ist ein Spieler geworden, für den sich bislang kein Käufer zu Bayerns Bedingungen findet.
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Bryan Zaragoza: drei Leihen, kein Durchbruch
Für Zaragoza zahlte Bayern Anfang 2024 rund 13 Millionen Euro an den FC Granada. Doch weder in München noch auf Leihbasis bei Osasuna, Celta Vigo und zuletzt beim AS Rom gelang ihm der Durchbruch. In Italien kam der Spanier sogar nur auf sechs Pflichtspiele, die Kaufoption über 13,5 Millionen Euro blieb folgerichtig ungenutzt.
Sein Marktwert hat sich laut Transfermarkt inzwischen von 17 auf acht Millionen Euro mehr als halbiert. Gleichzeitig verdient Zaragoza rund vier Millionen Euro jährlich.
Weil mit Michael Olise, Luis Diaz und Ismael Saibari hochkarätige Flügelspieler eine zu große Konkurrenz darstellen, besitzt er beim FC Bayern keine sportliche Perspektive mehr.
Fazit: Gesunkener Marktwert und verhältnismäßig hohes Gehalt machen Zaragoza zu einem der schwierigsten Verkaufskandidaten.
Joao Palhinha: der teuerste Problemfall
Mit 51 Millionen Euro Ablöse war Joao Palhinha die teuerste Verpflichtung der vier Spieler. Sportlich ging die Rechnung nie auf - auch aufgrund von Verletzungen.
Zuletzt spielte der Portugiese auf Leihbasis bei Tottenham Hotspur. Obwohl er sich dort einen Stammplatz erkämpfte, verzichteten die Spurs auf die Kaufoption über 30 Millionen Euro. Zu teuer!
Bayern würde den 31-Jährigen gerne für rund 25 Millionen Euro verkaufen. Angebote aus Saudi-Arabien und der Türkei lehnte Palhinha selbst aus familiären Gründen ab. Benfica und Sporting Lissabon können die finanziellen Rahmenbedingungen kaum stemmen. Als Interessent gilt derzeit Aston Villa. Doch auch der Premier-League-Klub bevorzugt aus Kostengründen eine Leihe.
Fazit: Ausgerechnet der teuerste Problemfall ist gleichzeitig der schwierigste Verkauf.
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Hiroki Ito: Verletzungspech statt Fehleinkauf
Für Ito zog Bayern im Sommer 2024 die Ausstiegsklausel über 23,5 Millionen Euro. Doch zwei Mittelfußbrüche hintereinander und weitere Muskelverletzungen verhinderten, dass sich der Japaner nach seinem Wechsel vom VfB Stuttgart etablieren konnte.
Mit Jonathan Tah, Dayot Upamecano und Minjae Kim im Zentrum sowie Alphonso Davies, Nathaniel Brown, Konrad Laimer und Josip Stanisic auf links ist der Konkurrenzkampf inzwischen noch größer geworden.
Itos Marktwert liegt laut Transfermarkt bei rund 18 Millionen Euro, Bayern wäre wohl bei etwa 20 Millionen Euro gesprächsbereit. Medienberichten zufolge könnten sich in Spanien Interessenten finden. Konkretes gibt es bisher aber nicht.
Fazit: Anders als bei den anderen Verkaufskandidaten scheiterte Ito weniger an seinen fußballerischen Qualitäten als an seinem Verletzungspech. Für Interessenten macht genau diese Anfälligkeit einen Transfer riskant.
FC Bayern: Verkäufe für Max Eberl jetzt wichtiger als Einkäufe - Gelassenheit bei Uli Hoeneß
Für den FC Bayern beschreiben die vier Ladenhüter ein Dilemma. Solange keiner von ihnen den Verein verlässt, bleibt Kapital gebunden. Hinzu kommen Millionen-Gehälter und ein aufgeblähter Kader, der es auch für Nachwuchsspieler erschwert, eine Chance zu bekommen.
Für Eberl beginnt daher erst jetzt der eigentliche Kraftakt auf dem Transfermarkt, der zukunftsweisend sein könnte. Denn am Ende wird auch mit Blick auf seinen 2027 auslaufenden Vertrag vielleicht nicht entscheidend sein, wen er verpflichtet hat, sondern welche Millionen-Investition er nicht losgeworden ist.
Von Hoeneß bekommt Eberl hingegen Rückendeckung, der Bayern-Patron verweist auf bereits erwirtschaftete Transfereinnahmen. "Es waren zwar kleine Summen, aber am Ende war es doch ein ganz schöner Betrag. Wir hatten heute Morgen eine kleine Sitzung mit Herbert Hainer und ein paar Leuten von unserem Aufsichtsrat, und da hat er berichtet, dass schon über 40 Millionen Euro eingenommen wurden", sagte der Ehrenpräsident am Rande des Testspiel gegen den FC Rottach-Egern im Trainingslager am Tegernsee.
Außerdem stellt Hoeneß klar, dass der Rekordmeister keine Spieler unter Wert abgeben möchte: "Wenn es jetzt noch gelingt, den einen oder anderen abzugeben, was wir eigentlich gerne möchten, aber - und das muss ich auch noch mal ganz deutlich sagen: Ein Vertrag beim FC Bayern ist sakrosankt. Das heißt: Wenn man am Ende eben nichts findet, müssen wir die Spieler behalten", verdeutlichte der 74-Jährige.
Auch interessant: FC Bayern: Hoeneß beendet Eberl-Diskussion - unwürdige Hängepartie endlich vorbei - Kommentar Und: FC Bayern – Max Eberl bestätigt: Michael Olise lehnte FCB-Angebot ab
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