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FC Bayern München: Zahlen belegen die Formkrise von Luis Diaz – machen aber auch Hoffnung

Veröffentlicht:

von Justin Kraft

ran Fußball Bundesliga

FC Bayern: Kimmich feiert 500. Pflichtspiel mit Jubiläumstorte

Videoclip • 01:05 Min


Der FC Bayern München hat noch ein bisschen Sand im Getriebe. Sinnbildlich dafür steht Luis Diaz, der an seine starke Debütsaison noch nicht anknüpfen kann.

Eigentlich ist der FC Bayern München im Soll. Drei deutliche und ein knapper Sieg stehen in dieser Pflichtspielsaison auf dem Konto – hinzu kommt ein etwas unglückliches 0:0 beim FC Schalke 04.

Und dennoch ist es offensichtlich, dass das Team nach der WM 2026 und einer zerstückelten Vorbereitung noch Zeit braucht, um wieder die Wucht zu entwickeln, die es in der vergangenen Saison hatte.

Bei 18 Toren in sechs Pflichtspielen von einer Ladehemmung zu schreiben, wäre zu viel der Kritik. Trotzdem ist es für den FCB gerade offensiv derzeit alles andere als leicht. Die Lockerheit, die man von ihnen gewohnt war, fehlt im Moment noch.

Sinnbildlich dafür steht Luis Diaz. Gegen die SV Elversberg wurde der Kolumbianer in der zweiten Halbzeit einmal in eine überragende Abschlussposition gebracht. Ein Video ging anschließend viral, in dem zu sehen ist, wie Josip Stanisic bereits jubelt, bevor Diaz überhaupt schießt.

Der 29-Jährige aber vertändelt die Kugel, kommt nur noch per Hacke zum Abschluss und scheitert. Stanisic ist außer sich vor Wut. Es ist bei weitem nicht das erste und einzige Mal, dass Diaz dieser Tage eine unglückliche Figur abgibt. Muss man sich in München Sorgen machen?

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Luis Diaz spielte die Saison seines Lebens

Interessant ist zumindest der Blick in seine Vergangenheit. 26 Tore und 23 Vorlagen steuerte Diaz in seiner ersten Saison zum Erfolg des FC Bayern bei. Eine außergewöhnliche Leistung in seiner Karriere. Sein Bestwert lag zuvor bei 22 Toren und elf Vorlagen für den FC Porto in der Saison 2021/22. Direkt vor seinem Wechsel nach München kam er auf 17 Tore und acht Assists für den FC Liverpool.

Diaz war schon immer ein Spieler, der nicht über seine direkten Torbeteiligungen definiert wurde. Sein Output lag vor allem in Dribblings, Tempoläufen und Pressingsituationen. Mit Wucht und Geschwindigkeit brachte er schon immer Gefahr in die Offensive. Weniger mit der Anzahl an Scorerpunkten aus den Sphären der Weltklasse.

Deshalb kam die vergangene Saison durchaus überraschend. Im System von Trainer Vincent Kompany stieg Diaz von einem Spieler, der an der Weltklasse-Ebene kratzte, auf zu einem, der endgültig ganz oben angekommen ist.

FC Bayern darf hoffen: Die Statistik spricht für Diaz

Die ersten Spiele der neuen Saison wirken wie ein kleiner Rückfall in die Zeiten, in denen er nicht so zuverlässig traf und vorbereitete. Ein sehr guter Fußballer, dem es ein bisschen an Präzision in den finalen Aktionen fehlte. Laut "Fotmob" kommt Diaz mit seinen bisherigen Chancen bereits auf etwas mehr als vier erwartete Tore in Bundesliga, Champions League und Pokal – in der Realität gelang ihm nur eines.

Zum Vergleich: In der vergangenen Saison kam Diaz auf rund 26 erwartete Tore. Also genau so viele, wie er tatsächlich erzielt hatte. Das wiederum ist aber auch eine gute Nachricht. Denn positive Ausreißer zeichnen sich bei Spielern häufig dadurch aus, dass sie ihre xG deutlich überperformen.

Anders als gemeinhin angenommen, ist das kein Qualitätsmerkmal des Abschlusses, sondern vor allem das Zeichen, dass es bald wieder bergab geht.

Die meisten Top-Stürmer zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht nur viele Tore erzielen, sondern auch einen sehr hohen xG-Wert erzeugen. Je größer die Stichprobe, desto näher sind beide Werte beieinander. Eine starke Überperformance gibt es nur in kurzen Zeiträumen, nicht langfristig.

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Diaz ist mehr als seine Tore

Und genau das ist die gute Nachricht: Diaz kommt in die Abschlusssituationen. Rein statistisch gesehen gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass er sich bald auch wieder mit seinen Toren annähern wird.

Die Frage ist allerdings, wie sehr er die jetzige Phase in seinen Kopf lässt und wie lange es ihn möglicherweise blockieren wird. Im Interview mit "Sky" gab er sich jüngst optimistisch.

"Es kann mal sein, dass ich nicht gut spiele, dass ich das Tor nicht treffe", so Diaz: "Aber ich werde mich immer reinhängen und alles für die Mannschaft geben, 101 Prozent auf dem Platz geben." Er sei "auf der Suche nach meiner besten Version und werde sie bald finden. Ich glaube, im nächsten Spiel kommt dieses Tor."

Dieses nächste Spiel wäre bereits am Freitagabend gegen Union Berlin (ab 20:30 Uhr im Liveticker). Danach geht es in eine lange Länderspielpause. Für Diaz ist es die Chance, die erste Saisonphase mit dem FC Bayern positiv abzuschließen. Den Trend in die richtige Richtung anzustoßen.

Seine positive Mentalität ist einer der Gründe, warum er für die Münchner so schnell so wichtig wurde. Und das ist dann eben auch die andere Perspektive auf diese kleine Formkrise, die er aktuell hat: Diaz fällt in schwächeren Spielen nicht ab. Er hat weiterhin eine ungemein hohe Arbeitsrate und sorgt dafür, dass das Tempo im Angriff hoch bleibt.

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