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Bundesliga

FC Bayern – Sportvorstand Max Eberl im exklusiven Interview über Jamal Musiala: "Möchte weniger Medikamente nehmen"

Veröffentlicht:

von Julia Schenk

ran Fußball Bundesliga

FC Bayern: Kane-Zukunft weiter offen - Max Eberl lässt Fans zittern

Videoclip • 01:18 Min


Bayern-Sportvorstand Max Eberl gibt im exklusiven Interview mit ran/SAT.1 Einblicke in die Erkrankung von Jamal Musiala. Zudem spricht er über die Kaderplanung der Münchner und das Supercup-Duell gegen den BVB.

Das Interview führte Julia Schenk

Die Gesundheit von Jamal Musiala beschäftigt derzeit Fußball-Deutschland. Im Interview mit ran/SAT.1 hat FCB-Sportvorstand Max Eberl vor dem Duell zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern im Franz Beckenbauer Supercup am Samstag (ab 19:30 Uhr live in SAT.1 und kostenlos auf Joyn) über die Situation des Nationalspielers gesprochen.

Auch den Umbruch bei Borussia Dortmund und die Erwartungen an Neuzugang Ismael Saibari kommentierte Eberl. Zudem ist die Verlängerung von Harry Kane Thema, die noch nicht in trockenen Tüchern ist.

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Wird Jamal Musiala symptomfrei? Eberl: "Bin kein Arzt"

ran: Herr Eberl, wie geht es Jamal Musiala? Wann haben Sie das letzte Mal mit ihm gesprochen?

Max Eberl: Man muss festhalten, dass der große Unterschied jetzt ist, dass die Öffentlichkeit über die Erkrankung von Jamal Bescheid weiß. Für uns als Verein, für uns als Staff, als Mannschaft ist das eine Thematik, mit der wir schon seit Monaten konfrontiert sind, bei der wir Jamal unterstützen. Natürlich sprechen wir mit Jamal immer wieder. Es ist sein persönliches Recht und auch sein Wunsch, darüber zu reden, und das haben wir auch immer respektiert. In unserem Umgang mit Jamal hat sich in den letzten Tagen nicht sehr viel verändert. Das geht genauso sorgsam, gewissenhaft, miteinander unterstützend voran, wie es die Monate davor auch war.

ran: Sie haben erklärt, dass die beiden Zusammenbrüche aufgrund der Umstellung der Medikamente zustande kamen. Hofft man, dass man jetzt die Balance findet, dass er symptomfrei spielen kann, ohne dass man Angst um ihn haben muss?

Eberl: Ich bin kein Arzt und wir bewegen uns da natürlich in einem sehr schwierigen Umfeld. Deswegen kann Fragen zu einer Symptomfreiheit nur der Arzt beantworten. Was ich sagen kann, was wir seit Monaten machen: Wir sind immer in enger Absprache mit Neurologen, mit seinen Experten um ihn herum, mit unseren Mannschaftsärzten. Alles erfolgt in enger Absprache mit Jamal und sein Wunsch wird immer berücksichtigt. Er hat den großen Wunsch, Fußball zu spielen. Er möchte diese Freude am Leben haben, das, was er vorher hatte. Jetzt wird ein junger Mensch damit konfrontiert und wir begleiten ihn gewissenhaft und immer unter Berücksichtigung seiner Gesundheit. Das ist das Wichtigste, das für ihn zählt.

Jeder Mensch, der Medikamente regelmäßig nehmen muss, wäre froh, wenn er keine Medikamente mehr nehmen muss, wenn alles wieder normal ist. Genau an diesem Punkt war man, dass Jamal sehr gut eingestellt war. Dann hat er aber das Gefühl gehabt, er möchte weniger Medikamente nehmen, und hat die Medikation ein Stück weit verändert. Das hat jetzt dazu geführt, dass es leider sehr kurzfristig – augenscheinlich für die Öffentlichkeit – zweimal passiert ist. Jetzt wird das wieder angepasst und auf ein Niveau gebracht, um diese 'Anfallsarmut' – so würde ich es beschreiben – wieder hinzubekommen. Wir wissen es schon länger, wir haben die ganze Rückrunde agiert, wir hatten Erfolge, Jamal war auf dem Platz und niemand hat irgendwas bemerkt. Das ist das, was wir im besten Fall wieder erreichen wollen.

FC Bayern: Max Eberl will Supercup als Push nutzen

ran: Kommen wir zum Sportlichen, zum Franz Beckenbauer Supercup: Welchen Stellenwert hat dieses Spiel für Sie?

Eberl: Einen sehr hohen, weil es der erste Pokal ist, den man in einer Saison gewinnen kann. In jedem Bundesligaspiel kannst du drei Punkte gewinnen, im Pokal kannst du das Weiterkommen gewinnen, in diesem Supercup kannst du direkt eine Trophäe gewinnen. Und Bayern München steht dafür, dass wir alle Trophäen, die in einer Saison zu gewinnen sind, versuchen, zu erreichen. Damit haben wir quasi beim BVB auswärts gleich eine hohe Hürde, ein Stadion, das alles dafür tun wird, dass der BVB diesen Pokal in Dortmund behält. Und wir werden alles dafür tun, diesen Pokal nach München zu bringen, in die Allianz Arena, um den ersten Titel für diese Saison zu feiern.

ran: Der Supercup kann ein Fingerzeig sein, wo die Reise hingeht, um einen Push für den Saisonstart mitzunehmen. Vergangenes Jahr hat man eine tolle Siegesserie gestartet. Wie wichtig ist das gerade in Dortmund bei dieser Rivalität, bei so viel Prestige?

Eberl: Für uns ist einfach wichtig, den Pokal zu holen. Das ist das, was für uns zählt. Das ist ein Finale, es spielt der Erste in der Bundesliga gegen den Zweiten, weil den Pokal haben wir Gott sei Dank auch gewinnen dürfen. Somit ist es nicht der Pokalsieger, sondern der Zweite in der letzten Bundesligaserie. Das heißt, die beiden Top-Teams der Saison 25/26 treffen direkt in der Saison 26/27 in einem ersten Finale aufeinander. Und natürlich gibt ein Sieg immer einen Push. Aber wie gesagt, wir haben eine sehr lange Saison danach noch vor der Brust, über die wir uns aber jetzt erst mal gar nicht so viele Gedanken machen, sondern wirklich über dieses Spiel morgen in Dortmund beim BVB, um diese hohe Hürde zu nehmen.

ran: Was erwartet denn die Bayern in Dortmund? Dortmund ist ein Team vor einem Umbruch oder im Umbruch, mit jungen Gesichtern und jungen Talenten. Auf was muss man sich da einstellen? Wie beobachten Sie den BVB? Was erwarten Sie?

Eberl: Es ist ja auch die erste Transferperiode von Nils-Ole Book, der als neuer Sportdirektor da ist, der zusammen mit Lars Ricken und Niko Kovac den Kader gerade zusammenstellt. Natürlich haben sie sich verändert. Trotzdem darf man nicht vergessen, dass sie letzte Saison eine sehr stabile, sehr ordentliche, gute Saison gespielt haben. Natürlich hätten sie uns auch gerne noch mehr gefährdet, aber das beginnt eben jetzt wieder ein Stück weit bei null. Wir haben die neue Saison. Man könnte ein Ausrufezeichen setzen. Wir wollen das setzen, aber der BVB will es auch setzen.

Und der BVB ist einfach über Jahre hinweg mit Bayer Leverkusen, mit RB Leipzig, mit dem VfB Stuttgart in den letzten Jahren einer der Vereine, die uns immer wieder das Leben schwer machen. Und wie gesagt, wir spielen auswärts, wir spielen gegen eine gelbe Wand, die weltbekannt ist, haben unsere rote Wand im Rücken, hätten aber gerne mehr Bayern-Fans dabei. Da kann man sich auch mal Gedanken machen, ob man vielleicht so ein Finale nicht wie beim Pokalfinale handhabt, was die Zuschauer betrifft. Das wäre ja auch für die Bayern-Fans schön, die im Westen ansässig sind. Und dann versuchen wir quasi im Signal Iduna Park dem BVB den Titel wegzunehmen.

ran: Kommen wir auf die Vorbereitung der Bayern: Wie zufrieden sind Sie denn? Wo steht die Mannschaft? Es wird ja dieses Spiel auch ein Stück weit schon zeigen. Olise, Upamecano und Kane sind erst eine Woche zurück. Wo, glauben Sie, steht der FC Bayern?

Eberl: Das ist ehrlicherweise noch schwer zu sagen. Ich muss festhalten: Wir haben bis auf das allererste Spiel gegen Wehen Wiesbaden, wo tatsächlich fast ausschließlich junge Spieler gespielt haben, alle anderen Spiele gewonnen. Gegen Aston Villa, gegen Leipzig, auch jetzt das letzte gegen Heidenheim. Und die Jungs kamen peu à peu zurück nach der Weltmeisterschaft. Es ist immer schwierig, nach einer Weltmeisterschaft eine Vorbereitung zu planen, weil dort unterschiedliche Spieler zu unterschiedlichen Zeitpunkten zurückkommen. Urlaub ist aber 1990 zu 2026 definitiv anders. Die Jungs sind viel professioneller als damals. Es soll gar keine Wertung sein, aber es ist einfach so: Aufgrund dieser Dichte der Spiele, aufgrund der Anzahl der Spiele mit der Weltmeisterschaft und den ganzen Wettbewerben kommen die Jungs auf einem anderen Stand zurück.

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Verlängerung von Harry Kane noch nicht in trockenen Tüchern

ran: Stichwort Kaderplanung: Bayern hat sich unter anderem mit Nathaniel Brown und Ismael Saibari verstärkt. Was erwarten Sie von Saibari?

Eberl: Wir haben uns mit Nene und mit Isi, wie seine Abkürzung ist, sowie mit Bara Ndiaye, der letzte Saison schon bei uns per Leihe war, verstärkt. Wir haben Spieler wie Leon Goretzka, Raphael Guerreiro und Nicolas Jackson abgegeben und denken, dass wir mit der Konstellation, die wir jetzt gefunden haben, den Kader nochmal variabler, nochmal breiter und auf jeden Fall jünger aufgestellt haben. Saibari ist ein Spieler, der eben sehr viel mitbringt, was bei uns in der Offensive gebraucht wird. Also Power, Intensität, Schnelligkeit, Torabschluss, einen guten Körper. Er kann auch mal den Körper reinstellen, sich mit allen unseren Offensivspielern gut verlinken, weil er eine gute Spielintelligenz hat. Dementsprechend erwarten und erhoffen wir uns sehr viel von ihm.

ran: Thema Harry Kane: Er hat ja selber gesagt, diese Woche oder nächste könnte die Verlängerung über die Bühne gehen. Ist das nur noch Formsache? Kann man da die Fans schon beruhigen?

Eberl: Beruhigen würde ich nicht sagen, weil bei Verträgen, bis die dann tatsächlich unterschrieben sind, noch so viel passieren kann. Man hat die ominösen Pferde vor der ominösen Apotheke auch schon sich übergeben sehen, wenn ich es mal so sagen darf. Aber wir hatten Gespräche, wir haben Gespräche, wir fühlen uns beide sauwohl miteinander. Er fühlt sich superwohl in München. Wir sind super happy, dass er beim FC Bayern ist, und er hat ja nicht umsonst zum zweiten Mal den Goldenen Schuh gewonnen. Er fühlt sich in der Mannschaft sehr wohl, das ist das, was für ihn zählt. Er hat auch zum ersten Mal in seiner Karriere Mannschaftstitel geholt. Dementsprechend wüsste ich nicht, was im Wege stehen sollte.

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Eberl spricht über eigene Zukunft

ran: Wie steht es um Ihre eigene Zukunft?

Eberl: Nächste Woche tagt der Aufsichtsrat. Ich habe immer wieder gesagt: "Ich mache meine Arbeit, ich versuche, den FC Bayern dahin zu bringen, wo der FC Bayern sich sieht." Ich versuche, dem FC Bayern die bestmögliche Unterstützung mit meiner Arbeit, mit meiner Expertise zu geben. Und wenn dann der Verein zufrieden damit ist, schauen wir, was der Aufsichtsrat nächste Woche entscheidet.

ran: Worauf freuen Sie sich denn besonders? Was sind die großen Herausforderungen in dieser Saison?

Eberl: Das zu bestätigen, was wir letztes Jahr gemacht haben. Also nicht nur von den Erfolgen her, sondern auch von den Rekorden, die wir gebrochen haben. Wir haben etwas Außergewöhnliches geleistet. Wir haben den einen oder anderen Rekord sogar pulverisiert, wenn wir ans Toreschießen denken. Aber das ist genau die Herausforderung, weil jeder denkt, es wird so weitergehen, und genau dieser Herausforderung müssen wir uns diese Saison stellen, dass wir eben mit keinen riesigen Veränderungen im Kader wieder diese Performance erreichen wollen. Das bedarf harter Arbeit, es bedarf Fokus darauf, dass wir wieder anfangen müssen. Wir können nicht sagen: 'Okay, das, was wir vor ein paar Monaten hatten, das rollt jetzt einfach so weiter.' Das werden wir jetzt alles wieder mit harter Arbeit erarbeiten müssen. Und vor allem die Art und Weise des Fußballs. Es war unfassbar attraktiv, es war intensiv, es war nach vorne, es waren Tore ohne Ende. Wir haben die Messlatte sehr hochgelegt. Das zu bestätigen, ist eine Aufgabe, die wir in der neuen Saison zu leisten haben.

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