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Hamburger SV: Ist der Traum von Europa realistisch oder reine Utopie? - Pro & Contra
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von Dominik Hagerran Fußball Bundesliga
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Der Hamburger SV hat sich im Transfersommer 2026 mächtig verstärken können und geht hoffnungsfroh in die neue Saison. Doch kann das auch schon für das internationale Geschäft reichen? Ein Pro und Contra.
Der Hamburger SV gilt für viele Experten als großer Gewinner der Sommer-Transferphase 2026. Gut ein Jahr nach der Bundesliga-Rückkehr ist die Erwartungshaltung bei den Rothosen dementsprechend auch gestiegen.
Ging es in der Vorsaison eigentlich nur darum, die Klasse zu halten, dürfte der einstige Bundesliga-Dino nun zumindest mit einem Auge auf einen einstelligen Tabellenplatz schielen. Doch geht für die Hamburger vielleicht sogar noch ein Ticken mehr? So manch einer träumt sogar schon vom internationalen Geschäft.
Ist ein solches Wunschziel noch vermessen oder haben die Hamburger tatsächlich eine Chance auf das internationale Geschäft?
Wir werfen einen genaueren Blick auf den HSV.
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Pro: Die Euphorie ist gewaltig
Eine gute und euphorische Stimmung kann auch mal Berge versetzen. Insbesondere nach dem irren Transfer-Endspurt mit den Transfers von Fabio Vieira, Zakaria El Ouahdi und David Möller Wolfe ist das gesamte HSV-Umfeld positiv gestimmt und die Atmosphäre bei den Fans erwartungsfroh.
Der HSV hat schon immer von einer enorm engen Connection zwischen den Anhängern und der Mannschaft gelebt. Zwar kann dies in Krisenzeiten auch mit Druck einhergehen, 60.000 lautstarke Fans auf der Tribüne sitzen zu haben, kann in guten Zeiten dafür eine umso größere Dynamik entwickeln.
Der HSV ist zwar sportlich gut aufgestellt, verglichen mit den anderen Teams, die ums internationale Geschäft kämpfen, aber dann doch ein wenig im Hintertreffen. Genau diese fehlenden Prozente können jedoch von der aktuell herrschenden Aufbruchstimmung wettgemacht werden.
Contra: Der Vuskovic-Abgang wird die Abwehr schwächen
Die Leihe von Luka Vuskovic war für den HSV ein absoluter Glücksfall. Die Rothosen kamen in der vergangenen Saison insbesondere über eine sehr starke Defensive, in der der von Tottenham Hotspur geliehene Kroate aber eben das wichtigste Puzzlestück war. Der Yougster fungierte als Fels in der Brandung und war auch im Spielaufbau eine wichtige Konstante.
Bereits nach dem Abschied von Vuskovic war klar, dass die Hamburger diesen nicht eins-zu-eins ersetzt bekommen. Mit Sebastiaan Bornauw kam ein Innenverteidiger, der über viel Bundesliga-Erfahrung verfügt und sicherlich gute Anlagen hat, an die Klasse von Vuksovic aber nicht heran kommt.
Ohnehin ist der HSV in der Dreierkette eher dünn besetzt. Jordan Torunarigha und Nicolas Capaldo sollten sich im Idealfall nicht verletzen. Zudem gilt es abzuwarten, wie gut die beiden performen können, wenn Vuskovic als Nebenmann fehlt. Die im Vorjahr mit am besten besetzte Position könnte nun fast schon eine kleine Schwachstelle sein.
Pro: Der HSV hat zahlreiche Schwachstellen ausmerzen können
Die Tatsache, dass man sich mehr um die Innenverteidigung als um andere Positionen Sorgen machen muss, liegt vor allem daran, dass der HSV seine Schwachstellen enorm verstärken konnte.
Im Angriff haben die Hanseaten gleich zweimal reagiert, nachdem es im Vorjahr keinen Stürmer gab, der auch nur ansatzweise als Torjäger funktioniert hat. Die Hoffnungen liegen vor allem auf Terem Moffi, der vor wenigen Jahren zu den gefährlichsten Mittelstürmern der Ligue 1 zählte.
Zwar hatte Moffi nach einer Kreuzbandverletzung in der vergangenen Spielzeit bei OGC Nizza und beim FC Porto zu kämpfen, jedoch darf sich der HSV auf einen Top-Stürmer freuen, sollte er seine frühere Form wieder ansatzweise finden. Ähnliches gilt für Patson Daka. Der 27-Jährige kostete einst 30 Millionen Euro, funktionierte bei Leicester City aber nicht optimal.
Die Rothosen können zudem auf Youngster Otto Stange setzen, der nach seiner Leih-Station in Elversberg zurück an der Elbe ist.
Fast noch wichtiger als die Verstärkungen auf der Stürmerposition sind jene auf den beiden Außenbahnen. Claus Costa hat es tatsächlich geschafft, auf den letzten Metern mit El Ouahdi und Möller Wolfe zwei international erprobte Spieler zu holen. Beide stellen ein enormes Upgrade im Vergleich zum vorherigen Personal da.
Der HSV ist nun ausgewogen stark besetzt und kann auch über die Außenbahnen wieder mehr Druck erzeugen.
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Contra: Das Team muss sich einspielen
So sehr man die Last-Minute-Transfers der Hamburger loben darf, muss man festhalten, dass solch späte Einkäufe auch Nachteile haben. Vieira kennt den HSV aus dem Vorjahr natürlich noch, war aber in der Vorbereitungszeit nicht mit dabei.
El Ouahdi und Möller Wolfe werden sich an die Bundesliga und das Leben in Hamburg erst noch gewöhnen müssen. Der als neuer Abwehrchef eingeplante Bornauw kam auch relativ spät. Einige HSV-Neulinge müssen die Abläufe erst kennenlernen und sich integrieren.
Beim Auswärtsspiel in Dortmund hat man gesehen, dass das Team erst noch zusammenwachsen muss. Bis dahin kann einiges an Zeit vergehen, zumal die nächste Länderspielpause schon vor der Tür steht und den Rhythmus unterbricht.
Zu lange sollte die Integration der Neuzugänge nicht dauern, sonst kann die gute Stimmung schnell kippen.
Contra: Die meisten internationalen Plätze scheinen belegt zu sein
Zwar müssen die 34 Bundesligaspiele erstmal absolviert werden, jedoch ist man geneigt zu sagen, dass einige internationale Plätze fast schon vergeben sind. In erster Linie sind natürlich der FC Bayern München und Borussia Dortmund zu nennen, doch auch RB Leipzig, der VfB Stuttgart und Bayer Leverkusen sind deutlich besser besetzt als die Hamburger und klar auf den internationalen Plätzen zu erwarten.
Nach diesen fünf Klubs wird die Luft schon etwas dünn. Der SC Freiburg spielt seit Jahren konstant um die internationalen Plätze mit und auch Eintracht Frankfurt und die TSG Hoffenheim haben den klaren Anspruch, international zu spielen.
Noch ist nicht klar, welcher Tabellenplatz genau für das internationale Geschäft reicht. Dies ist abhängig vom Pokalsieger und der Frage, wie sich die Bundesliga im UEFA-Jahresranking schlägt. In der Vorsaison hat es Freiburg als Tabellen-Siebter noch in die Conference League geschafft.
Der HSV ist wohl auch ein wenig darauf angewiesen, dass andere Teams schwächeln.
Pro: Im Mittelfeld-Zentrum ist enorm viel Qualität
Viele Spiele werden im zentralen Mittelfeld entschieden. Umso besser, dass der HSV ausgerechnet auf dieser Position enorm stark besetzt ist. Dreh- und Angelpunkt ist Vieira, dessen feste Verpflichtung unfassbar wichtig war.
Albert Sambi Lokonga und Nicolai Remberg waren in der Vorsaison ebenfalls Leistungsträger und haben sogar noch Luft nach oben.
Mit Bilal Nadir und dem etwas offensiveren Martin Adeline sind zudem zwei vielversprechende Neuzugänge hinzugekommen. Die Hamburger haben im Mittelfeld-Zentrum sowohl auf der Sechs als auch auf der Acht oder der Zehn zahlreiche interessante Optionen und unterschiedliche Spielertypen.
Verletzungen können wohl relativ problemlos kompensiert werden, wenn es nicht ausgerechnet Vieira trifft. Mit dem Portugiesen ist das Hamburger Mittelfeld-Zentrum definitiv Europa-würdig.
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Fazit: HSV kann im Idealfall um Europa mitspielen
Die Fan-Träume von Europa sind keineswegs komplett unrealistisch, jedoch muss dafür auch wirklich alles zusammenpassen. Die Neuzugänge müssen sich schnell integrieren und die positive Stimmung bestehen bleiben.
Wichtig wird zudem sein, dass Bornauw als Vuskovic-Ersatz funktioniert und entweder Moffi oder Daka ihren Torinstinkt wiederfinden.
Ein wenig müssen die Hamburger auch darauf hoffen, dass der ein oder andere Konkurrent um die internationalen Plätze schwächelt und ein siebter oder sogar achter Platz auch noch für die Teilnahme reicht.
Auf der anderen Seite droht aber auch die Gefahr, dass die Dynamik eine andere Richtung einnimmt. Der HSV befindet sich erst im zweiten Jahr nach dem Aufstieg und muss sich nach sieben Jahren Zweitklassigkeit erstmal wieder in der Bundesliga etablieren.
Bei den vielen Neuzugängen kommt hinzu, dass sich die Mannschaft erstmal finden muss. Teams wie Freiburg oder Hoffenheim sind beispielsweise deutlich eingespielter.
Ganz einfach dürfte die Saison für Trainer Merlin Polzin nicht werden, der sich mit einer deutlich höheren Erwartungshaltung konfrontiert sieht und seine erste Elf erst finden muss. Hier droht gewiss auch Konfliktpotenzial, weil einige zuvor gesetzte Spieler neue Konkurrenten haben.
Unter dem Strich sollte der HSV auch zufrieden sein, wenn die Saison auf Platz neun oder zehn abgeschlossen wird. Ausschließen sollte man aber nicht, dass vielleicht auch noch ein bisschen mehr geht.
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