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Bundesliga

FC Bayern München: Min-jae Kim als Gewinner des Saisonstarts - mehr Variabilität für Defensive

Aktualisiert:

von Martin Jahns

ran Fußball

FC Bayern: DFB-Pokal? Kein Problem mehr! Kimmich erklärt "neuen" FCB

Videoclip • 01:43 Min


Min-jae Kim stand beim FC Bayern schon auf dem Abstellgleis. Nun ist er der einzige Innenverteidiger im Team, der in allen Pflichtspielen von Beginn an spielte. Der Koreaner ist das zweite Abwehr-Sorgenkind, das unter Trainer Vincent Kompany wieder in die Spur findet.

Vincent Kompany hat ein Luxusproblem.

Denn vor Backup Hiroki Ito kämpfen gleich drei Innenverteidiger beim FC Bayern München um zwei Plätze in der Startelf, die aktuell bei jedem Top-Klub Stammplatzkandidaten sein dürften.

Dass neben Dayot Upamecano und Jonathan Tah der 29 Jahre alte Min-jae Kim zu diesem Trio hinzuzuzählen ist, war noch vor wenigen Monaten nicht zu erwarten.

Denn der Südkoreaner, der seit 2023 bei den Bayern unter Vertrag steht, fand sich in der vergangenen Saison oft nur noch auf der Bank wieder. Er bestritt in der Bundesliga-Saison 2025/26 rund ein Drittel weniger Einsatzminuten als Tah oder Upamecano. Angesichts seines Gehalts von 17 Millionen Euro galt Kim daher für den Sommer als Verkaufskandidat.

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Min-jae Kim: Dreimal Startelf, dreimal souverän

Doch es kam alles ganz anders: Kim blieb. Und er ist in der noch jungen Saison der wohl größte Gewinner im Bayern-Kader. Er ist der einzige Bayern-Innenverteidiger, der bei allen drei bisherigen Pflichtspielen in der Startelf stand.

Beim 4:1-Pokalsieg gegen den VfL Osnabrück überzeugte Kim (ran-Note 2) wie schon im Supercup gegen den BVB (ran-Note 2). Beim Bundesliga-Auftakt gegen den VfB Stuttgart spielte er ebenfalls solide (ran-Note 3).

Haarsträubende Fehler, die so manche Bayern-Fans insbesondere in der Ägide von Ex-Coach Thomas Tuchel an Kim zweifeln ließen, gab es in dieser Saison noch nicht.

Schon in der abgelaufenen Rückrunde wirkte der 1,90-Meter-Mann merklich stabilisiert. Auch wegen des frühen WM-Aus mit Südkorea konnte Kim diesen Sommer außerdem erstmals bei Bayern eine komplette Saisonvorbereitung absolvieren. Und er wirkt wie befreit, dirigierte etwa gegen Stuttgart seine Nebenleute im Stile eines Abwehrchefs.

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Kompany war schon für Upamecano ein Gamechanger

Der frühere Weltklasse-Innenverteidiger Kompany scheint Kim mit seinem Erfahrungsschatz neues Selbstvertrauen zu geben.

Nach dem Pokalsieg gegen Osnabrück gab Kompany in der "ARD" einen Einblick in seine konkreten Anweisungen an seine Innenverteidiger: "Ich habe in der Halbzeitpause gesagt, dass es kein Spiel ist, in dem du die Zweikämpfe in der Luft gewinnst. Du musst den Ball gewinnen, wenn er runterkommt." In der zweiten Hälfte hielt die Bayern-Abwehr den zunächst aufmüpfigen Zweitligisten anschließend vollständig vom Tor fern.

Kims bemerkenswerter Aufschwung ist nicht das erste Mal, dass Kompany einen Bayern-Innenverteidiger wieder in die Spur bringt. Auch Upamecano und der Klub fremdelten zu Tuchels Zeiten bereits miteinander.

Auch für den Franzosen wurde Kompany zum Gamechanger. In der vergangenen Saison fand er - zumeist an der Seite von Tah - zurück zu alter Stärke und erhielt bereits im Februar einen neuen Vertrag bis 2030.

Tah, der zur vergangenen Saison ablösefrei von Bayer Leverkusen gekommen war, fügte sich seinerseits nahtlos auch beim Rekordmeister als Dirigent der Viererkette ein.

Wie Kim Bayerns Abwehr-Profil erweitert

Nun also Kim, der mit seinem Profil Bayerns Abwehr-Repertoire vergrößert. Der Südkoreaner funktioniert als rechter oder linker Innenverteidiger, kann hoch verteidigen und weite Wege hinter einer aufgerückten Mannschaft ablaufen.

Neben Tah ergänzt er dessen Aufbauqualität und Ruhe mit Aggressivität und Raumverteidigung. Neben Upamecano erhöht er die Geschwindigkeit und Zweikampfstärke einer ohnehin athletischen Paarung.

Kompany erhält dadurch nicht drei fast identische Lösungen, sondern verschiedene Profile für verschiedene Gegner.

"Es ist einfach die Konstellation, die wir haben mit Jona, mit Upa und mit Min-jae", sagte Sportvorstand Max Eberl nach dem Saisonauftakt. "Jetzt gibt es drei klare Innenverteidiger, alle drei Weltklasse, das muss man einfach sagen."

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Min-jae Kim: Vom Verkaufskandidat zum Teil der Bayern-Stärke

Zwar bleibt der Angriff aus Harry Kane, Michael Olise und Luis Diaz das schillernde Aushängeschild des Klubs. Doch die Innenverteidigung kann in einer langen Saison der vielleicht größte Trumpf werden.

Kompany kann rotieren, Verletzungen auffangen und seine Paarung an gegnerische Stürmertypen anpassen, ohne dass Bayerns Spielidee darunter leiden muss.

Für Kim ist das die vielleicht beste Nachricht: Er ist nicht mehr der teure Verkaufskandidat, der auf seine nächste Chance warten muss. Er ist der Innenverteidiger, der Bayerns Kader im entscheidenden Bereich variabler macht.

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