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Bundesliga

Hamburger SV: Nicolai Rembergs Aufstieg  zum Kapitän - Polzin schickte ihn einst nach Hause

Aktualisiert:

von Oliver Jensen

17:30 SAT.1 Hamburg und Schleswig-Holstein

HSV zurück im Volkspark: Vorbereitung auf zweite Bundesliga-Saison

Videoclip • 02:21 Min • Ab 12


Nicolai Remberg hat einen ungewöhnlichen Werdegang hinter sich, da er sich von der 5. Liga hochgearbeitet hat. Vor zehn Jahren schickte ihn sogar Merlin Polzin nach einem Probetraining nach Hause. Nun macht er ihn zum Kapitän des Hamburger SV.

Vom Amateurfußballer zum Kapitän des Hamburger SV: Nicolai Remberg hat einen erstaunlichen Aufstieg hingelegt. Vor sechs Jahren spielte er noch für die 2. Mannschaft von Preußen Münster in der fünftklassigen Oberliga gegen Vereine wie den 1. FC Kaan-Marienborn oder die SG Finnentrop/Bamenohl. Rund 120 Zuschauer sahen bei solchen Partien zu.

Nun erlebt der 26-jährige Mittelfeldspieler eine völlig andere Realität. Rund 81.000 Zuschauer werden im Signal-Iduna-Park sitzen, wenn er am 1. Spieltag den Hamburger SV beim Auswärtsspiel gegen Borussia Dortmund auf das Spielfeld führt. Im heimischen Volksparkstadion ist er es gewohnt, dass 57.000 Zuschauer ihn und die Mannschaft nach vorne peitschen.

Vergangene Saison war er als defensiver Abräumer bereits ein unverzichtbarer Leistungsträger. Die Beförderung zum Kapitän ist nun der nächste Schritt. Wie fühlt sich dieser Karrieresprung an, wenn er an seine Anfänge zurückdenkt?

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HSV: Nicolai Remberg hat sich den Erfolg "hart erarbeitet"

"Klar, wenn man nur auf den Lebenslauf guckt, dann ist das schon besonders. Aber ich glaube, jeder Mitspieler oder Trainer, den man in den Vereinen fragen würde, könnte bestätigen, dass ich dafür gearbeitet habe", antwortete er gegenüber ran: "Ich habe viel extra gemacht, bin aufs Gelände gefahren und habe mich um meinen Körper gekümmert."

Seine Erkenntnis daraus lautet: "Wenn man viel gibt, bekommt man irgendwann etwas zurück. Das ist für mich der Punkt, an dem ich sagen kann: Das habe ich mir hart erarbeitet. Ohne mich jetzt zu hochstellen zu wollen, wurde mir nichts einfach geschenkt."

HSV-Trainer Merlin Polzin schwärmte gegenüber ran von den Führungsqualitäten des neuen Kapitäns. "Er ist für den HSV, den wir gemeinsam prägen wollen, das absolute Vorbild. Er ist ein Leader. Er ist da, wenn es schwierige Momente gibt und führt auch unangenehme Gespräche", erklärt der Coach

Und weiter: "Er schafft es, Grenzen zu verschieben, jeden Tag aus der Komfortzone herauszugehen, und zieht damit das Trainerteam, den Staff und die Mannschaft in die Richtung, in die wir gehen wollen."

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Remberg: Probetraining unter Merlin Polzin in Osnabrück

Das Kuriose: Die Wege von Polzin und Remberg kreuzten sich bereits vor rund zehn Jahren bei einem Probetraining. Polzin war damals Co-Trainer der U17 des VfL Osnabrück, Remberg ein völlig unbekannter Jugendspieler vom FC Eintracht Rheine.

Polzin musste schmunzeln, als er von ran auf die damalige Begegnung angesprochen wurde. "Damals war er ein ganz lieber Junge und ein sehr begabter Fußballer. Aber es muss nicht nur das Fußballerische passen, sondern gerade in dem Alter auch das Drumherum", führte er aus: "Damals haben wir uns beide dagegen entschieden. Umso schöner war es natürlich, ihn letztes Jahr (als Remberg von Kiel zum HSV wechselte, Anm. d. Red.) hier wiederzusehen. Das ist auch eine Geschichte, die uns verbindet."

Weil Remberg nicht in einem Nachwuchsleistungszentrum eines Profi-Vereins unterkam, musste er sich von Preußen Münster II aus der Oberliga Westfalen hocharbeiten. "Bei der 2. Mannschaft von Preußen Münster zu spielen, war natürlich nicht mein Wunsch", erzählte er einmal im Interview mit "web.de": "Mein Glück war aber, dass die 1. Mannschaft von Preußen Münster von der 3. Liga in die Regionalliga abgestiegen ist. Dadurch bekamen Spieler wie ich dort eine Chance."

Nach drei Spielzeiten in der Regionalliga folgte im Sommer 2023 der Wechsel zum damaligen Zweitligisten Holstein Kiel, mit dem er gleich in seiner ersten Saison in die Bundesliga aufstieg. Nach einem Jahr im Fußball-Oberhaus und dem Abstieg aus der 1. Liga wechselte er im Sommer 2025 zum HSV, der seinerzeit den Aufstieg perfekt gemacht hatte.

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Hamburger SV: Vor 81.000 Zuschauern macht sich Remberg "keinen Kopf mehr"

Für Remberg ist es kein Nachteil, nicht von einem Bundesliga-Verein ausgebildet worden zu sein. "Vielleicht fehlen mir dadurch ein paar taktische Dinge", sagt er: "Aber dafür mache ich instinktiv mein Ding. Ich sage immer: Man muss kein NLZ besucht haben, um Profifußballer zu werden."

Allerdings musste er sich Step-by-Step daran gewöhnen, vor immer größeren Kulissen zu spielen. "Früher war ich ein richtiger Schisser", gab er zu: "Ich weiß noch, wie ich nach der Corona-Pandemie in der Regionalliga erstmals vor 2.000 Zuschauern spielte. Ich konnte vorher tagelang nicht schlafen und habe vor dem Spiel richtig gezittert."

Doch mit der Zeit lernte er, das Drumherum auszuschalten: "Ich bekam es glücklicherweise relativ schnell hin, mir keinen Kopf mehr zu machen, wenn ich vor 81.000 Zuschauern in Dortmund einlaufe."

Auch wenn er dies zukünftig als Kapitän machen wird.

Auch interessant: Hamburger SV im ständigen Umbruch: Bis zu 70 Transfers in 21 Monaten?

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