Champions League
FC Bayern mit scharfer Kritik an Schiedsrichter Joao Pinheiro nach PSG-Pleite - "Da wird es für mich komisch!"
ran Fußball
Eberl teilt gegen Schiri aus: "Und da wird es für mich komisch"
Videoclip • 02:22 Min
Der FC Bayern München ist gegen Paris Saint-Germain aus der Champions League ausgeschieden. Im Fokus steht dabei Schiedsrichter Joao Pinheiro.
"Es fühlte sich an, als wäre da eine Hand gewesen, die das Ganze zu unseren Ungunsten kippen ließ", erklärte Vincent Kompany nach dem Spiel bei "CBS" unzufrieden. Der Belgier hatte zuvor schon bei "DAZN" sein Unbehagen über die eine oder andere Schiedsrichterentscheidung in beiden Duellen des FC Bayern mit Paris Saint-Germain geäußert.
Wie immer bemühte sich der Bayern-Coach darum, den Respekt vor der starken Leistung des Gegners zu wahren. Trotzdem kam auch er nicht drumherum, vor allem das Schiedsrichtergespann rund um Joao Pinheiro zu kritisieren.
"Warum ist das keine Rote Karte? Ich verstehe es nicht", sagte er beispielsweise mit Blick auf den ausbleibenden Platzverweis von Nuno Mendes. Der Portugiese spielte den Ball gelbvorbelastet klar mit der Hand und vereitelte dabei einen sehr guten Angriff der Bayern – eine klare Gelbe Karte.
Zunächst schien es so, als hätte Pinheiro die Situation richtig geahndet, dann aber soll er sich laut übereinstimmenden Medienberichten vom vierten Offiziellen überzeugt haben lassen, dass Konrad Laimer den Ball zuvor mit der Hand gespielt hätte. Ein Irrtum.
"Ich hatte das Gefühl, sie wollen diese Gelb-Rote Karte nicht geben, das ist mein Gefühl als Zuschauer, und das sage ich hier ganz offen", analysierte "DAZN"-Experte Michael Ballack und auch Sami Khedira sprach von einer "spielentscheidenden" Fehleinschätzung.
"Mindestens erstaunlich": FC Bayern hinterfragt Schiedsrichteransetzung
Eine, die andere Verantwortliche des FC Bayern sichtlich mehr emotionalisierte. "Es ist mindestens erstaunlich, dass ein Schiedsrichter mit nur 15 Champions-League-Einsätzen so ein Spiel leiten darf. Und das erklärt dann vielleicht auch so manchen Pfiff", zeigte sich CEO Jan-Christian Dreesen unzufrieden mit der Ansetzung des Schiedsrichters.
"Wir haben leider die eine oder andere falsche Entscheidung auf dem Platz getroffen. Jemand anderes hat leider auch die eine oder andere falsche Entscheidung getroffen", schlug Max Eberl in die selbe Kerbe.
Auch eine zweite Szene beschäftigte den Sportvorstand und viele andere: Joao Neves bekam einen Klärungsversuch von Vitinha an den ausgestreckten Arm. Die Bayern forderten Strafstoß. "Die eine Hälfte sagt: 'Klarer Elfmeter!' Die andere Hälfte sagt: 'Alles richtig gemacht!'", so Eberl hinterher: "Da wird es dann für mich komisch. Also wie ist denn jetzt die Regel? Und das konnte mir bisher keiner erklären."
Tatsächlich ist es so, dass es laut International Football Association Board (IFAB) eine "teammate to teammate"-Regelung gibt. Wird ein Befreiungsschlag eines Mitspielers mit der Hand berührt, der klar vom Tor weggeht, liegt kein Handspiel vor
"Ob das jetzt vom eigenen Spieler kommt oder nicht - es ist ein bisschen Quatsch, ein bisschen Blödsinn. Das ist schade", sagte Bayern-Coach Kompany. Als ihm im TV auch die Mendes-Szene gezeigt wurde, lachte der Belgier: "Aber dann wollen wir eine Analyse machen, wieso wir nicht im Finale sind. Sie haben gerade zwei Bilder gezeigt."
"Unabhängig davon, dass es heute gegen uns war, geht uns allen diese Handspiel-Diskussion langsam auf den Sack", zeigte sich auch Josip Stanisic unzufrieden mit der Situation.
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Joao Pinheiro leitete zuvor zwei Bayern-Partien
Über die Ansetzung wird wohl noch viel diskutiert werden. Es hätten auch deutlich erfahrene Schiedsrichter aus England oder Spanien zur Verfügung gestanden. Stattdessen gab die UEFA Pinheiro die Chance.
Durchaus pikant: Mit Nuno Mendes, Joao Neves, Vitinha und Goncalo Ramos spielen gleich vier Portugiesen für PSG, können also in ihrer Muttersprache mit dem Referee diskutieren. Ein insgesamt eher weiches Argument, das in solchen Situationen aber dennoch häufig gespielt wird und den Druck in den kommenden Stunden erhöhen wird.
Der 38-Jährige leitete zuvor zwei Partien der Münchner in der Königsklasse. In der laufenden Saison (2:1 bei PSV Eindhoven) und in der vergangenen Spielzeit (3:1 gegen Slovan Bratislava) gingen die Bayern dabei jeweils als Sieger vom Platz.
Gegen Eindhoven verwarnte er übrigens FCB-Coach Vincent Kompany und zeigte ihm eine der drei Gelben Karten, die letztlich zur Sperre des Belgiers im Hinspiel gegen PSG führten.
Unterstützt wurde Pinheiro in München von seinen Assistenten Bruno Jesus und Luciano Maia (beide ebenfalls Portugiesen). Als 4. Offizieller fungierte Espen Eskas aus Norwegen, der den entscheidenden Impuls bei der Mendes-Szene gegeben haben soll.
Die VAR-Schiedsrichter waren Marco Di Bello (Italien) und Tiago Martins (Portugal). Das gesamte Team der Unparteiischen setzt sich somit aus drei Ländern zusammen.
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PSG gewann mit Pinheiro bereits einen Titel
Ganz unerfahren ist Pinheiro aber ebenfalls nicht: In der Saison 2019/20 pfiff er zum ersten Mal ein Spiel in der Europa League, in der Saison 2022/23 erstmals ein Spiel in der Champions League.
Zudem leitete der Unparteiische Spiele in der Nations League, der EM-Qualifikation und der WM-Qualifikation. Ein Karriere-Highlight war der UEFA-Supercup 2025 zwischen Paris und Tottenham Hotspur. Damals gewann PSG im Elfmeterschießen. Es war das einzige Spiel von Paris, das er bislang pfiff.
In seinem bisher wohl größten Spiel gab Pinheiro nun eine eher unglückliche Figur ab.
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